Tour de France: Pogačar fordert frühere Etappenstarts gegen | sportnachrichten
Pogačar fordert radikale Kalenderreform und frühere Etappenstarts gegen Hitzebelastung bei der Tour de France
Ussel, 14. Juli 2026
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Kurzfassung
Radstar Tadej Pogačar hat nach der neunten Etappe der Tour de France im Zentralmassiv eine umfassende Umgestaltung des Radsportkalenders gefordert. Angesichts Temperaturen um die 40 Grad schlug er Etappenstarts um 8.00 oder 9.00 Uhr morgens vor und kritisierte, dass heiße Rennen im Juli und August stattfänden.
Der slowenische Radstar Tadej Pogačar hat nach der neunten Etappe der Tour de France in Ussel eine radikale Umgestaltung des Radsportkalenders sowie deutlich frühere Etappenstarts gefordert, um die zunehmende Hitzebelastung für die Fahrer zu verringern.
Hitzewelle erzwingt Streckenverkürzung
Die Organisatoren der Tour de France hatten am Vortag eine Etappe im Zentralmassiv wegen der anhaltenden Hitzewelle in Frankreich um 30 Kilometer verkürzt. Wie aus übereinstimmenden Medienberichten hervorgeht, herrschten an dem verkürzten Teilstück Temperaturen um die 40 Grad. Das Teilstück im Zentralmassiv war wegen der anhaltenden Hitzewelle in Frankreich mit Temperaturen um die 40 Grad von den Organisatoren um 30 Kilometer verkürzt worden.
Schon seit dem Start der Tour de France war es dem Vernehmen nach sehr heiß. Diese Witterungsbedingungen führten laut den Berichten zu Diskussionen über mögliche Gegenmaßnahmen, etwa frühere Starts am Morgen.
Pogačars Forderung: Starts um 8.00 oder 9.00 Uhr
Nach dem Rennen in Ussel meldete sich Pogačar mit ungewöhnlich deutlichen Worten zu Wort. Pogačar schlug Etappenstarts um 8.00 oder 9.00 Uhr vor – oder sogar noch früher. Man muss um 8.00 oder 9.00 Uhr starten, oder sogar noch früher.
Gleichzeitig zeigte sich der Slowene Verständnis für die organisatorischen Widerstände. Er verwies auf einen Vorschlag vom Vortag, die Etappen erst um 10.00 Uhr zu starten, und wies diesen als unzureichend zurück. Gestern gab es einen Vorschlag, um 10.00 Uhr zu starten, aber das ändert nichts, denn dann kommt man immer noch in der Hitze ins Ziel.
Seine Begründung für radikale Änderungen fällt deutlich aus. Wenn er die Macht hätte, würde er den gesamten Radsportkalender umstellen und im Juli sowie August nicht an heißen Orten fahren. Wenn ich die Macht hätte, würde ich den gesamten Kalender umstellen und im Juli und August nicht an heißen Orten fahren.
Kalenderreform statt punktueller Anpassungen
Dabei räumte Pogačar offen ein, dass ihm als Aktiver keine Entscheidungsgewalt über Terminplanungen zukommt. Er würde einen völlig anderen Kalender aufstellen, aber das liege nicht in seiner Macht.
Pogačar sprach sich zudem für eine grundsätzliche Verlagerung in die frühen Morgenstunden aus. Das frühe Aufstehen bezeichnete er als unangenehm, verwies aber auf die Anpassungsfähigkeit des menschlichen Körpers. Das ist zwar ein bisschen beschissen, aber ich glaube, der Körper kann sich daran gewöhnen, um 5.00 Uhr morgens aufzustehen und um 8.00 Uhr eine Etappe zu fahren.
Seinen Worten zufolge könnte ein früherer Start erst der Anfang weitergehender Anpassungen sein. Vielleicht besteht der nächste Schritt darin, die Etappen früher zu starten.
Teams stellen sich auf die Temperaturen ein
Insgesamt habe die Teams und die Fahrer sich aber nach Einschätzung von Pogačar gut auf die extremen Temperaturen eingestellt. Insgesamt hätten sich die Teams aber gut auf die Temperaturen eingestellt.
Die neunte Etappe fand in der Region Zentralmassiv statt, in deren Verlauf die Organisatoren den Streckenverlauf aus Sicherheitsgründen verkürzt hatten. Mit Blick auf die laufenden Wetterbedingungen hatte die Veranstalterorganisation organisatorische Anpassungen vorgenommen, um die Fahrer vor den schlimmsten Auswirkungen der Hitzewelle zu schützen.
Breitere Debatte über Klimawandel im Radsport
Pogačars Aussagen fallen in eine breitere Debatte darüber, wie der Profiradsport mit den Folgen des Klimawandels umgehen sollte. Extremtemperaturen bei Eintagesrennen und großen Landesrundfahrten sind in den vergangenen Jahren wiederholt zum Thema geworden und haben bereits zu Streckenänderungen, verkürzten Etappen oder zusätzlichen Schutzmaßnahmen für die Athleten geführt.
Der slowenische Ausnahmesportler ist seit Jahren eine prägende Figur im internationalen Radsport und nutzt seine mediale Reichweite zunehmend auch für strukturelle Kritik. Mit seinen Forderungen sprach er sich für eine Anpassung des gesamten Radsportkalenders aus, der nach seiner Einschätzung die klimatischen Realitäten des Sommers bislang ignoriert.
Über die Frage, wie eine solche Reform konkret umgesetzt werden könnte, äußerte sich Pogačar nicht im Detail. Es bleibt offen, ob die Veranstalter und der Weltverband UCI seine Anregungen aufgreifen werden – die Tonlage seiner Aussagen lässt jedoch erkennen, dass er Veränderungen für dringend geboten hält.
Ausblick: Kommt die Reform des Rennkalenders?
Klar ist, dass die Diskussion über Hitzeschutz und Kalenderreform mit den Worten des Slowenen neuen Auftrieb erhält. Für die kommenden Etappen der laufenden Tour de France sowie für künftige Rennveranstalter dürfte das Thema der Startzeiten weiter auf der Tagesordnung stehen.
Die Organisatoren der Tour sehen sich angesichts steigender Sommertemperaturen zunehmend gezwungen, traditionelle Abläufe zu überdenken. Welche Maßnahmen am Ende greifen werden, hängt nicht zuletzt davon ab, ob die Sportfunktionäre die Vorschläge prominenter Fahrer wie Pogačar aufnehmen.
Fragen & Antworten
Was hat Tadej Pogačar nach der neunten Etappe konkret gefordert?
Der slowenische Radstar sprach sich für deutlich frühere Etappenstarts um 8.00 oder 9.00 Uhr morgens und langfristig für eine Umgestaltung des gesamten Radsportkalenders aus, um Rennen in besonders heißen Regionen im Juli und August zu vermeiden.
Warum wurde die Etappe im Zentralmassiv um 30 Kilometer verkürzt?
Die Organisatoren reagierten mit der Verkürzung auf die anhaltende Hitzewelle in Frankreich mit Temperaturen um die 40 Grad, um die Fahrer vor den extremen Bedingungen zu schützen.
Liegt die Entscheidung über einen neuen Rennkalender bei Pogačar?
Nein, Pogačar räumte selbst ein, dass eine solche Reform nicht in seiner Macht liege; Zuständig wären Veranstalter und der Weltverband.