Tadej Pogacar krönt sich zum fünften Tour-de-France-Sieger und zieht mit den Radsport-Legenden gleich
Paris, 26. Juli 2026
Petar Milošević / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Kurzfassung
Tadej Pogacar hat die 113. Tour de France gewonnen und damit seinen fünften Gesamtsieg gefeiert. Der 27-jährige Slowene schrieb Geschichte, indem er mit Rekordfahrern wie Eddy Merckx, Miguel Indurain, Jacques Anquetil und Bernard Hinault gleichzog.
Tadej Pogacar hat am 26. Juli 2026 in Paris die 113. Tour de France gewonnen und seinen fünften Gesamtsieg eingefahren, womit er mit den Radlegenden Eddy Merckx, Miguel Indurain, Jacques Anquetil und Bernard Hinault gleichzog.
Verkürzte Schlussetappe wegen Waldbränden
Der slowenische Radprofi Tadej Pogacar hat in Paris die 113. Tour de France für sich entschieden. Der 27-Jährige fuhr zum dritten Mal in Serie im Gelben Trikot über die Champs-Élysées und feierte damit seinen insgesamt fünften Gesamtsieg nach 2020, 2021, 2024 und 2025. Mit diesem Er zog der Fahrer des Teams UAE Team Emirates mit den vier größten Tour-Rekordhaltern gleich: dem Belgier Eddy Merckx, dem Spanier Miguel Indurain sowie den Franzosen Jacques Anquetil und Bernard Hinault.
Bereits am Samstag hatte das französische Innenministerium entschieden, einen Teil der ursprünglich für die Absicherung der Schlussetappe eingeplanten Sicherheitskräfte abzuziehen. Die Einheiten sollen stattdessen die Einsatzkräfte in den von den Bränden betroffenen Regionen Frankreichs unterstützen. Wegen der heftigen Waldbrände bei Bordeaux wurde die 21. Etappe zudem von geplanten 133 auf 89 Kilometer verkürzt und später gestartet. Sie fand ausschließlich in Paris statt, die Fahrer absolvierten zwei zusätzliche Runden auf den Champs-Élysées, bevor sie zum Rundkurs am Montmartre fuhren.
Spitzengruppe auf den Montmartre-Anstiegen
Das letzte Teilstück der Tour war von geplanten 133 km auf 89 km verkürzt worden. Die Schlussetappe ... wurde wegen der heftigen Waldbrände bei Bordeaux ... reduziert. Das Innenministerium zog Sicherheitskräfte ab, um die Feuerwehr in den Brandgebieten zu verstärken.
Auf dem Parcours mit drei Anstiegen in Montmartre formierte sich früh eine hochkarätige Spitzengruppe. Auf dem zweiten der drei Anstiege zum Sacré-Cœur de Montmartre setzte sich Pogacar ab. Pogacars Antritt konnte zunächst nur Mathieu van der Poel folgen, später schlossen Remco Evenepoel und Mads Pedersen auf. Das Quartett – sämtliche vier Fahrer holten sich bereits den WM-Titel im Strassenrennen – dominierte das Geschehen.
Beim letzten Aufstieg setzten sich Pogacar und van der Poel im Beisein von tosenden Zuschauermassen erneut ab. Auf den letzten Metern musste Pogacar dann allerdings den Strapazen der vergangenen Wochen Tribut zollen. Rund 500 Meter vor dem Ziel ließ der Slowene van der Poel ziehen, der sich mit letzter Kraft gegen das jagende Feld behauptete. Vor Teamkollege Jasper Philipsen ging der prestigeträchtige Sieg an den Niederländer. Es war van der Poels vierter Tour-Etappensieg und sein erster auf der Champs-Élysées.
Vorentscheidung am Alpe d'Huez und Tourmalet
Dank einer virtuellen Ziellinie 48 km vor dem eigentlichen Finish stand der 5. Gesamtsieg des Slowenen bereits während des letzten Teilstücks fest. Der slowenische Rad-Profi gewann zum fünften Mal die Tour de France. Die 113. Tour de France ist fast Geschichte. Auf dem Podium standen neben dem Sieger der belgische Olympiasieger Remco Evenepoel als Zweiter sowie der mexikanische Neuling Isaac Del Toro, der bei seiner ersten Tour Dritter wurde.
Pogacar hatte die Rundfahrt bereits am Alpe d'Huez und am Col du Tourmalet praktisch entschieden. Pogacar gewinnt in der Folge auch Bergankünfte im Massif central und in den Vogesen, triumphiert in jedem der vier französischen Gebirge. Auf der Alpe d'Huez verbesserte er den Rekord von Marco Pantani aus dem Jahr 1995 um 1:24 Minuten und stellte mit 35:26 Minuten für die 13,8 Kilometer einen neuen Bestwert auf – mit einem Schnitt von mehr als 23 km/h, als er an der legendären Alpe d'Huez vor 600 000 Zuschauerinnen und Zuschauern 13 Kilometer vor dem Ziel attackierte.
Der Vorsprung auf den zweitplatzierten Evenepoel betrug am Ende 6:26 Minuten. Evenepoel schafft es zum zweiten Mal nach 2024 wieder aufs Podium der Tour de France. Den dritten Rang sicherte sich der 22-jährige Isaac Del Toro mit 9:42 Minuten Rückstand. Der 22-jährige Isaac Del Toro wird bei seiner ersten Tour-de-France-Teilnahme Dritter und gewinnt zudem das Weiße Trikot des besten Jungprofis unter 25 Jahren. Auch das Weiße Trikot für den besten Jungprofi unter 25 ging an Del Toro.
Vingegaards Aus und die Dopingdebatte
Von der virtuellen Ziellinie profitierte nicht zuletzt Isaac Del Toro. Der Gesamtdritte schaffte den Anschluss ans Feld nicht mehr und erreichte das Ziel mit grossem Rückstand. Evenepoel und Del Toro profitierten zudem vom schweren Sturz und der Aufgabe von Mitfavorit Jonas Vingegaard. Vingegaard, der Pogacar 2022 und 2023 bezwungen hatte, war auf der 15. Etappe nach einem nächtlichen Dopingtest gestürzt und hatte sich das Schlüsselbein gebrochen.
Pogacar selbst kritisierte die nächtlichen Dopingtests, die in Frankreich per Gerichtsbeschluss möglich geworden waren. Er kritisierte an dieser Tour die nächtliche Dopingkontrolle bei seinem grossen Rivalen Vingegaard. Auch Pogacar wurde während der Tourde France einem solchen nächtlichen Dopingtest unterzogen, was er ebenfalls ablehnte. Beide Spitzenfahrer absolvierten solche Kontrollen, die ein Pariser Gericht genehmigt hatte. Pogacar wurde aber nie positiv getestet.
Im Team UAE Emirates kursierte vor den abschließenden drei harten Alpenetappen ein Magen-Darm-Virus, was die Leistung des slowenischen Kapitäns noch bemerkenswerter macht. Im Ziel der 20. Etappe auf der Alpe d'Huez erwähnt Pogacar jeden seiner Teamkollegen namentlich, bedankt sich für die Hilfe. Mehrfach spendete er seinem mexikanischen Teamkollegen Windschatten, half ihm an schweren Anstiegen und überließ ihm auf der zweiten Etappe sogar den Sieg.
Trikots und deutsche Akzente
Auch die übrigen Trikots waren vor der letzten Etappe vergeben. Mads Pedersen vom deutschen Team Lidl-Trek gewinnt erstmals das Grüne Trikot des besten Sprinters. Der Däne siegte auf der vierten Etappe und sicherte sich das Trikot, weil er immer wieder auch auf schweren Etappen in Fluchtgruppen vertreten war. Das Gepunktete Trikot des besten Bergfahrers ging an Richard Carapaz aus Ecuador, der nach 2024 zum zweiten Mal die Bergwertung gewann und Achter der Gesamtwertung wurde.
Unter den deutschen Fahrern überzeugte der 28-jährige Max Kanter, der bei seiner ersten Tour de France fünfmal in die Top-10 fuhr und auf der fünften Etappe Zweiter wurde. Bei seiner ersten Tour de France fuhr der 28-jährige Sprinter fünfmal in die Top-10 und wurde auf der fünften Etappe Zweiter. Auf der Schlussetappe wurde er starker Vierter. Im Gedächtnis bleibt auch Felix Engelhardt. Der 25-jährige Deutsche Meister war immer wieder in Ausreißergruppen zu finden und wurde auf der zweiten Etappe zum kämpferischsten Fahrer gewählt. Florian Lipowitz, der als Fünfter aussichtsreich im Gesamtklassement gelegen hatte, schied nach einem Schlüsselbeinbruch vorzeitig aus. Der Schweizer Mauro Schmid feierte einen Etappensieg und wurde zweimal Zweiter; sein Landsmann Yannis Voisard beendete die Tour an seinem 28. Geburtstag auf Rang elf.
Merckx und Gianetti im Vergleich
Pogacar selbst bleibt nüchtern. Rekorde interessieren mich nicht, es geht mir um den Sieg. Er sieht sich weiter in der Entwicklung: Ich habe nicht das Gefühl, dass ich seit 2024 wesentlich stärker geworden bin. Aber ich habe mehr Erfahrung; kleine Dinge verbessern sich nach wie vor. Es kommt auf die Details an. Bei Buhrufen denke er an Tennisstar Novak Djokovic. Wenn mich jemand ausbuht, denke ich an Novak Djokovic und lasse mich von ihm inspirieren. In seiner Karriere trug Pogacar an 71 Tagen das Maillot jaune.
Die Radsport-Legende Eddy Merckx, 81 Jahre alt, zeigte sich beeindruckt. Längst wandelt Tadej Pogacar in den großen Fußstapfen des Belgiers. Merckx, der einst mit seinem unbändigen Siegeswillen beeindruckte, sieht den Slowenen bereits auf Augenhöhe mit den ganz Großen: Ich glaube nicht, dass er sich damit begnügen wird, mit mir und den anderen Champions gleichzuziehen. Bald wird er unseren Rekord brechen. Auch UAE-Teamchef Mauro Gianetti zog den Vergleich mit dem Tennisstar Roger Federer: Pogi ist inzwischen zu einer weltweiten Persönlichkeit geworden. Er hat die Aura, das Charisma, die Anziehungskraft eines Roger Federer. Er ist eine Ikone.
Statistisch ordnet sich Pogacar mit seinen 26 bisherigen Tour-Etappensiegen bereits vor vielen Größen ein. Mark Cavendish hält mit 35 Tour-Etappensiegen die Bestmarke, gefolgt von Merckx (34) und Hinault (28). Sollte Pogacar sein aktuelles Tempo halten, könnte er den Etappenrekord innerhalb von zwei Jahren brechen. Sein Vertrag bei UAE Team Emirates läuft bis 2030. Mit seinem fünften Toursieg nach 2020 ist er nun zusammen mit Miguel Indurain, Jacques Anquetil, Eddy Merckx und Bernard Hinault der Rekordsieger der wichtigsten Rundfahrt des Jahres.
Fragen & Antworten
Wer ist Tadej Pogacar und warum ist sein fünfter Toursieg historisch?
Tadej Pogacar ist ein 27-jähriger slowenischer Radprofi des Teams UAE Team Emirates. Mit seinem Gesamtsieg 2026 zog er mit Eddy Merckx, Miguel Indurain, Jacques Anquetil und Bernard Hinault als fünfmaligem Tour-Rekordsieger gleich.
Warum wurde die Schlussetappe der Tour de France 2026 verkürzt?
Die 21. Etappe wurde wegen heftiger Waldbrände bei Bordeaux von 133 auf 89 Kilometer verkürzt und fand ausschließlich in Paris statt. Das französische Innenministerium zog zudem Sicherheitskräfte ab, um die Einsatzkräfte in den Brandgebieten zu unterstützen.
Wer gewann die letzte Etappe auf den Champs-Élysées?
Den prestigeträchtigen Sieg auf der Schlussetappe sicherte sich der Niederländer Mathieu van der Poel vom Team Alpecin-Premier Tech vor seinem Teamkollegen Jasper Philipsen und dem Dänen Mads Pedersen.
Pogacar gewinnt Tour de France 2026 zum fünften Mal | sportnachrichten