WM-Viertelfinal-Auftakt in Boston: Frankreich trifft auf Marokko
Boston, 09. Juli 2026
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Kurzfassung
Frankreich und Marokko eröffnen am Donnerstagabend (22 Uhr, live ORF) in Boston die Viertelfinal-Runde der Fußball-WM 2026. Es ist die Neuauflage des Halbfinales von 2022, das die Franzosen damals für sich entschieden.
Frankreich und Marokko stehen sich am Donnerstag um 22 Uhr in Boston zum ersten Viertelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 gegenüber, bei dem der Finalist und der Halbfinalist der WM 2022 aufeinandertreffen.
Das Duell der "Löwen vom Atlas" mit dem Topfavoriten aus Frankreich ist die Neuauflage des Halbfinales von Katar 2022. Damals gewannen die Franzosen. Vier Jahre später geht es für Marokko darum, erneut Geschichte zu schreiben: Die Nordafrikaner waren 2022 das erste afrikanische Team überhaupt, das ein WM-Halbfinale erreichte, und wollen nun "auf dem Weg zum Titel-Traum" – so der Originalton – den nächsten Schritt machen.
Frankreich reist mit breiter Brust nach Boston. Fünf Siege, 14:2 Tore – so liest sich die Bilanz des Teams von Didier Deschamps bei diesem Turnier bislang. Die Équipe Tricolore wird in den Vorschauen als "Topfavorit" gehandelt. Trotz der eindrucksvollen Statistik sieht der Trainer Nachholbedarf: "Wir sind effizient, aber wir könnten in dieser Hinsicht noch besser sein", sagte der Coach vor dem Viertelfinal-Auftakt. Auch Teamchefassistent Guy Stephan forderte trotz der 14 geschossenen Tore mehr Effizienz ein.
Frankreich vs. Marokko: WM-Viertelfinale 2026 in Boston | sportnachrichten
Frankreichs Bilanz: Fünf Siege, 14:2 Tore
Die Franzosen hatten sich im Achtelfinale gegen Paraguay mit 1:0 durchgesetzt, gegen die "Deutschland-Bezwinger" lief die Partie allerdings über weite Strecken harzig. "Viele Nickligkeiten, viel Hektik: Frankreich quält sich gegen Paraguay-Bollwerk", bilanzierte die Berichterstattung. Stephan wertete den mühsamen Erfolg dennoch positiv: "Ich denke, dass es für uns wertvoll war, ein solches Spiel zu bestreiten, denn es liefert Antworten darauf, wozu die Spieler angesichts einer solchen Herausforderung fähig sind", zog er viel Positives aus dem 1:0-Erfolg. Der Sieg habe gezeigt, dass die Mannschaft "auch mit unbequemen Gegnern fertig" werde.
Marokko geht als regierender Afrikameister und WM-Halbfinalist von 2022 in die Partie. "Mit Marokko, dem regierenden Afrikameister und WM-Halbfinalisten von 2022, wartet nun ein anderes, spielstarkes Kaliber" als Paraguay, heißt es in der Vorschau. Das Team von Trainer Mohamed Ouahbi hatte im Achtelfinale Kanada ausgeschaltet – in einem Spiel, in dem ein Gelb-Rekord aufgestellt wurde. Vier Jahre vor der Heim-WM 2030 wollen die "Löwen vom Atlas" weiter Geschichte schreiben. Erst im März war Ouahbi kurzfristig befördert worden, nachdem er Marokko im Vorjahr zum Titel bei der U20-WM geführt hatte. Der 49-Jährige steht damit vor seinem ersten großen Härtetest als Cheftrainer einer A-Nationalmannschaft bei einer Endrunde.
Marokkos Aufstieg und Ouahbis Härtetest
Im Kader Marokkos sticht ein Name besonders hervor: Bouaddi. Der 18-Jährige wechselte erst im Mai vom französischen Verband in die Heimat-Föderation seiner Eltern – nachdem er zuvor die Nachwuchsmannschaften Frankreichs durchlaufen und zuletzt als Kapitän der U21 fungiert hatte. "Selbst für Frankreich, das unzählige Talente hat, gilt der Teenager von OSC Lille mit einem Marktwert von 50 Millionen Euro als eines der ganz großen Talente", heißt es in der Vorschau. Erst Mitte Mai habe sich Bouaddi für das Heimatland seiner Eltern entschieden.
Bei Frankreich führt kein Weg an Kapitän Kylian Mbappé vorbei. "Und einer geht bei diesem Starensemble voran: der 27-jährige Kapitän Kylian Mbappé", schreibt die Vorschau. Die Équipe Tricolore verfügt über das wohl prominenteste Angriffs-Trio des Turniers mit Mbappé, Ousmane Dembélé und Désiré Doué, die jeweils in verschiedenen Klubligen spielen und ihre Flexibilität und Klasse schon unter Beweis gestellt haben. Mbappé gelte, "spätestens 2030" werde er "die Messi-Nachfolge antreten, er wird noch zwei, drei Endrunden aufspielen".
Mbappé führt, Tchouaméni fraglich
Frankreich plagen allerdings Personalsorgen. Offen ist, ob der gegen Paraguay verletzte Mittelfeldspieler Aurélien Tchouaméni einsatzbereit ist. Anpfiff ist am 09.07.2026 um 22:00 Uhr in Boston, das Spiel wird in Österreich live im ORF übertragen. Schiedsrichter der Partie ist Tello aus Argentinien. Mögliche Aufstellungen: Frankreich mit Maignan – Koundé, Upamecano, Saliba, Digne – Koné, Rabiot – Dembélé, Olise, Barcola – Mbappé; Marokko mit Bono – Hakimi, Diop, Riad, Mazraoui – Bouaddi, El Aynaoui – Diaz, Ounahi, El Khannouss – Rahimi.
Frankreich – Marokko im Viertelfinale – das WM-Viertelfinale beginnt mit einem Topduell. Schon vor dem Anpfiff ist die politische und gesellschaftliche Brisanz des Spiels spürbar: In Frankreich leben rund zwei Millionen Marokkaner und Menschen mit marokkanischen Wurzeln, knapp hinter den Algerierinnen und Algeriern sind sie die zweitgrößte Einwanderergruppe. Die Partie wird daher nicht nur sportlich, sondern auch gesellschaftlich mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.
Gesellschaftliche Brisanz in Frankreich
Über Marokko als Gegner sagt Guy Stephan: "Es ist eine gut organisierte, gut strukturierte Mannschaft, eine Mannschaft mit einer gewissen Stabilität und vor allem eine Mannschaft, die im Umschaltspiel sehr stark ist und viele Tore erzielt hat." Und weiter: "Sie haben auch individuelle Stärken." Die Vorschau spricht vom "ersten echten Härtetest" für die Nordafrikaner auf dem Weg zum Titel-Traum.
Die WM 2026 läuft unterdessen auf Hochtouren. Während in Boston das erste Viertelfinale steigt, haben sich parallel weitere Teams für die Runde der letzten Acht qualifiziert. Brasilien setzte sich gegen Norwegen durch, wobei ein Doppelpack die Partie entschied. Algerien und Österreich lieferten sich eine wahnsinnige Schlussphase mit zwei Toren in der Nachspielzeit. Belgien und Senegal boten in Seattle ein 130-Minuten-Drama mit verrücktem Comeback. Bosnien spielte gegen die USA lange in Überzahl, traf durch Balogun – der danach vom Platz flog. Portugal besiegte Spanien durch einen Joker in der Nachspielzeit, und Argentinien um Lionel Messi brillierte weiter: Der Kapitän erzielte ein traumhaftes Tor gegen Kap Verde und brach erneut Rekorde.
Parallel liefen die übrigen Achtelfinals
Doch der Blick der Fußball-Welt richtet sich am Donnerstagabend vor allem nach Boston. "In Boston eröffnen der Finalist und der Halbfinalist von 2022 die Viertelfinals der Fussball-WM", heißt es in der offiziellen Ankündigung. Der Sieger dieser Partie trifft im Halbfinale auf den Gewinner des anderen Viertelfinales – und bleibt damit im Rennen um den Titel.
Für die Franzosen geht es darum, den vierten Stern aufs Trikot zu holen. Für Marokko geht es um mehr als nur um eine sportliche Chance: Es geht um die Fortsetzung einer Geschichte, die 2022 in Katar begann und die afrikanische Fußball-Geschichte nachhaltig verändert hat. "Verfolgen Sie hier das Spiel live" und "Verfolgen Sie die Partie im Live-Ticker (ab 22 Uhr)" – die Vorfreude ist spürbar.
Ausblick: Was steht auf dem Spiel?
Eines ist sicher: In Boston wartet auf beide Teams ein brisantes Duell. Die Bühne ist bereitet, die Mannschaften sind es auch. Nun muss der Ball rollen – pünktlich um 22 Uhr mitteleuropäischer Zeit.
Diese Nachricht wurde am 09.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
Fragen & Antworten
Wer steht im Kader Frankreichs für das Viertelfinale gegen Marokko?
Frankreich könnte mit Maignan im Tor sowie Koundé, Upamecano, Saliba und Digne in der Abwehr beginnen; im Mittelfeld sind Koné und Rabiot vorgesehen, davor Dembélé, Olise und Barcola, im Angriff Kapitän Mbappé. Ob der verletzte Tchouaméni spielen kann, war vor dem Spiel offen.
Wie kam Marokko ins Viertelfinale der WM 2026?
Marokko, regierender Afrikameister und WM-Halbfinalist von 2022, setzte sich im Achtelfinale gegen Kanada durch – in einer Partie, in der ein Gelb-Karten-Rekord aufgestellt wurde. Das Team wird vom 49-jährigen Mohamed Ouahbi trainiert, der im März kurzfristig befördert worden war.
Warum ist das Duell Frankreich gegen Marokko auch außerhalb des Sports brisant?
In Frankreich leben rund zwei Millionen Marokkaner und Menschen mit marokkanischen Wurzeln, womit sie nach den Algerierinnen und Algeriern die zweitgrößte Einwanderergruppe des Landes stellen. Das Viertelfinale weckt daher über den Sport hinaus gesellschaftliche Aufmerksamkeit.