Djokovic egalisiert mit 105. Wimbledon-Sieg Federers Rekord und steht im Achtelfinale
London, 04. Juli 2026
Andymiah / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Kurzfassung
Novak Djokovic hat mit seinem 105. Einzelsieg beim Rasenturnier in Wimbledon den Rekord von Roger Federer egalisiert und steht nach einem Vier-Satz-Erfolg über Arthur Rinderknech im Achtelfinale. Dort trifft der 39-jährige Serbe auf den russischen Qualifikanten Roman Safiullin.
Novak Djokovic hat durch einen 7:5, 6:4, 1:6, 7:6(4)-Erfolg über den Franzosen Arthur Rinderknech das Achtelfinale von Wimbledon erreicht und mit seinem 105. Einzelsieg beim Rasenklassiker den Rekord von Roger Federer eingestellt.
Djokovic benötigte auf dem Centre Court etwas mehr als drei Stunden, um den Franzosen in vier Sätzen niederzuringen. Nach zwei klar gewonnenen Durchgängen kam im dritten Satz ein Bruch, als Rinderknech diesen in nur 30 Minuten für sich entschied. Im entscheidenden Tiebreak behielt der Serbe jedoch die Oberhand. "Im Tiebreak muss man einfach einen Weg finden, um zu gewinnen. Am Ende war es ein bisschen Glück und ein bisschen Können", sagte Djokovic.
Mit dem Erfolg stellte der 39-Jährige nicht nur den Rekord von 105 Einzelsiegen bei Wimbledon ein, sondern erreichte zugleich zum 18. Mal das Achtelfinale des Turniers – womit er auch in dieser Kategorie mit Federer gleichzog. Insgesamt sieben Mal hat Djokovic das Turnier bereits gewonnen, nun strebt er seinen achten Titel an.
Den Matchball verwandelte Djokovic mit einem spektakulären Hechtsprung-Volley, der an die Spielweise seines früheren Trainers Boris Becker erinnerte. Anschließend tanzte er auf der Tribüne für seine Tochter Tara. "Geschichte zu schreiben in diesem Sport ist eine große Ehre", sagte der Serbe auf dem Platz. Auf den nächsten Meilenstein angesprochen, scherzte er: "Ich schlage ein Duell zwischen Roger und mir um die 106 vor."
Rekord eingestellt – Djokovics historischer Wimbledon-Tag
Über seinen Gegner zeigte sich Djokovic trotz des Erfolgs respektvoll: "Er hat wirklich Qualität. Er hat Zverev letztes Jahr hier geschlagen, er liebt die große Bühne und das hat er heute gezeigt. Ich bin froh, dass ich im Tiebreak durchgekommen bin." Rinderknech hatte 2025 in der ersten Runde von Wimbledon tatsächlich Alexander Zverev bezwungen. Djokovic beschrieb die Partie als "Katz- und Maus-Spiel".
Im Achtelfinale wartet nun der Russe Roman Safiullin, der über die Qualifikation ins Hauptfeld gekommen war und auf seinem Weg in die Runde der letzten 16 unter anderem Andrey Rublev sowie den brasilianischen Jungstar Joao Fonseca klar in drei Sätzen besiegte. Safiullin ist aktuell auf Platz 132 der ATP-Weltrangliste geführt – und geht damit als klarer Außenseiter in die Partie.
Safuillin wartet: Russischer Außenseiter als nächster Gegner
Parallel zu Djokovic kämpfte sich auch der Weltranglistenerste Jannik Sinner ohne Satzverlust in die nächste Runde. Der 24-jährige Italiener bezwang den US-Amerikaner Jenson Brooksby auf dem Court 1 mit 6:4, 6:3, 6:4. Die Partie dauerte 2 Stunden und 14 Minuten und endete nahezu zeitgleich mit Djokovics Erstrundensieg. Sinner, der in Wimbledon als Titelverteidiger antritt, erreichte damit zum fünften Mal in Folge das Achtelfinale und egalisierte den italienischen Rekord von Nicola Pietrangeli.
Im Achtelfinale trifft Sinner auf den japanischen Qualifikanten Shintaro Mochizuki, der in der dritten Runde den spanischen French-Open-Viertelfinalisten Rafael Jodar in vier Sätzen besiegte. Mochizuki, 23 Jahre alt, steht auf Platz 151 der Weltrangliste und gilt als Außenseiter.
Sinner und Sabalenka ziehen ohne Satzverlust nach
Bei den Damen zog die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka aus Belarus mit einem 6:4, 6:4-Erfolg über Jeļena Ostapenko aus Lettland ins Achtelfinale ein. Es ist das vierte Mal in Folge, dass Sabalenka in Wimbledon die Runde der letzten 16 erreicht. Im nächsten Spiel trifft sie auf Naomi Osaka aus Japan, die erstmals ins Wimbledon-Achtelfinale vorstieß und zuvor Daria Kasatkina deutlich mit 6:1, 6:3 bezwungen hatte.
Die frühere French-Open-Siegerin Ostapenko, die 2017 in Paris triumphiert hatte, konnte gegen Sabalenka wie schon mehrfach in der Vergangenheit nicht gewinnen – die Bilanz der Direktbegegnungen verschlechterte sich für die Lettin auf 1:4.
Ausgeschieden ist unterdessen der an Nummer 8 gesetzte Daniil Medwedew, der gegen den Deutschen Jan-Lennard Struff trotz zwischenzeitlicher Führung in allen drei Sätzen verlor. Struff, 36 Jahre alt, erreichte durch den 7:6(4), 7:6(5), 7:5-Erfolg erstmals das Wimbledon-Achtelfinale. Struffs nächster Gegner ist der Pole Hubert Hurkacz.
Hurkacz hatte in der dritten Runde den US-Amerikaner Tommy Paul (gesetzte Nummer 21) in vier Sätzen niedergerungen und zuvor bereits den Österreicher Sebastian Ofner aus dem Turnier befördert.
Medwedew raus, Struff erstmals im Achtelfinale
Im Dameneinzel sorgte die erst 18-jährige US-Amerikanerin Iva Jovic für Aufsehen, die mit einem 6:3, 3:6, 6:4-Erfolg über Ekaterina Alexandrova erstmals ins Achtelfinale von Wimbledon einzog. Zuvor hatte sie die Rasenspezialistin Tatjana Maria bezwungen. Im nächsten Spiel trifft Jovic auf ihre Landsfrau Jessica Pegula.
Coco Gauff, die 2019 in Wimbledon erstmals für Aufsehen gesorgt hatte, aber nie zuvor über das Achtelfinale hinausgekommen war, steht nach einem hart erkämpften Drei-Satz-Erfolg über die US-Qualifikantin Claire Liu zum vierten Mal in der Runde der letzten 16. Im nächsten Match wartet die Schweizer Olympiasiegerin Belinda Bencic auf die 22-Jährige.
Djokovic selbst hatte vor Wimbledon bei den French Open eine Enttäuschung erlebt und war dort in der dritten Runde ausgeschieden. In Wimbledon war er in der zweiten Runde gegen Stefanos Tsitsipas aus Griechenland souverän geblieben und hatte seinem Gegenüber nach eigener Aussage eine "Tennisschule" erteilt. Der Rekord für die meisten Einzelsiege bei Wimbledon liegt übrigens bei 120 – aufgestellt von Martina Navratilova.
Bemerkenswert war auch die illustre Gästeliste auf dem Centre Court: Usain Bolt, der aktuelle Weltrekordhalter über 100 Meter, verfolgte die Partie zwischen Djokovic und Rinderknech aus der Royal Box.
Abseits des Courts sorgten Diskussionen über die Zukunft des Doppels für Gesprächsstoff. Die ATP plant, ab 2028 die Doppelfelder bei Masters-1000-Turnieren von 32 auf 16 Teams und bei kleineren Turnieren von 16 auf 8 Paarungen zu reduzieren. Auch die Preisgeldverteilung soll sich von 80:20 auf 90:10 zugunsten des Einzelwettbewerbs verschieben. Alle vier Grand-Slam-Turniere haben sich Berichten zufolge bereit erklärt, das Doppel in seiner aktuellen Form beizubehalten.
Österreichische Doppelerfolge und ATP-Pläne
Aus österreichischer Sicht verlief das Doppelturnier positiv: Philipp Oberleitner aus Wien und sein tschechischer Partner Petr Nouza besiegten das niederländische Duo Tallon Griekspoor/Botic van de Zandschulp klar mit 6:1, 6:2. Oberleitner konzentriert sich seit Jahresbeginn vollständig auf das Doppel. Im Achtelfinale wartet nun das als Nummer 3 gesetzte und als Titelverteidiger antretende britische Duo Julian Cash/Lloyd Glasspool.
Auch das zweite österreichische Doppel ist noch im Rennen: Alexander Miedler aus Niederösterreich und sein portugiesischer Partner Francisco Cabral (gesetzt als Nummer 11) besiegten das peruanisch-argentinische Duo Ignacio Buse/Marco Trungelliti mit 4:6, 6:4, 6:1. Im Achtelfinale treffen sie auf die an Nummer 7 gesetzten Deutschen Kevin Krawietz und Tim Pütz.
Djokovic selbst blickt unterdessen bereits auf den nächsten Gegner. Der Vergleich mit dem Russen Safiullin, der als Qualifikant überraschend weit gekommen ist, verspricht eine ungleiche Ausgangslage – doch Djokovic warnte bereits, dass man "sich fast immer sicher sein" könne, "dass jemand noch etwas besser war".
Fragen & Antworten
Gegen wen spielt Djokovic im Achtelfinale von Wimbledon?
Djokovic trifft im Achtelfinale auf den russischen Qualifikanten Roman Safiullin, der zuvor unter anderem Joao Fonseca klar in drei Sätzen besiegt hatte.
Welchen Rekord hat Djokovic mit seinem 105. Wimbledon-Sieg eingestellt?
Mit seinem 105. Einzelsieg beim Turnier in Wimbledon hat Djokovic den Rekord von Roger Federer eingestellt, der ebenfalls 105 Einzelsiege auf dem Rasen in London auf dem Konto hat.
Wie hat Djokovic den entscheidenden Matchball gegen Rinderknech verwandelt?
Den Matchball verwandelte der Serbe mit einem spektakulären Hechtsprung-Volley, der an die Spielweise seines früheren Trainers Boris Becker erinnerte.