Mühlberger Tour of Austria 2026: Erster österreichischer Gesamtsieg seit 2013
Wien, 12. Juli 2026
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Kurzfassung
Gregor Mühlberger hat am Sonntag in Wien die 75. Tour of Austria gewonnen und damit den ersten österreichischen Gesamtsieg seit 2013 gefeiert. Der 32-jährige Niederösterreicher setzte sich mit 1:25 Minuten vor dem US-Amerikaner Kevin Vermaerke durch.
Der 32-jährige Niederösterreicher Gregor Mühlberger hat am Sonntag in Wien die 75. Tour of Austria gewonnen und damit den ersten österreichischen Gesamtsieg bei der Heimrundfahrt seit Riccardo Zoidl im Jahr 2013 errungen.
Die fünfte und letzte Etappe führte über 109 Kilometer von Langenlois nach Wien und endete mit einem Sprint vor dem Burgtheater. Mühlberger kam mit dem Hauptfeld ins Ziel und belegte auf der Tageswertung den 52. Platz, was locker reichte, um seinen Vorsprung in der Gesamtwertung zu verteidigen.
In der Endabrechnung nach fünf Etappen standen 19:26:11 Stunden auf Mühlbergers Konto. Der US-Amerikaner Kevin Vermaerke folgte mit einem Rückstand von 1:25 Minuten, der Niederländer Bauke Mollema wurde mit 1:40 Minuten Dritter. Der Spanier Carlos Rodriguez (+1:47) und der Brite Paul Double (+1:51) komplettierten die Top Fünf.
Endstand und Etappensiege
Mühlberger hatte bereits die ersten beiden Etappen der Rundfahrt für sich entschieden und damit die Grundlage für den Gesamtsieg gelegt. Einer seiner beiden Tagessiege fiel auf den Großglockner, den er im Rahmen der zweiten Etappe von Bad Kleinkirchheim über 188,8 Kilometer als Erster erreichte.
Der Triumph des Niederösterreichers ist der zweite Start-Ziel-Sieg eines Österreichers in der Geschichte der Tour of Austria. Zuvor war dies nur Roman Humenberger im Jahr 1971 gelungen, der die Gesamtwertung bereits nach der ersten Etappe angeführt und bis zum Schluss gehalten hatte.
Hintergrund: Start-Ziel-Sieg und Heimrundfahrt
Mühlberger fuhr für die österreichische Nationalmannschaft und nicht für sein Profiteam Decathlon, das ihn kurz vor der Tour of Austria nicht für die Tour de France nominiert hatte. Über diese Nichtnominierung sagte er später, er sei „am Boden zerstört" gewesen.
Nach dem Rennen richtete Mühlberger das Wort an seine Mannschaft. „Das Team ist der ganze Erfolg. Ohne die Mannschaft hätte ich die Rundfahrt nicht gewinnen können", sagte er. Über den Gesamtsieg fügte er hinzu: „Ich bin ein bisschen sprachlos."
Die Stimmung am Straßenrand beschrieb Mühlberger als „Gänsehautstimmung pur". Über die Bedeutung des Rennens sagte er: „Die Heim-Rundfahrt wiegt bei mir am größten." Den Pokal kündigte er mit den Worten an: „Sie wird einen Ehrenplatz kriegen."
Stimmung an der Strecke
Die Tageswertung der Schlussetappe entschied der Brite Samuel Watson im Sprint für sich. Damit holte sich Watson den einzigen Tagessieg, der nicht an Mühlberger ging. Die Etappe war die erste Zielankunft der Tour of Austria in der Bundeshauptstadt seit 2014.
Vor dem Finale hatte Mühlberger am Samstag die vierte Etappe in Angriff genommen, eine 170,5 Kilometer lange Schleife mit Start und Ziel in Steyr. Er war als zweifacher Tagessieger und Gesamtführender in seine Heimatregion aufgebrochen.
Steyr im Mühlberger-Fieber
In Steyr herrschte nach den Worten der APA „Mühli-Fieber". Mühlbergers Vater Erwin aus dem Haidershofner Ortsteil Vestenthal und dessen Freund Hans Käferböck aus Steyr hatten bereits am Dienstag vor dem Start der Rundfahrt damit begonnen, den Porscheberg-Anstieg mit den Spitznamen ihres Sohnes zu beschriften.
Die Spitznamen „Mühli" und „Mübsi" wurden insgesamt 22 Mal auf den Asphalt des 1,5 Kilometer langen Anstiegs gemalt, der teilweise Steigungen von mehr als 20 Prozent aufweist. Die Teams Hrinkow und Schwingshandl Cycling hatten den Bereich am Porscheberg in eine Fan-Zone mit Freibier verwandelt.
Am Porscheberg selbst applaudierten die Zuschauerinnen und Zuschauer, winkten mit Fahnen und zündeten Fackeln an, als Mühlberger die Bergwertung gewann und anschließend durch St. Ulrich Richtung Stadtplatz von Steyr fuhr.
Die vierte Etappe wurde zwischenzeitlich von zwei Hrinkow-Fahrern geprägt: dem 20-jährigen Valentin Poschacher aus Schiedlberg und seinem ein Jahr älteren Teamkollegen Richard Riska aus der Slowakei. Zusammen mit dem Polen Piotr Pekala und dem Deutschen Mauro Brenner setzten sich die beiden nach 35 Kilometern vom Feld ab und führten drei Stunden lang.
Österreichische Platzierungen
Teammanager Alexander Hrinkow sagte über Poschacher: „Valentin stammt aus unserer Akademie und fährt seine erste Rundfahrt." Über dessen Auftritt fügte er hinzu: „heute hat er alles perfekt umgesetzt und groß aufgezeigt."
Mühlberger hatte seine ersten Rennen als Jugendlicher ebenfalls für das Hrinkow-Team bestritten. Über die Konkurrenz in der heurigen Rundfahrt sagte er: „Es waren keine Nasenbohrer da, deshalb ist es noch einmal schöner."
Die weiteren österreichischen Platzierungen in der Gesamtwertung: Philipp Hofbauer wurde 14. (+6:44), Patrick Konrad aus Niederösterreich 18. (+8:14), Martin Messner 22. (+9:28), der frühere Sieger Riccardo Zoidl, der für Hrinkow fuhr, 24. (+12:00), Rainer Kepplinger 29. (+14:33) und Thomas Tichler 30. (+15:20).
In der Tageswertung der Schlussetappe landeten mit den Österreichern Fabian Steininger (8.), Adrian Stieger (15.), Patrick Gamper (16.), Sebastian Putz (17.), Paul Verbnjak (25.), Paul Viehböck (32.), Philipp Hofbauer (43.) und Gregor Mühlberger (52.) gleich mehrere Fahrer im Hauptfeld. Michael Gogl war am Sonntag nicht zur Schlussetappe angetreten.
Ausblick auf die Vuelta
Die heurige Tour of Austria umfasste insgesamt 845 Kilometer und 11.024 Höhenmeter. Die dritte Etappe am 10. Juli führte über 188,7 Kilometer von Lienz nach St. Johann im Alpendorf. Die zweite Etappe am 9. Juli war als BAK-Etappe klassifiziert und endete am Großglockner.
Nach der Siegerehrung musste Mühlberger zahlreiche Autogrammwünsche erfüllen und lange für Selfies posieren. Über die unmittelbaren Feierlichkeiten sagte er: „Wir werden allen Grund haben zu feiern."
Mühlbergers nächster Einsatz ist die Vuelta a España, bei der er als Helfer für Felix Gall antreten wird. Der Gesamtsieg bei der Heimrundfahrt war für ihn nach eigener Aussage „Ein Traum".
Fragen & Antworten
Wer ist Gregor Mühlberger?
Gregor Mühlberger ist ein 32-jähriger Radprofi aus Niederösterreich, der für die österreichische Nationalmannschaft bei der 75. Tour of Austria startete und den Gesamtsieg holte.
Warum ist der Sieg historisch?
Mühlberger ist der erste Österreicher, der die Tour of Austria seit Riccardo Zoidl im Jahr 2013 gewonnen hat, und nach Roman Humenberger 1971 erst der zweite Österreicher mit einem Start-Ziel-Sieg.
Wie verlief die Schlussetappe nach Wien?
Die fünfte Etappe führte über 109 Kilometer von Langenlois nach Wien und endete mit einem Sprint vor dem Burgtheater, den der Brite Samuel Watson gewann; Mühlberger kam mit dem Hauptfeld auf Platz 52 ins Ziel.
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