Zverev und Wildcard-Spieler Fery ziehen in Wimbledon ins Halbfinale ein
London, 08 Juli 2026
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Kurzfassung
Alexander Zverev hat bei den All England Championships in Wimbledon durch einen souveränen Dreisatzsieg über Taylor Fritz das Halbfinale erreicht. Dort trifft der deutsche French-Open-Sieger am Freitag auf den britischen Wildcard-Inhaber Arthur Fery, der überraschend Flavio Cobolli besiegte.
London, 08 Juli 2026
Alexander Zverev hat am Mittwoch durch einen klaren 6:4, 6:4, 6:2-Erfolg über den US-Amerikaner Taylor Fritz das Halbfinale von Wimbledon erreicht, wo er auf den überraschend starken britischen Wildcard-Spieler Arthur Fery trifft.
Souveräner Auftritt gegen Fritz
Einen Monat nach seinem Triumph bei den French Open in Paris hat Alexander Zverev auch in Wimbledon die nächste große Hürde genommen. Der 29 Jahre alte Hamburger besiegte im Viertelfinale des Grand-Slam-Turniers seinen Angstgegner Taylor Fritz in drei Sätzen mit 6:4, 6:4 und 6:2 und zog damit erstmals in seiner Karriere auf dem Heiligen Rasen in die Runde der letzten Vier ein. Bei mehr als 30 Grad Celsius zeigte Zverev eine konzentrierte Leistung und wirkte deutlich spritziger als sein angeschlagener Kontrahent.
Zverev erwischte einen Traumstart und sicherte sich früh das erste Break zum 2:1, was in der Folge bereits zum Gewinn des ersten Satzes reichte. Den zweiten Durchgang entschied der Weltranglistendritte mit einem späten Break zum 5:4 für sich. Zwar musste er beim Stand von 5:4 noch Breakbälle abwehren, behielt aber die Nerven und brachte den Satz doch noch nach Hause. Im dritten Satz zog Zverev mit Breaks zum 2:1 und 4:1 davon und verwandelte nach knapp zwei Stunden Spielzeit seinen ersten Matchball.
"Ich bin extrem glücklich, hier in Wimbledon im Halbfinale zu stehen", strahlte Zverev im Sieger-Interview auf dem Centre Court. "Es klingt großartig", sagte er zu seinem Einzug unter die besten Vier. Der Hamburger, der zuvor auf dem Heiligen Rasen nie über das Achtelfinale hinausgekommen war, betonte: "Ich hoffe, dass ich hier noch zwei Matches spielen darf." Auf die Frage des Moderators, ob er noch zwei weitere Partien bestreiten könne, scherzte Zverev in Richtung der Zuschauer: "Ich habe kein Problem damit."
Stimmen zum Spiel
Sein Gegner Fritz präsentierte sich bei diesem Viertelfinale fehleranfällig und kämpfte sichtlich mit Knieproblemen. Für den US-Amerikaner, der zuletzt 2024 in Wimbledon das Halbfinale erreicht hatte, waren die Träume vom erneuten Einzug in die Vorschlussrunde früh beendet. "Da seid ihr wohl eher für ihn", sagte Zverev mit Blick auf die britischen Fans, die ihren Lokalmatador Arthur Fery lautstark unterstützten.
Dank seines Viertelfinalerfolgs reiht sich Zverev als Fünfter in die Liste der deutschen Wimbledon-Halbfinalisten ein. Zuvor hatten Boris Becker, Michael Stich, Rainer Schüttler und zuletzt 2009 Tommy Haas diesen Sprung geschafft. Mit dem Halbfinaleinzug festigte Zverev zudem seine Position als Weltranglistendritter und unterstrich seine Ambitionen auf den zweiten Grand-Slam-Titel nach Paris.
Sensation durch Fery
Im anderen Viertelfinale sorgte der britische Wildcard-Inhaber Arthur Fery für die nächste große Überraschung des Turniers. Der 23-Jährige, der vor dem Turnier lediglich auf Platz 114 der Weltrangliste stand und nur dank einer Wildcard ins Hauptfeld gerutscht war, besiegte den an Nummer neun gesetzten Italiener Flavio Cobolli in drei Sätzen mit 6:4, 7:6 (7:4) und 6:0.
Fery, der nur etwa fünf Minuten vom All England Club entfernt aufgewachsen ist, nutzte die Unterstützung des heimischen Publikums auf dem Centre Court und auch die Anwesenheit von Königin Camilla zu einer Galavorstellung. Bereits im ersten Satz geriet Cobolli beim Stand von 4:5 ins Wanken, leistete sich einen Doppelfehler und schlug anschließend eine Vorhand ins Aus, sodass Fery den ersten Durchgang für sich entschied. Im zweiten Satz entschied das Tiebreak zugunsten des Briten, ehe er im dritten Satz mit einem glatten 6:0 nachlegte.
"Es ist ein Traum, der wahr wird, endlich gut in Wimbledon zu spielen", sagte Fery nach seinem historischen Sieg. "Ich wusste, dass ich es heute schaffen kann, aber ich war vor dem Match sehr nervös", gab der junge Brite zu, der nach Jimmy Connors (US Open 1991) und Henri Leconte (French Open 1992) erst der dritte Wildcard-Spieler in der Open Era ist, der ein Grand-Slam-Halbfinale erreichte. Zugleich ist er erst der fünfte Brite nach Andy Murray, Tim Henman, Roger Taylor und Cameron Norrie, dem das Halbfinale auf dem Heiligen Rasen gelang.
Historische Dimension
Mit dem Einzug ins Halbfinale schrieb Fery auch in anderer Hinsicht Geschichte: Als am niedrigsten platzierter Spieler seit Goran Ivanisevic im Jahr 2001 erreichte er diese Runde in Wimbledon. Der Kroate hatte damals sogar mit einer Wildcard den Titel an der Church Road gewonnen. Fery, der zuletzt zwei Fünfsatz-Thriller in Serie bestritten hatte, benötigte gegen Cobolli nur rund zwei Stunden Spielzeit und schlug dabei konsequent auf.
Ausblick auf das Halbfinale
Am Freitag treffen Zverev und Fery nun im Halbfinale aufeinander. Es ist die Begegnung zwischen dem frisch gebackenen Grand-Slam-Champion aus Deutschland und dem Lokalmatador, der die Herzen der britischen Fans im Sturm erobert hat. Während Zverev als klarer Favorit in die Partie geht, hat Fery bereits mehrfach bewiesen, dass er an einem guten Tag jeden Gegner ärgern kann. Das Preisgeld für das Erreichen des Halbfinals beim mit insgesamt 74,4 Millionen Euro dotierten Grand-Slam-Turnier ist beiden Spielern bereits sicher.
Das Damen-Halbfinale wird unterdessen ohne deutsche Beteiligung stattfinden. Marta Kostjuk aus der Ukraine trifft nach ihrem Erfolg über die italienische Finalistin von 2024, Jasmine Paolini, auf die 21-jährige Tschechin Linda Noskova. Kostjuk hatte Anfang Juni in Paris bereits ihr erstes Major-Halbfinale erreicht und will nun auch in London in die Vorschlussrunde einziehen.
Damen-Halbfinale ohne deutsche Beteiligung
Für Zverev steht fest: Nach dem French-Open-Triumph will er in Wimbledon unbedingt nachlegen. "Ich hoffe, noch zwei Matches zu spielen", sagte er mit Blick auf das Halbfinale und ein mögliches Endspiel am Sonntag. Die kommenden Tage werden zeigen, ob der Hamburger seinen Lauf fortsetzen kann oder ob Fery für die nächste Sensation sorgt. Sicher ist bereits jetzt: Das Halbfinale wird vor ausverkauftem Haus stattfinden und die Stimmung auf dem Centre Court dürfte kaum zu überbieten sein.
Cobolli, der als Nummer neun der Setzliste in das Match gegangen war und erst kürzlich das Finale der French Open erreicht hatte, haderte nach der Niederlage mit seiner Leistung. In Wimbledon hatte der Italiener als gesetzter Spieler mehr erwartet, scheiterte jedoch an der Nervenstärke und der Frische des jungen Briten. Fery hingegen zeigte sich nach dem Match sichtlich ergriffen und bedankte sich mehrfach bei den Fans für die lautstarke Unterstützung.
Mit dem Halbfinaleinzug hat Zverev seine eigene Bestmarke in Wimbledon deutlich verbessert. In den vergangenen Jahren war er stets im Achtelfinale oder früher gescheitert. Diesmal präsentierte er sich von Beginn an fokussiert und nutzte die Schwächen seines Gegners konsequent aus. Sein Aufschlag, in früheren Matches immer wieder eine Achillesferse, funktionierte gegen Fritz über weite Strecken zuverlässig.
Die kommenden Aufgaben für Zverev und Fery sind klar definiert: Wer das Halbfinale gewinnt, trifft im Finale am Sonntag auf den Sieger der anderen Halbfinalbegegnung. Beide Spieler wissen, dass sie historisches erreichen können - Zverev mit seinem zweiten Grand-Slam-Titel in Folge, Fery mit dem Sprung ins Finale als erster Wildcard-Spieler seit Ivanisevic vor 25 Jahren.
Sollte Zverev das Turnier gewinnen, wäre er der erste deutsche Wimbledon-Champion seit 25 Jahren und würde in die Fußstapfen von Boris Becker treten. Fery träumt derweil von einem Märchen, das mit dem Titel bei einem Heimturnier seinen Höhepunkt erreichen würde. Die Ausgangslage vor dem Halbfinale könnte kaum spannender sein.
Fragen & Antworten
Wer ist Arthur Fery und wie kam er ins Wimbledon-Halbfinale?
Arthur Fery ist ein 23 Jahre alter britischer Tennisspieler, der als Weltranglisten-114. mit einer Wildcard am Turnier teilnahm. Er besiegte im Viertelfinale den an Nummer neun gesetzten Italiener Flavio Cobolli klar mit 6:4, 7:6, 6:0 und erreichte damit als erst dritter Wildcard-Spieler der Open Era ein Grand-Slam-Halbfinale.
Wie hat Alexander Zverev gegen Taylor Fritz gespielt?
Zverev zeigte gegen den angeschlagenen US-Amerikaner Taylor Fritz eine konzentrierte Leistung und gewann in drei Sätzen mit 6:4, 6:4, 6:2. Nach knapp zwei Stunden verwandelte er seinen ersten Matchball und erreichte damit erstmals in seiner Karriere das Wimbledon-Halbfinale.
Wann und gegen wen spielt Zverev im Halbfinale von Wimbledon?
Zverev trifft am Freitag im Halbfinale von Wimbledon auf den britischen Wildcard-Spieler Arthur Fery, der die Überraschung des Turniers geschafft hat. Das Finale des mit 74,4 Millionen Euro dotierten Grand-Slam-Turniers findet am Sonntag statt.
Wimbledon 2026: Zverev und Fery im Halbfinale | sportnachrichten