Mühlberger erobert den Großglockner zum zweiten Mal und baut Gesamtführung aus
Heiligenblut, 09 Juli 2026
AI-generated image (z-image via Kie.ai)
Kurzfassung
Gregor Mühlberger hat die Königsetappe der Tour of Austria auf der Franz-Josefs-Höhe am Großglockner gewonnen und damit nach 2014 zum zweiten Mal den Titel des Glocknerkönigs erobert. Der 32-jährige Niederösterreicher fuhr im Trikot des Nationalteams nach 188,8 Kilometern und 2914 Höhenmetern mit deutlichem Vorsprung auf Kevin Vermaerke und James Shaw ins Ziel und baute seine Gesamtführung auf 1:31 Minuten aus.
Heiligenblut, 09 Juli 2026
Gregor Mühlberger hat am Donnerstag die zweite Etappe der Tour of Austria mit einer Bergankunft auf der Franz-Josefs-Höhe am Großglockner gewonnen und seine Gesamtführung auf 1:31 Minuten ausgebaut.
Ein Triumph nach zwölf Jahren
Der 32-jährige Niederösterreicher, der im Trikot des österreichischen Nationalteams antritt, siegte nach 188,8 Kilometern und 2914 Höhenmetern mit über einer Minute Vorsprung auf die ersten Verfolger. Auf der Kaiser-Franz-Josef-Höhe am Großglockner verwaltete er seinen Vorsprung souverän und durfte sich nach 2014 zum zweiten Mal "Glocknerkönig" nennen.
Bereits rund 4,5 Kilometer vor dem Ziel hatte Mühlberger das Tempo verschärft und sich aus der Spitzengruppe gelöst. Die Ineos-Equipe hatte zuvor das Tempo gehörig angezogen, doch Mühlberger blieb im Schlepptau des Teams und setzte schließlich zum entscheidenden Antritt an. Danach fuhr er allein Richtung Ziel und brachte seinen Vorsprung sicher ins Ziel.
Entscheidende Attacke auf den letzten Kilometern
Im Ziel hatte der Niederösterreicher nach 4:46:29 Stunden Fahrzeit 1:10 Minuten Vorsprung auf den Briten James Shaw vom EF-Team und den US-Amerikaner Kevin Vermaerke. "Es war ein irrsinnig schnelles Rennen. Ich habe gewusst, dass es Ineos schnell machen wird. Ich wollte nicht zu früh gehen. Dann bin ich noch einmal hingesprungen", beschrieb Mühlberger im ORF den entscheidenden Moment.
Der Vorsprung auf das Hauptfeld betrug 45 Kilometer vor dem Ziel fast fünf Minuten, schmolz danach bis nach Heiligenblut allerdings auf etwa eine Minute zusammen. Mühlberger ließ sich davon jedoch nicht beirren und rettete seinen Vorsprung auf der Bergankunft über die Rampe hinauf zur Franz-Josefs-Höhe ins Ziel.
Komfortable Gesamtführung
In der Gesamtwertung baute der 32-Jährige seine Führung gegenüber dem Vortageszweiten Kevin Vermaerke auf 1:31 Minuten aus. Auf Rang drei folgt der niederländische Altmeister Bauke Mollema vom Team Lidl-Trek mit 1:41 Minuten Rückstand. Damit liegt Mühlberger vor den verbleibenden Etappen in einer komfortablen Position.
Mühlberger, der zuletzt seinem Decathlon-Teamkollegen Felix Gall beim Giro d'Italia zu Platz zwei verhalf, zeigte sich nach dem Sieg sichtlich bewegt. "Es ist unheimlich schön. Es ist unheimlich schön, als Österreicher hier vorne zu sein. Als Österreicher bei der Tour of Austria im Leader-Trikot durch Österreich zu fahren ist absolut bezaubernd", sagte er im ORF.
Mühlbergers emotionale Reaktion
Doch der Niederösterreicher warnte vor verfrühter Euphorie. "Es hat wahnsinnig viel Gegenwind gegeben, der hat alles erschwert. Das war ein richtig guter Tag, aber die letzten 300 Meter hinauf spürt man extrem", keuchte er nach der Ankunft. Auf die Frage, ob sein Sieg bereits eine Vorentscheidung in der Gesamtwertung war, antwortete Mühlberger: "Es war sicherlich ein guter Tag, aber die Rundfahrt ist vorbei, wenn wir in Wien über die Linie fahren."
An sein Team gerichtet fand Mühlberger lobende Worte: "Meine Jungs haben einen extrem guten Job gemacht, die haben sich ein Bier verdient." Er bedankte sich zudem bei allen Zuschauern entlang der Strecke für die Unterstützung.
Ausblick auf die dritte Etappe
Die dritte Etappe der Tour of Austria führt am Freitag von Lienz über den Felbertauern und endet nach 189 Kilometern mit dem Anstieg auf die sogenannte "Mauer" von St. Johann im Alpendorf. Mit seinem Polster von 1:31 Minuten geht Mühlberger als souveräner Spitzenreiter in diese entscheidende Phase der Rundfahrt.
Am 6. Juli 2024 war der norwegische Radprofi Andre Drege im Alter von 25 Jahren bei einem Sturz in der Abfahrt der damaligen Königsetappe nach Heiligenblut tödlich verunglückt. Die heurige Glockner-Etappe fand somit auch im Gedenken an den tragischen Vorfall statt.
Mühlbergers zweiter Glockner-Triumph nach 2014 unterstreicht seine besondere Stellung im österreichischen Radsport. Mit dem heutigen Sieg und der komfortablen Gesamtführung steht der Niederösterreicher vor dem möglichen Gesamtsieg bei der Tour of Austria, der am Sonntag mit der Zielankunft in Wien perfekt gemacht werden könnte.
Die 75. Auflage der Tour of Austria bietet mit der heurigen Ausgabe wieder ein hochkarätiges Feld, in dem Mühlberger als einer der wenigen österreichischen Spitzenfahrer eine zentrale Rolle spielt. Sein diesjähriger Auftritt könnte als einer der größten Erfolge in der Geschichte der heimischen Radsport-Großveranstaltung in Erinnerung bleiben.
Historischer Erfolg im österreichischen Radsport
Mit Blick auf die kommenden Etappen gilt Mühlberger als klarer Favorit auf den Gesamtsieg. Die Bergankunft am Großglockner gilt traditionell als entscheidende Prüfung der Rundfahrt, und wer hier einen deutlichen Vorsprung herausfahren kann, hat beste Chancen, auch das Gesamtpodest in Wien zu erreichen.
"Ich bin dann Gott sei Dank allein bis zum Ziel gekommen", führte Mühlberger nach der Bergankunft weiter aus. Seine Taktik, zunächst im Windschatten der Ineos-Equipe zu bleiben und erst spät zu attackieren, ging voll auf. Der Niederösterreicher bewies damit erneut seine Stärke als Bergspezialist und Ausreißer.
Für Mühlberger, der in seiner Karriere bereits beim Giro d'Italia als Helfer von Felix Gall glänzte, ist der heurige Triumph bei der Tour of Austria ein persönlicher Höhepunkt. Die Kombination aus Heimatrennen, Führungstrikot und einem Etappensieg am Großglockner mache diesen Erfolg für ihn besonders emotional, wie er in seinen Statements immer wieder betonte.
Fragen & Antworten
Wer ist Gregor Mühlberger?
Gregor Mühlberger ist ein 32-jähriger Radsportprofi aus Niederösterreich, der aktuell im Trikot des österreichischen Nationalteams bei der Tour of Austria antritt und zuletzt seinem Decathlon-Teamkollegen Felix Gall beim Giro d'Italia zu Platz zwei verhalf.
Was bedeutet der Titel "Glocknerkönig"?
Der Titel "Glocknerkönig" wird dem Sieger der Königsetappe der Tour of Austria verliehen, die traditionell mit einer Bergankunft auf der Franz-Josefs-Höhe am Großglockner endet. Mühlberger hatte diesen Titel bereits 2014 gewonnen und holte ihn nun zum zweiten Mal.
Wie geht es bei der Tour of Austria weiter?
Nach Mühlbergers Etappensieg führt die dritte Etappe am Freitag von Lienz über den Felbertauern zur "Mauer" von St. Johann im Alpendorf, bevor die Rundfahrt am Sonntag in Wien endet, wo Mühlberger mit 1:31 Minuten Vorsprung auf den Gesamtsieg zusteuert.
Mühlberger Glocknerkönig Tour of Austria Gesamtführung | sportnachrichten