Sinner zieht ins Wimbledon-Finale ein und trifft auf Zverev
London, 11. Juli 2026
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Kurzfassung
Jannik Sinner hat Novak Djokovic im Halbfinale von Wimbledon deutlich mit 6:4, 6:4, 6:4 besiegt und trifft im Finale am Sonntag auf Alexander Zverev. Der Hamburger hatte zuvor Arthur Fery klar geschlagen und steht erstmals im Endspiel des Rasenklassikers.
Der Weltranglistenerste Jannik Sinner hat im Halbfinale von Wimbledon den siebenfachen Champion Novak Djokovic in drei Sätzen besiegt und trifft im Finale am Sonntag auf den Hamburg Alexander Zverev.
Im mit Spannung erwarteten Halbfinale des Rasenklassikers in London setzte sich der 24 Jahre alte Südtiroler gegen den 39 Jahre alten Serben mit 6:4, 6:4, 6:4 durch. Die Partie dauerte 2 Stunden und 21 Minuten und ähnelte dem Halbfinale der beiden Spieler aus dem Vorjahr. Sinner verwandelte seinen ersten Matchball und feierte seinen 99. Sieg bei einem der vier Grand-Slam-Turniere.
Souveräner Auftritt gegen Djokovic
Für den Weltranglistenersten war es der zweite Einzug in das Wimbledon-Endspiel nach 2025. Vor zwölf Monaten hatte er Carlos Alcaraz im Finale besiegt und seinen ersten Titel am All England Club geholt. Diesmal könnte er der zehnte Spieler seit Beginn der Open Era im Jahr 1968 werden, dem die erfolgreiche Titelverteidigung in Wimbledon gelingt.
Auf der anderen Seite des Turniers hatte Alexander Zverev am Freitag den britischen Wildcard-Spieler Arthur Fery mit 7:6 (7:0), 6:2, 6:4 bezwungen und damit erstmals das Endspiel in Wimbledon erreicht. Das Match dauerte rund zweieinhalb Stunden. Fery, 23 Jahre alt und auf Platz 114 der Weltrangliste, war als ungesetzter Außenseiter ins Halbfinale eingezogen.
Zverev erstmals im Wimbledon-Endspiel
Gegenüber dem Publikum zeigte sich Zverev anschließend dankbar. „99,999 Prozent wollten, dass Arthur gewinnt. Aber es war eine tolle Atmosphäre, ein faires Publikum, ich habe jede Sekunde genossen“, sagte der Hamburger nach seinem Einzug ins Finale. Mit Blick auf die Bedeutung des Moments ergänzte er: „und plötzlich bin ich im Finale von Wimbledon. Ich bin unglaublich glücklich und stolz.“
Zverev ist in Hamburg geboren und seit Jahren eine feste Größe im Welttennis. Im vergangenen Jahr hatte er bei den French Open seinen ersten Grand-Slam-Titel gewonnen. Mit einem Sieg in Wimbledon würde er seinen zweiten Major-Titel holen. Das Endspiel am Sonntag ist zugleich eine Neuauflage des Finales der Australian Open von Anfang 2025, das Sinner in drei Sätzen für sich entschieden hatte.
Becker sieht Chance für Zverev
Aus deutscher Sicht hat Wimbledon eine besondere Geschichte. In der Professional Era seit 1968 gewann lediglich drei Mal ein deutscher Spieler den Titel im Herreneinzel: Boris Becker 1985, 1986 und 1989 sowie Michael Stich 1991. Becker, einst ein scharfer Kritiker Zverevs, meldete sich vor dem Halbfinale ebenfalls zu Wort und sprach von einer Riesenchance für den Hamburger: „Das ist die Chance seines Lebens, und das meine ich im Ernst, Wimbledon zu gewinnen.“
Für Djokovic endete mit der Niederlage auch der Traum von einem historischen 25. Grand-Slam-Titel. Der Serbe hatte Wimbledon bereits sieben Mal gewonnen und hält mit 24 Major-Titeln den Rekord. In der Runde zuvor hatte er ein Marathon-Match gegen den Kanadier Felix Auger-Aliassime über mehr als fünf Stunden bestritten, das ihm sichtlich Kraft gekostet haben dürfte. Schon bei den Australian Open im Januar hatte Djokovic Sinner in einem Halbfinale über vier Stunden niedergerungen – diesmal drehte der Italiener den Spieß um.
Duell der beiden topgesetzten Spieler
Sinner geht als klarer Favorit in das Finale. Er gewann die jüngsten neun direkten Duelle gegen Zverev, darunter das Endspiel von Melbourne im Januar. Zudem ist der Südtiroler die Nummer eins der Welt und seit dem Vorjahr Titelverteidiger in Wimbledon. Carlos Alcaraz, im Vorjahr Finalgegner Sinners, fehlt verletzungsbedingt.
Das Finale wird am Sonntag um 17:00 Uhr Ortszeit ausgetragen und in Deutschland unter anderem von Prime Video übertragen. In der Schweiz ist zudem SRF live dabei. Es ist das erste Wimbledon-Endspiel zwischen Sinner und Zverev und das erste rein europäische Major-Finale der Saison.
Historisches Wimbledon-Finale für Deutschland?
Zverev hatte zuletzt drei Grand-Slam-Finals in Folge verloren, zuletzt bei den Australian Open 2025 gegen Sinner. Mit Blick auf den kommenden Gegner sagte er: „Es ist erstaunlich. Dieser Grand Slam war immer das, mit dem ich am meisten gekämpft habe.“ Sein Vorgänger als letzter Wildcard-Spieler in einem Wimbledon-Finale war 2001 übrigens Goran Ivanisevic.
Das Halbfinale zwischen Sinner und Djokovic verlief aus Sicht des Italieners überaus souverän. In allen drei Sätzen blieb er ohne Satzverlust und kontrollierte das Geschehen mit präzisen Grundschlägen. Djokovic, sichtlich gezeichnet von der Strapaze gegen Auger-Aliassime, fand nur selten ein Mittel gegen das druckvolle Spiel des Weltranglistenersten.
Ausblick auf das Endspiel am Sonntag
Der Rasen in Wimbledon präsentierte sich auch am Freitag in hervorragendem Zustand, was schnelle Ballwechsel und gelegentliche Tiebreaks begünstigte. Für Zverev lief es im ersten Durchgang gegen Fery allerdings eng: Erst im Tiebreak konnte er sich mit 7:0 durchsetzen, ehe er im zweiten und dritten Satz klar die Oberhand behielt.
Insgesamt trifft das Finale am Sonntag die zwei besten Spieler der Setzliste. Sinner und Zverev bilden die Spitzenpositionen des Turniers, was die Qualität des Endspiels unterstreicht. Der Sieger erhält nicht nur den Titel, sondern auch ein Preisgeld in Millionenhöhe sowie 2000 Weltranglistenpunkte.
Für den deutschen Tennis-Sport wäre ein Titel Zverevs ein historischer Moment. Nach Becker und Stich wäre er der dritte deutsche Wimbledon-Champion der offenen Ära. Boris Becker hatte seinen Schützlingen in der Vergangenheit wiederholt kritische Worte mitgegeben, sich nun aber klar hinter Zverev gestellt.
Das Finale verspricht zudem taktisch interessante Gegensätze: Sinners druckvolle Grundlinienspiele und seine ruhige Ausstrahlung treffen auf Zverevs Aufschlagstärke und sein variantenreiches Spiel. Beide Spieler verfügen über große Erfahrung auf Rasen, auch wenn Wimbledon für Zverev bislang der schwierigste der vier Major-Beläge war.
Mit Blick auf die kommenden Stunden dürfte vor allem die Erholung eine Rolle spielen. Djokovic hatte im Viertelfinale mehr als fünf Stunden auf dem Court gestanden, Sinner und Zverev hatten dagegen weniger als drei Stunden pro Halbfinale gespielt. Dieser Frische-Vorteil könnte im Finale entscheidend sein.
Fragen & Antworten
Wer spielt im Wimbledon-Finale der Herren 2026?
Im Endspiel am Sonntag stehen sich Jannik Sinner aus Italien und Alexander Zverev aus Hamburg gegenüber. Sinner ist die Nummer eins der Welt, Zverev die Nummer zwei der Setzliste.
Wie hat Jannik Sinner das Halbfinale gegen Novak Djokovic gewonnen?
Der 24-jährige Südtiroler setzte sich gegen den siebenfachen Wimbledon-Champion Djokovic mit 6:4, 6:4, 6:4 durch und verwandelte seinen ersten Matchball. Das Match dauerte 2 Stunden und 21 Minuten.
Was würde ein Wimbledon-Sieg für Alexander Zverev bedeuten?
Ein Titel am All England Club wäre für Zverev nach den French Open 2025 sein zweiter Grand-Slam-Erfolg. Er wäre zudem der erste deutsche Wimbledon-Champion seit Michael Stich im Jahr 1991.
Wimbledon-Finale 2026: Sinner vs. Zverev – alle Infos | sportnachrichten