Gregor Mühlberger aus Niederösterreich wird überraschend bei der Lidl Tour of Austria antreten und ersetzt im Nationalteam Hermann Pernsteiner.
Ursprünglich war der 32-Jährige für die Tour de France vorgesehen, wurde dort letztlich jedoch nicht nominiert. Nun erhält er die Chance, bei der heimischen Landesrundfahrt im Trikot des Nationalteams zu fahren. Neben ihm stehen Alexander Hajek (Red Bull Bora), Valentin Hofer und Rainer Kepplinger (beide Bahrain), Sebastian Putz (Red Bull U23) sowie Paul Verbnjak im Aufgebot.
Heimspiel mit Hindernissen
Mühlberger blickt auf eine lange Verbindung zur Tour of Austria zurück. 2014 gab er sein Debüt bei der Rundfahrt im Trikot von Team Tirol – und sorgte im Alter von 20 Jahren für eine Sensation, als er am Großglockner als jüngster Fahrer überhaupt den Titel des Glocknerkönigs errang. Auch bei der aktuellen Ausgabe sieht er die legendäre Bergankunft als Schlüssel: „Ich habe prinzipiell gute Erinnerungen an die Tour of Austria, auch wenn es schon länger her ist. Die Bergankunft am Großglockner sollte mir sehr gut entgegenkommen. Wir sind ein gutes Team und ich freue mich schon auf die Rundfahrt.“
Seine sportlichen Ziele formuliert der Niederösterreicher selbstbewusst, aber mit Respekt vor der Konkurrenz: „Das wäre das Ziel, aber es finden sich auch gute Bergfahrer in anderen Teams. Ein Spaziergang wird es nicht.“ Sowohl ein Etappensieg am Großglockner als auch der Gesamtsieg stehen für ihn damit ganz oben auf der Liste.
Großglockner als Schlüsseletappe
Bei der heurigen Ausgabe, die auf eine 77-jährige Geschichte zurückblickt, fällt die Entscheidung in der Gesamtwertung voraussichtlich bereits am Donnerstag. Dann steht die zweite Etappe mit der Bergankunft am Großglockner, dem höchsten Punkt der Rundfahrt, auf dem Programm. Diese Bergankunft gilt als die entscheidende Prüfung der Rundfahrt.
Tour-Direktor Thomas Pupp zeigte sich erfreut über die späte Verstärkung: „Gregor ist eine großartige Bereicherung für die Lidl Tour of Austria und er macht das Nationalteam noch um eine Klasse stärker. Ich erinnere mich noch gut an seine Premiere 2014, damals in den Farben von Team Tirol. Für die Fans ist seine Teilnahme natürlich ein Highlight.“
Pernsteiner macht den Weg frei
Dass Mühlberger überhaupt im Nationalteam starten kann, ist dem Umstand zu verdanken, dass Hermann Pernsteiner seinen Platz freimachte. Der erfahrene Pernsteiner, der ebenfalls in den Bergen seine Stärken hat, verzichtet zugunsten des jüngeren Landsmanns. Damit bekommt Mühlberger die Möglichkeit, sich auf heimischem Terrain in Szene zu setzen – und das ausgerechnet dort, wo er vor mehr als einem Jahrzehnt seinen ersten großen Erfolg feierte.
Sportlich brachte das heurige Frühjahr für Mühlberger gemischte Ergebnisse. Beim Giro d'Italia belegte er als Helfer den starken 15. Rang. Diese Formkurve sowie seine Erfahrung aus großen Landesrundfahrten machen ihn laut Veranstalter zu einem aussichtsreichen Kandidaten für die entscheidenden Höhenmeter.
Ausblick: Vuelta als nächste Station
Nach der Tour of Austria wartet im September mit der Vuelta a España bereits die nächste Grand-Tour-Aufgabe. Dort will Mühlberger gemeinsam mit seinem Teamkollegen Gall an den Start gehen. Zunächst aber gilt die volle Konzentration dem Großglockner – und dem Versuch, den Glocknerkönig-Titel ein zweites Mal in seiner Karriere zu holen.
Mit Paul Verbnjak steht im Nationalteam zudem ein prominenter Neuzugang aus einer anderen Sportart. Der Olympiasieger im Skibergsteeren bestreitet bereits seine zweite Tour of Austria und bringt zusätzliche mediale Aufmerksamkeit mit. Diese Mischung aus arrivierten Helfern, einem Olympia-Champion und einem heimischen Spitzenfahrer verleiht dem österreichischen Aufgebot eine besondere Breite.
