Wimbledon-Halbfinale: Fery trifft auf Zverev, Djokovic fordert Sinner
London, 10 Juli 2026
Marwan Mohamad / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Kurzfassung
Der 23-jährige Brite Arthur Fery, als Nummer 114 der Welt mit einer Wildcard ins Turnier gestartet, steht überraschend im Wimbledon-Halbfinale und trifft am Freitag auf den an Position zwei gesetzten Alexander Zverev. Im zweiten Semifinale spielt Jannik Sinner aus Südtirol gegen Novak Djokovic, der mit einem achten Wimbledon-Titel den Rekord von Roger Federer einstellen könnte.
London, 10 Juli 2026
Der britische Wildcard-Spieler Arthur Fery trifft am Freitag (14.30 MESZ, Amazon Prime) im Wimbledon-Halbfinale auf den an Nummer zwei gesetzten Alexander Zverev, im zweiten Semifinale stehen sich Titelverteidiger Jannik Sinner und Novak Djokovic gegenüber.
Arthur Fery hat am Mittwoch mit einem 6:4, 7:6 (7:4), 6:0 gegen Flavio Cobolli das Viertelfinale von Wimbledon erreicht und damit Historisches geschafft. Der 23-Jährige, in Sèvres bei Paris geboren und im Londoner Stadtteil Wimbledon aufgewachsen, ist erst der vierte Spieler überhaupt, der als Wildcard in ein Grand-Slam-Halbfinale einzog. Zuvor war dies erst drei Spielern gelungen. Goran Ivanisevic aus Kroatien war 2001 der bislang letzte Wildcard-Spieler in einem Wimbledon-Halbfinal. "schon jetzt eine historische Glanzleistung vollbrachte. Denn vor ihm war es erst drei Spielern gelungen, mit einer Wild Card ausgestattet in ein Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers einzuziehen", heißt es in der Berichterstattung.
Im Ranking wird Fery aktuell auf Platz 114 der ATP-Weltrangliste geführt. Nach dem Turnier soll er laut Statistik in die Top 40 aufsteigen und die Nummer eins Großbritanniens werden. Fery ist der fünfte Brite, der jemals das Wimbledon-Halbfinale im Herreneinzel erreichte. Queen Camilla hatte sein Viertelfinalspiel besucht und ihn anschließend persönlich beglückwünscht.
Hintergrund: Vom Londoner Vorortkind zum Wimbledon-Halbfinalisten
Der Familienhintergrund des Senkrechtstarters ist sportlich geprägt. Sein Vater Loic ist Präsident des französischen Ligue-1-Klubs FC Lorient, seine Mutter Olivia war ehemalige Tennisspielerin und arbeitete im Management der Lawn Tennis Association in London. Fery besuchte die King's College School in Wimbledon, begann im Alter von fünf Jahren mit Tennis und studierte später an der Stanford University, wo er wie einst John McEnroe College-Tennis spielte. Sein ATP-Debüt gab er 2025.
Im Viertelfinale zeigte Fery gegen Cobolli eine beeindruckende Leistung. Der Brite gewann den dritten Satz klar mit 6:0 und sorgte für stehende Ovationen auf dem Centre Court. Fery zeigte sich anschließend tief bewegt: "in diesem letzten Game habe ich Gefühle erlebt, die ich noch nie zuvor empfunden habe." Auch die Unterstützung der Zuschauer beschrieb er überschwänglich: "Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Die Unterstützung war phänomenal. Hier zu spielen, die Unterstützung zu fühlen und zu gewinnen, ist unglaublich. Es ist ein Traum".
Mit Blick auf das Halbfinale gegen Zverev gibt sich Fery bescheiden, aber emotional: "Ich werde mich mein ganzes Leben daran erinnern. Wer weiß, vielleicht erlebe ich so etwas nie wieder. Es könnte das erste, aber auch gleichzeitig das letzte Mal sein". Den Fortschritt im Turnier kann er kaum fassen: "Es scheint von Spiel zu Spiel besser zu werden, ich kann es kaum glauben".
Zverev vor seinem ersten Wimbledon-Halbfinale
Für Zverev ist es das erste Wimbledon-Halbfinale seiner Karriere. Der Sieger von Roland Garros geht als klarer Favorit in die Partie, zeigt sich aber respektvoll gegenüber seinem Gegner. Zverev bezeichnete Ferys Lauf als "wunderschöne Geschichte" und sagte über die Zuschauerunterstützung: "Ihr könnt alle für Fery sein, das ist total okay. Ich verstehe das. Ich habe kein Problem damit. Es wird ein aufregender Tag für beide von uns".
Im Anschluss an die Partie zwischen Zverev und Fery trifft Weltranglistenerster und Jannik Sinner aus Südtirol auf den serbischen Rekordchampion Novak Djokovic, der vor acht Jahren bereits einmal Wimbledon gewann. Die beiden standen sich bereits im Halbfinale der Australian Open 2025 gegenüber. Für Djokovic geht es um Historisches: Mit einem achten Titel in Wimbledon würde er die Bestmarke von Roger Federer im Herreneinzel einstellen "und auch am Sonntag zum achten Mal triumphieren. Dann wäre er mit Roger Federer Rekordmann", wie es in der Berichterstattung heißt.
Djokovic auf der Jagd nach Rekord und Geschichte
Djokovic ist 39 Jahre alt und könnte sich mit einem weiteren Titel "mit 39 Jahren zum ältesten Grand-Slam-Sieger der Geschichte küren". Er erreichte in Wimbledon in den letzten neun Jahren jeweils mindestens das Halbfinale. Mit 24 Grand-Slam-Titeln im Einzel liegt er gleichauf mit Margaret Court; "schafft er den 25. Streich, ist er die alleinige Nummer eins (Margaret Court hält ebenso bei 24)". Der Serbe sprach vor der Partie von einem Turniertag "voller Gegensätze, voller Widersprüche", aber auch "an Attraktivität kaum zu überbieten".
Die Konstellation beider Halbfinals könnte kaum unterschiedlicher sein. Wie eine Statistik unterstreicht: "Ein Herr tritt erst zum achten Match auf Grand-Slam-Ebene an, ein anderer hat bereits 409 gewonnen". Ferys Aufstieg wird in Großbritannien mit der Ära von Andy Murray verglichen, der Wimbledon 2013 und 2016 gewann. Sein Vater brachte es auf den Punkt: "Er ist ein echter Bub aus Wimbledon". Der letzte englische Titelträger war Fred Perry im Jahr 1936.
Britische Tennis-Fans feiern ihren neuen Liebling
Die britischen Fans stehen hinter Fery. "Die Briten stehen auch am Freitag bedingungslos hinter ihrem neuen Liebling", heißt es. Im Vergleich mit anderen Überraschungs-Halbfinalisten im Tennis erinnert sein Lauf an Henri Leconte bei den French Open 1988, Jimmy Connors bei den US Open 1991 mit fast 39 Jahren und Goran Ivanisevic, der 2001 als Nummer 125 der Welt Wimbledon gewann. Die All England Championships sind mit einem Gesamtpreisgeld von 74,4 Millionen Euro das höchstdotierte Rasenturnier der Welt.
Das Halbfinale zwischen Zverev und Fery beginnt am Freitag um 14.30 Uhr MESZ und wird von Amazon Prime übertragen. Die Partie Djokovic gegen Sinner, bei der Sinner als Titelverteidiger antritt, folgt im Anschluss. Die Veranstalter rechnen mit einem Tag, der "an Attraktivität kaum zu überbieten" ist und Wimbledon-Klima auf höchstem Niveau verspricht.
Fery hat schon jetzt eine steile Karriere hingelegt: Im Jahr zuvor hatte er bei Wimbledon bereits eine Erstrundenpartie gegen den Australier Alexei Popyrin gewonnen. Im Juniorenbereich erreichte er bei den Australian Open und in Wimbledon jeweils das Halbfinale im Doppel. Mit seinem aktuellen Wimbledon-Lauf gilt der 23-Jährige als britische Sportgeschichte im Zeichen der Tenniskultur von Wimbledon, wo zwischen Spielfeld und Tribüne "die Unterstützung" der Anhänger für ihn "phänomenal" spürbar ist.
Fragen & Antworten
Wer ist Arthur Fery und warum sorgt er in Wimbledon für Aufsehen?
Arthur Fery ist ein 23-jähriger Brite, der in Wimbledon aufwuchs und mit einer Wildcard ins Turnier startete; als Nummer 114 der Welt steht er überraschend im Halbfinale und ist erst der vierte Spieler, dem dies bei einem Grand Slam gelang.
Wer spielt im zweiten Halbfinale von Wimbledon 2025?
Im zweiten Halbfinale trifft Titelverteidiger Jannik Sinner auf den 39-jährigen Novak Djokovic, der mit einem achten Wimbledon-Titel den Rekord von Roger Federer einstellen könnte.
Wann beginnt das Halbfinale zwischen Fery und Zverev?
Das Halbfinale zwischen Alexander Zverev und Arthur Fery beginnt am Freitag um 14.30 Uhr MESZ und wird live von Amazon Prime übertragen.
Wimbledon 2026 Halbfinale: Fery vs Zverev, Djokovic vs | sportnachrichten