Jan-Lennard Struff aus Warstein hat durch den verletzungsbedingten Abbruch von Hubert Hurkacz erstmals in seiner Karriere das Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers erreicht und trifft am Dienstag in Wimbledon auf den Weltranglistenersten Jannik Sinner.

Der 36-Jährige aus dem sauerländischen Warstein nutzte am Sonntag die Gunst der Stunde im Achtelfinale des Rasenklassikers: Beim Stand von 3:6, 6:7 (5:7), 7:6 (7:2), 7:5, 4:2 musste der polnische Gegner Hurkacz wegen Bauchmuskelproblemen aufgeben. Zuvor hatte sich Hurkacz bereits am Rücken behandeln lassen. Struff, der im vergangenen Jahr das Münchner Turnier gewann, steht damit vor einer historischen Partie: Er ist der älteste Tennisspieler der Profi-Ära, der erstmals ein Viertelfinale eines Grand Slams erreichte.

Schon der Weg dorthin war für den 1,93 Meter großen Aufschlagriesen, dessen Service immer wieder mit über 200 km/h gemessen wurde, ein steiniger. In der ersten Runde lag Struff gegen Sebastian Baez im fünften Satz mit einem Break zurück, kämpfte sich aber zurück. Auch in der zweiten Runde lag er gegen Brandon Nakashima 5:4 im fünften Satz zurück, als dieser zum Aufschlag antrat – und drehte die Partie noch. „In den ersten beiden Runden stemmte sich der Außenseiter im fünften Satz gegen Rückstände“, heißt es dazu.