Frankreich zieht mit 2:0 über Marokko zum dritten Mal in Folge ins WM-Halbfinale ein
Boston/Foxborough, 10. Juli 2026
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Kurzfassung
Frankreich hat beim Viertelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 Marokko mit 2:0 (0:0) besiegt und steht damit zum dritten Mal in Folge im WM-Halbfinale. Kylian Mbappé und Ousmane Dembélé trafen am Freitag in Foxborough für den Titelverteidiger.
Boston/Foxborough, 10. Juli 2026
Frankreich hat im WM-Viertelfinale Marokko mit 2:0 (0:0) besiegt und steht damit zum dritten Mal in Folge im Halbfinale einer Fußball-Weltmeisterschaft; die Tore erzielten Kylian Mbappé (60.) und Ousmane Dembélé (66.) vor 63.811 Zuschauern im Foxborough-Stadion bei Boston.
Frankreich hat die Hürde Marokko im Viertelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 gemeistert und steht wie schon 2018 und 2022 in der Vorschlussrunde. Die Mannschaft von Didier Deschamps setzte sich am Freitag in Foxborough bei Boston mit 2:0 (0:0) durch und ist damit das erste Team, das bei diesem Turnier das Halbfinale erreicht hat. Für Frankreich war es der sechste Sieg im sechsten Spiel bei diesem Turnier.
Vergebener Elfmeter, starker Bono
Von Beginn an diktierten die Franzosen das Geschehen. Schon in der 4. Minute köpfte Dayot Upamecano nach einer Ecke freistehend aus kurzer Distanz auf das Tor, doch Yassine Bounou, in den Quellen meist Bono genannt, parierte. Kurz darauf prüfte Kylian Mbappé den marokkanischen Torhüter mit einem Schuss aus etwa 17 Metern, den Bono zur Ecke lenkte. «Die Franzosen waren in der Hitze von Foxborough von Anfang an das bessere Team», bilanzierte die Spielbeobachtung.
In der 28. Minute wurde ein Elfmeter gegen Marokko verhängt, nachdem Noussair Mazraoui Mbappé im Strafraum zu Fall gebracht hatte. Die Szene wurde vom VAR überprüft; Schiedsrichter Facundo Tello aus Argentinien bestätigte nach einer Prüfung von 3 Minuten und 13 Sekunden den Strafstoß. Mbappé trat an, musste allerdings lange warten – und vergab: Bono ahnte die richtige Ecke und parierte den Elfmeter, sein bereits achter gehaltener Strafstoß bei WM-Endrunden.
Bono blieb in der Folge der beste Akteur Marokkos. In der 33. Minute hielt er einen zentralen Schuss von Ousmane Dembélé, in der 35. Minute parierte er einen Versuch von Désiré Doué. Kurz vor der Pause lenkte er einen 25-Meter-Schuss von Lucas Digne noch an die Latte (45.+2). «Er hatte anscheinend eine Pinkelpause oder etwas Ähnliches, aber es hat ewig gedauert», kommentierte Jürgen Klopp die VAR-Unterbrechung. «Kylian musste dreimal neu justieren. Das hilft nicht.»
Mbappés Traumtor als Wendepunkt
Nach dem Seitenwechsel änderte sich zunächst wenig. Marokko hatte in der ersten Hälfte nur einen Ballkontakt im gegnerischen Strafraum und keinen Schuss aufs Tor verzeichnet. «Wir hatten einen verschossenen Elfmeter und vergebene Chancen», sagte Deschamps später. «Aber wenn man einen Kylian im Team hat, muss man sich keine allzu große Sorgen machen.» In der 60. Minute brach Mbappé den Bann: «als Mbappé in der 60. Minute von der Strafraumgrenze zum Schuss kam – und den Ball am chancenlosen Bono vorbei magistral in den Torwinkel zirkelte.»
Der Treffer war bereits das achte Turniertor des 27-Jährigen und sein insgesamt 20. WM-Tor – womit er nur noch ein Goal hinter Rekordhalter Messi liegt. Nur sechs Minuten später legte Mbappé auf Ousmane Dembélé ab, der «über den halben Platz» lief und mit einem Flachschuss aus etwa 15 Metern zum 2:0 traf (66.). «Der Ex-Dortmunder Ousmane Dembélé (66.) legte nach», hieß es im Spielbericht. Für Dembélé, amtierender Weltfußballer und designierter Offensivstar von Real Madrid, war es das vierte Tor bei dieser Weltmeisterschaft.
Marokko ohne Durchschlagskraft
Marokko, das bei dieser WM bereits die Niederlande in der K.o.-Runde ausgeschaltet hatte und als amtierender Afrikameister angetreten war, zeigte sich über weite Strecken überfordert. «Ein überraschend ungefährliches Marokko musste sich wie vor vier Jahren nach einem 0:2 gegen Frankreich verabschieden», lautete das Urteil. Die erste ernsthafte Torchance der Nordafrikaner ließ bis zur 83. Minute auf sich warten, als Mike Maignan einen 19-Meter-Schuss von Azzedine Ounahi parierte.
In der Schlussphase wechselte Deschamps mehrfach: Barcola kam für Doué (77.), Mateta für Mbappé (77.) – Letzterer hatte über Schmerzen im rechten Sprunggelenk geklagt und musste mit Eis gekühlt werden. Mats Hummels urteilte bei MagentaTV: «Der war einfach schlecht geschossen.» Zu Mbappé sagte er, dessen Treffer sei «traumhaft» gewesen. Mbappé selbst gab nach dem Spiel Entwarnung: «Mir geht es gut. Ich habe einen Schlag auf die Ferse bekommen, aber es geht mir gut.»
Frankreichs Halbfinal-Gegner und Ausblick
Frankreich trifft im Halbfinale am Dienstag (21.00 Uhr MESZ) in Dallas auf den Sieger der Partie Spanien gegen Belgien, die am Samstag in Inglewood bei Los Angeles ausgetragen wird (21.00 Uhr MESZ, Magenta TV und ZDF). Mit dem Einzug ins Halbfinale ist der Traum vom dritten WM-Titel nach 1998 und 2018 weiterhin intakt. «Zum dritten Mal in Serie steht Frankreich in einem Halbfinal der Fussball-WM», stellte der Bericht fest. Ein dritter Final-Einzug in Folge wäre ein Kunststück, das bislang nur Deutschland (1982 bis 1990) und Brasilien (1994 bis 2002) gelungen ist.
Für Marokko, das vor vier Jahren als erstes afrikanisches Team ein WM-Halbfinale erreicht hatte, war die Niederlage die erste seit August 2025 – nach zuvor 34 ungeschlagenen Spielen. Mit dem Ausscheiden der «Löwen vom Atlas» ist zudem das letzte afrikanische Team aus dem Turnier ausgeschieden. Trainer Mohamed Ouahbi, der im März Walid Regragui abgelöst hatte, haderte mit dem verletzungsbedingten Ausfall von Ismaël Saibari: «Der Ausfall vom künftigen Bayern-Spieler Ismaël Saibari wog schwerer als befürchtet.» Auch Achraf Hakimi fehlte es an Durchschlagskraft, während Abwehrchef Noussair Mazraoui durch das Elfmeter-Foul unangenehm auffiel.
Frankreich hatte im Achtelfinale Schweden besiegt, gegen Paraguay genügte ein Elfmetertor Mbappés zum Weiterkommen. Im gesamten Turnierverlauf überzeugten Michael Olise, Ousmane Dembélé und Mbappé als «drei potenzielle Weltfussballer». Deschamps, der zum 25. Mal an der Seitenlinie einer WM-Endrunde stand und damit mit Helmut Schön als Rekordtrainer gleichzog, kündigte an, nach der WM aus dem Amt zu scheiden. «Sie haben eine grossartige Zukunft vor sich», sagte er mit Blick auf Marokko.
Marokkos Scheitern nach 34 ungeschlagenen Spielen
Mbappé betonte nach dem Spiel: «Mein Knöchel hat ein wenig geschmerzt, aber es geht. Wir haben das Halbfinale erreicht, aber der Weg ist noch lang. Die Gegner werden jetzt noch härter. Solange wir nicht gewonnen haben, ist das Ziel nicht erreicht. Aber wir sind bereit für alles, was noch kommt.» Frankreich steuerte damit problemlos in Richtung achten Pflichtspielsieg in Folge und baute seine Rolle als Titelfavorit weiter aus.
Neben dem sportlichen Geschehen hatte das Spiel auch sicherheitspolitische Implikationen: Das französische Innenministerium hatte im Vorfeld alle Sicherheitskräfte mobilisiert und mit Polizei und Gendarmerie koordiniert, um Ausschreitungen rund um das Duell zu verhindern. Auch in Düsseldorf, wo die Ellerstraße im Maghreb-Quartier als Treffpunkt marokkanischer Fans gilt, blieb es laut Berichten weitgehend ruhig.
Beim Stand von 18:1 Schüssen für «Les Bleus» zur Pause und 13:0 Torschüssen war das Geschehen statistisch eindeutig. Marokko verzeichnete keinen einzigen Schuss aufs Tor in den ersten 45 Minuten. Die Gelben Karten blieben ohne Folgen: Nur Diop sah eine Verwarnung, Frankreich blieb komplett ohne Karteneinsatz. Schiedsrichter Tello und das VAR-Team um Tatiana Guzman aus Nicaragua standen nach der VAR-Entscheidung zum Elfmeter in der Kritik, überstanden den Abend aber ohne weitere Eingriffe.
Fragen & Antworten
Wie hat Frankreich das Viertelfinale gegen Marokko entschieden?
Frankreich gewann am 10. Juli 2026 im Foxborough-Stadion bei Boston mit 2:0 (0:0) gegen Marokko; die Tore erzielten Kylian Mbappé (60.) und Ousmane Dembélé (66.).
Wer war der beste Spieler auf Seiten Marokkos?
Torhüter Yassine Bounou, genannt Bono, hielt einen Elfmeter von Mbappé und parierte mehrere Großchancen; erst beim 2:0 durch Dembélé war er machtlos.
Auf wen trifft Frankreich im Halbfinale?
Frankreich spielt am Dienstag (21.00 Uhr MESZ) in Dallas gegen den Sieger der Partie Spanien gegen Belgien, die am Samstag in Inglewood bei Los Angeles stattfindet.
Frankreich – Marokko 2:0: Mbappé und Dembélé schießen | sportnachrichten