Der Weltranglistenerste Jannik Sinner hat am Montag in Wimbledon die erste Runde gegen den Serben Miomir Kecmanovic nach fünf Sätzen gewonnen und ist damit in die zweite Runde des Turniers eingezogen.

Verlauf des Matches

Im Match gegen die Nummer 50 der Welt musste der 24-jährige Südtiroler Italiener Jannik Sinner einen Rückstand von zwei Sätzen aufholen. Am Ende setzte er sich mit 4:6, 6:3, 6:7 (6:8), 6:2, 6:3 durch. Die Partie auf dem Centre Court dauerte 3 Stunden und 30 Minuten.

Sinner startete nervös in die Begegnung und lag nach dem ersten Satz mit 4:6 zurück. Bei einer eigenen 4:4-Führung im ersten Satz unterliefen ihm beim Stand von 40:0 fünf aufeinanderfolgende Fehler, darunter zwei Doppelfehler, sodass er seinen Aufschlag abgeben musste.

Der Schreckmoment im dritten Satz

Im zweiten Satz kämpfte sich der Weltranglistenerste zurück und glich mit 6:3 aus. Der dritte Durchgang entwickelte sich zum Zitterakt: Sinner führte im Tiebreak bereits 3:0, vergab jedoch einen Satzball und musste den Satz mit 6:8 abgeben.

Zudem musste Sinner einen Schreckmoment auf dem Rasen überstehen. Beim Stand von 2:2 im dritten Satz rutschte er auf dem Rasen aus, fiel auf die Knie und hielt sich anschließend die Hüfte. Der Vorjahreschampion konnte jedoch weiterspielen und verzichtete auf eine Behandlungspause. „Nein, nein, mir geht es gut“, beschwichtigte er.

Im vierten Satz drehte der Italiener das Match: Er breakte den Serben früh, führte 4:2 und brachte den Durchgang mit 6:2 nach Hause. Damit erzwang er den entscheidenden fünften Satz.

Der entscheidende fünfte Satz

Im fünften Satz zeigte Sinner seine Klasse auf eigenem Aufschlag. Er gab in diesem Durchgang nur drei Punkte ab und nutzte im sechsten Game seine erste Breakchance zur 4:2-Führung. Mit 6:3 entschied er die Partie für sich.

„Ich bin sehr glücklich, dass ich es gedreht habe. Der dritte Satz war schwer zu verdauen“, sagte Sinner im Siegerinterview. Mit dem Sieg baute er seine Bilanz in Fünf-Satz-Matches bei Grand-Slam-Turnieren auf 7:12 aus.

Comeback nach dem Paris-Debakel

Der Erfolg war auch deshalb bemerkenswert, weil der Italiener seit seiner Erstrunden-Niederlage bei den French Open kein offizielles ATP-Turnier auf Rasen bestritten hatte. In Paris war er bei großer Hitze körperlich eingebrochen und nach einer 2:0-Satzführung und einem 5:1 im dritten Satz in der zweiten Runde gegen den Argentinier Juan Manuel Cerundolo ausgeschieden.

„Es sehe schlimmer aus, als es ist“, sagte Sinner mit Blick auf eine rötliche Verfärbung, die während der Partie an seinem Schuh zu sehen war. Er selbst spielte die Bedeutung des Flecks herunter.

In der zweiten Runde trifft der topgesetzte Wimbledon-Favorit am Mittwoch auf den Portugiesen Nuno Borges, der in der ersten Runde den US-Amerikaner Tristan Boyer in drei Sätzen besiegte. Borges wird auf Platz 48 der Weltrangliste geführt.

Ausblick: Nuno Borges am Mittwoch

Unter den Zuschauern auf dem Centre Court befand sich auch der englische Fußballstar David Beckham, der das Fünf-Satz-Drama live verfolgte.

Weitere Ausfälle unter den Gesetzten

Auch anderegesetzte Spieler mussten in Wimbledon bereits in der ersten Runde die Segel streichen. Die Nummern 11, 12 und 14 des Turniers schieden aus: der Norweger Casper Ruud, der Russe Andrej Rublew nach einem knapp vierstündigen Marathon gegen Landsmann Roman Safiullin (6:7 im fünften) sowie der Italiener Luciano Darderi.

Für Sinner war es sein erstes offizielles Match auf der ATP-Tour nach 32 Tagen seit dem bitteren Aus bei den French Open. Sein Comeback auf Rasen verlief zwar holprig, am Ende aber erfolgreich.

Schon bei den Australian Open 2024 hatte Sinner gezeigt, dass er Fünf-Satz-Matches drehen kann. Damals lag er im Finale gegen Daniil Medvedev bereits 0:2 nach Sätzen zurück, ehe er seinen ersten Grand-Slam-Titel holte.

Mit dem Auftaktsieg ist der Italiener der größten Sorge um ein erneutes frühes Aus nach dem Paris-Debakel zunächst entgangen. Die nächste Aufgabe gegen Borges wartet nun am Mittwoch in London.