Van der Poel gewinnt verkürzte Hitzetappe der Tour de France im Zentralmassiv
Ussel, 12. Juli 2026
Didier Descouens / Wikimedia Commons / Public domain
Kurzfassung
Mathieu van der Poel hat die wegen extremer Hitze um rund 30 Kilometer verkürzte 9. Etappe der 113. Tour de France zwischen Malemort und Ussel im Sprint einer vierköpfigen Ausreißergruppe gewonnen. Der Niederländer verwies den Norweger Tobias Halland Johannessen und den Briten Tom Pidcock auf die Plätze zwei und drei; Tadej Pogačar verteidigte das Gelbe Trikot erfolgreich.
Mathieu van der Poel hat am Sonntag die wegen extremer Hitze um rund 30 Kilometer verkürzte 9. Etappe der 113. Tour de France zwischen Malemort und Ussel im Sprint einer vierköpfigen Ausreißergruppe gewonnen.
Der Niederländer vom belgischen Team Alpecin-PremierTech setzte sich auf der leicht ansteigenden Zielgeraden gegen den Norweger Tobias Johannessen (Uno-X) und den Briten Tom Pidcock (Pinarello-Q36.5) durch. Für den 31-jährigen Niederländer, der früherer Weltmeister ist, war es der insgesamt dritte Etappensieg bei einer Frankreich-Rundfahrt, nachdem er bereits 2025 und 2021 ein Teilstück gewonnen hatte. Insgesamt zählte der Erfolg in Ussel als sein 61. Profisieg.
Hitzetektor und Etappenrekord
Die Etappe war ursprünglich in einer Länge von 185,5 km geplant gewesen, wurde aber wegen der grossen Hitze verkürzte 9. Etappe auf 154,6 km verkürzt. Die 9. Etappe zwischen Malemort und Ussel war wegen extremer Hitze um 30 km auf 155,5 km verkürzt worden. Der Start im Département Corrèze, für das Météo France die rote Alarmstufe ausgerufen hat, erfolgte bei Temperaturen von rund 38 Grad Celsius im Schatten, örtlich wurden sogar annähernd 40 Grad gemessen. Es ist das erste Mal in der langen Geschichte der Tour de France, dass eine Etappe wegen zu hoher Temperaturen gekürzt wurde.
Die Verkürzung war von den Organisatoren nach Gesprächen mit Behörden und Teams beschlossen worden. Vor dem Start waren Gelb-Träger Tadej Pogačar und sein Rivale Jonas Vingegaard mit Sonnenschirmen vor der brennenden Sonne abgeschirmt worden, viele Fahrer trugen Kühlwesten oder stopften sich Eis in die Trikots. Die Fahrergewerkschaft CPA hatte vor dem Etappenstart in einem Schreiben gefordert, die Startzeiten von Sommer-Rennen anzupassen, um die Gesundheit der Athleten zu schützen.
Ausreißer prägen das Renngeschehen
Der Rennverlauf war von einer Reihe von Ausreißerversuchen geprägt. Marc Hirschi vom Tudor-Team setzte sich im Verbund mit anderen Fahrern ab und fuhr eine Weile in der Spitzengruppe, 66 Kilometer vor dem Ziel wurde der Berner dann wieder vom Feld geschluckt. Marc Hirschi, der sich ebenfalls an einem Ausreissversuch beteiligt hatte, schaffte es am Ende mit den Favoriten ins Ziel. Im ersten Feld mit den Tour-Favoriten um Pogacar, Vingegaard und Co. hielten sich auch Yannis Voisard und Marc Hirschi.
Nach rund 60 Kilometern setzten sich 16 Fahrer vom Feld ab, am Anstieg zum Suc au May formierte sich eine achtköpfige Spitzengruppe. Sie sprengten die achtköpfige Spitzengruppe, als der Rückstand auf 30 Sekunden schmolz, griffen vorne Mathieu van der Poel, Tom Pidcock, Tobias Johannessen und Alex Baudin nochmals an. Etwa 24 Kilometer vor dem Ziel attackierte van der Poel an der letzten kategorisierten Bergwertung, 15 Kilometer vor dem Ziel hatte sich die Vierergruppe endgültig vom Rest der Ausreißer abgesetzt.
Vierergruppe entscheidet den Sprint
Im Feld versuchte auch das Team Emirates von Leader Tadej Pogacar, im Feld die Lücke zur Fluchtgruppe zu schliessen. Das Feld kam zum Schluss noch bis auf sechs Sekunden an die Ausreisser heran. Die Ausreißer schaffte es auf den letzten Drücker vor dem heranrauschenden Feld ins Ziel in Ussel. Pidcock hatte unterwegs kurz ein Materialproblem, konnte aber wieder zur Gruppe aufschließen.
Die Route durch das Zentralmassiv rund 3000 Höhenmeter auf, der letzte Anstieg war 700 Meter lang. Die erste Rennstunde wurde mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von mehr als 49 km/h gefahren. Die Etappe umfasste vier kategorisierte Bergwertungen, wobei der härteste Teil nicht aus dem Programm gestrichen wurde.
Pogačar verteidigt das Gelbe Trikot
Im Gesamtklassement verteidigte Tadej Pogacar (UAE Team Emirates XRG) verteidigte sein Trikot als Gesamtführender erfolgreich. Der Slowene belegte auf der Etappe Rang elf, sechs Sekunden hinter van der Poel. Sein Vorsprung auf den Dänen Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) aus Dänemark blieb unverändert bei 2:42 Minuten. Dritter im Gesamtklassement ist Pogačars Teamkollege Isaac del Toro aus Mexiko mit 3:27 Minuten Rückstand, gefolgt vom Belgier Remco Evenepoel (+3:30) und dem Spanier Juan Ayuso (+3:34). Der deutsche Fahrer Florian Lipowitz belegt mit 4:00 Minuten Rückstand Rang sieben, der Österreicher Felix Großschartner liegt mit 44:29 Minuten auf Platz 38, der zweite Österreicher Marco Haller mit 2:18:51 Stunden auf Rang 131.
Tour-Direktor Christian Prudhomme sagte im Ziel: „Es ist eine harte Etappe“. Dem Bericht zufolge habe Pogačar den Organisatoren für die Entscheidung zur Verkürzung gedankt. John Degenkolb sagte im ARD-Interview: „Jede Minute, die man sich spart bei dieser brütenden Hitze, hier Höchstleistungen zu bringen, das ist angenehmer. Ist schon eine große Herausforderung bei den Temperaturen.“ Felix Engelhardt ergänzte: „Auf der anderen Seite: 13.30 Uhr Start ist jetzt nicht so hilfreich, da fährt man trotzdem in den heißesten Stunden des Tages. Da muss man sich langfristig noch eine andere Lösung überlegen.“
Stimmen der Fahrer
Florian Lipowitz sagte im ARD-Interview: „Es war von Anfang an ein richtig hartes Rennen, ein super harter Tag. Ich freue mich, dass morgen der Ruhetag kommt.“ Lipowitz und sein Co-Kapitän Remco Evenepoel kamen zeitgleich mit den anderen Favoriten ins Ziel. Lipowitz sagte weiter: „Es war einfach ein super harter Tag. Da kann man keinem einen Vorwurf machen. Jeder ist super gefahren, das ganze Team hat schon die ganze Woche einen super Job gemacht. Wir haben uns vorne gut verstanden.“
Van der Poel selbst blickte nach dem Rennen auf den Tourstart zurück: „Der Start der Tour war nicht so großartig für unser Team. Aber ich denke, wir sind wie immer ruhig geblieben. Wir haben eine tolle Gruppe und glauben daran, dass wir es drehen können.“ Der Niederländer, der mit seiner Freundin Nachwuchs erwartet, riss den Schlusssprint auf der ansteigenden Zielgeraden an und setzte sich aus einer Vierergruppe im Sprint auf der leicht ansteigenden Zielgeraden durch.
Ausblick auf die 10. Etappe
Am Montag steht für die Fahrer ein Ruhetag an. Am Montag dürfen die Radprofis erstmal durchschnaufen, der erste von 2 Ruhetagen an der Frankreich-Rundfahrt steht an. Am Dienstag, dem französischen Nationalfeiertag, steht die 10. Etappe auf dem Programm. Von Aurillac nach Le Lioran (166,6 km) stehen satte 3800 Höhenmeter und 7 klassifizierte Bergwertungen auf dem Programm, darunter zwei Anstiege der ersten Kategorie. Die Etappe endet mit einer kurzen Schlusssteigung in Le Lioran auf 1240 Metern Höhe im Zentralmassiv.
Die 113. Tour de France war am 4. Juli gestartet worden und umfasst insgesamt 21 Etappen. Mit dem Etappensieg in Ussel baute van der Poel seine Sammlung an Profisiegen auf 61 aus.
Fragen & Antworten
Wer hat die 9. Etappe der Tour de France 2026 gewonnen?
Mathieu van der Poel gewann die 9. Etappe der 113. Tour de France zwischen Malemort und Ussel im Sprint einer vierköpfigen Ausreißergruppe. Es war sein dritter Tour-Etappensieg nach 2021 und 2025.
Warum wurde die 9. Etappe verkürzt?
Die Etappe wurde wegen extremer Hitze um rund 30 Kilometer von ursprünglich 185,5 km auf 154,6 km verkürzt. Im Département Corrèze galt die rote Hitzewarnstufe von Météo France, die Temperaturen erreichten im Schatten rund 38 Grad Celsius.
Wie sieht das Gesamtklassement nach der 9. Etappe aus?
Tadej Pogačar führt die Gesamtwertung weiterhin an, sein Vorsprung auf Jonas Vingegaard beträgt unverändert 2:42 Minuten. Dritter ist Isaac del Toro mit 3:27 Minuten Rückstand, Florian Lipowitz belegt Rang sieben.
Van der Poel siegt auf verkürzter Tour-Etappe im | sportnachrichten