Im Viertelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft trifft Titelverteidiger Frankreich am Donnerstag um 22:00 Uhr (MagentaTV) in Foxborough auf Marokko, das ohne den verletzten Offensivspieler Ismael Saibari antreten muss.
Marokko bestreitet das Spiel gegen den Weltmeister von 2018 als amtierender Afrika-Meister und als erste afrikanische Mannschaft, die bei einer Weltmeisterschaft ein Halbfinale erreicht hat. Vor vier Jahren in Katar unterlag die Auswahl damals 0:2 gegen Frankreich. Nun soll die Revanche gelingen, vier Jahre vor der Heim-WM, die das Land gemeinsam mit weiteren Mit-Gastgebern ausrichten wird.
Trainer Mohamed Ouahbi, der das Amt im März übernommen hat, geht mit breiter Brust in die Partie. In den zehn Spielen unter dem 49-Jährigen und seinem Assistenten Joao Sacramento ist Marokko mit sechs Siegen und vier Unentschieden noch ungeschlagen. Zuletzt führte Ouahbi die U20-Auswahl Marokkos zum WM-Titel.
Marokkos Trainer Ouahbi: „Alles dafür tun, gegen Frankreich zu gewinnen“
Vor dem Spiel sagte Ouahbi: „Abgesehen von Saibari stehen alle zur Verfügung“. Der 25-Jährige, der im Achtelfinale beim 3:0 gegen Co-Gastgeber Kanada früh ausgewechselt werden musste, fällt mit einer Muskelverletzung aus. Medienberichten zufolge handelt es sich um eine leichte Zerrung, ein schnelles Comeback wird erhofft. „Er hoffe aber, dass Saibari nicht für den Rest des Turniers ausfalle“, hieß es aus dem marokkanischen Lager.
Saibari hat bei dieser WM bislang drei Tore erzielt. Erst in der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass er zur neuen Saison vom PSV Eindhoven zum FC Bayern München wechseln wird. Ouahbi betonte: „Bilanz ziehe man am Ende eines Turniers. Man werde alles dafür tun, gegen Frankreich zu gewinnen.“ Und weiter: „Ich mag es nicht, wenn Leute sagen, dass unsere WM bereits ein Erfolg ist.“
Frankreich bangt um Tchouaméni
Frankreich steht nach dem 1:0 im Achtelfinale gegen Paraguay im Viertelfinale. Das Team von Didier Deschamps, dessen Assistent Guy Stephan die Pressekonferenz bestritt, bangt indes um den Einsatz von Aurélien Tchouaméni, der sich gegen Paraguay verletzt hatte und dessen Verfügbarkeit ungewiss ist.
Stephan warnte vor dem Gegner: „Es ist eine gut organisierte, gut strukturierte Mannschaft, eine Mannschaft mit einer gewissen Stabilität und vor allem eine Mannschaft, die im Umschaltspiel sehr stark ist und viele Tore erzielt hat. Sie haben auch individuelle Stärken.“ Über den Achtelfinal-Erfolg sagte er: „Ich denke, dass es für uns wertvoll war, ein solches Spiel zu bestreiten, denn es liefert Antworten darauf, wozu die Spieler angesichts einer solchen Herausforderung fähig sind.“
Bouaddi, Dembélé und Co.: die Schlüsselfiguren
Beim Blick auf den Kader Frankreichs sticht der 18-jährige Ayyoub Bouaddi heraus. Der Mittelfeldstratege und Mathematik-Student spielt bei OSC Lille, durchlief die französischen Nachwuchsmannschaften und war zuletzt Kapitän der U21, ehe er die Nationalmannschaft wechselte. Sein Marktwert wird auf 50 Millionen Euro geschätzt. Außerdem im Aufgebot: Ousmane Dembélé und Bradley Barcola von Paris Saint-Germain sowie der von den Münchnern als „Bayern-Dribbler“ beschriebene Michael Olise.
Rahmenbedingungen: Stadion, Übertragung und Ausblick
In Frankreich leben schätzungsweise 2 bis 2,2 Millionen Marokkaner und Menschen mit marokkanischen Wurzeln, knapp hinter den Algeriern sind sie die zweitgrößte Einwanderergruppe. Das Duell hat damit auch jenseits des Rasens eine besondere symbolische Dimension. Ein Sieg im Viertelfinale würde am nächsten Dienstag ein Duell gegen den Sieger der Partie Spanien gegen Belgien bringen.
Parallel zur Begegnung der Franzosen und Marokkaner steigt das Viertelfinale zwischen Belgien und Spanien. Mit Blick auf die Torjägerliste ragen Lionel Messi (8 Tore) und Erling Haaland (7 Tore) heraus, Harry Kane (6) folgt dahinter. Welche Spieler in den Halbfinals stehen, entscheidet sich in den kommenden Tagen.
