Tadej Pogacar gewinnt die 89. Tour de Suisse mit historischem Vorsprung
Villars-sur-Ollon, 21 Juni 2026
Petar Milošević / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Kurzfassung
Tadej Pogacar hat die 89. Tour de Suisse mit einem Vorsprung von 6:32 Minuten auf Richard Carapaz gewonnen und damit den dritten Gesamtsieg in Folge für UAE Team Emirates perfekt gemacht. Der Slowene entschied zudem die Königsetappe in Villars-sur-Ollon vor Lenny Martinez und Bart Lemmen für sich.
Villars-sur-Ollon, 21 Juni 2026
Der 27-jährige Slowene Tadej Pogacar hat die 89. Tour de Suisse mit einem Gesamtvorsprung von 6:32 Minuten auf den Ecuadorianer Richard Carapaz gewonnen und auf der Schlussetappe in Villars-sur-Ollon auch den Tagessieg geholt.
Der Sieg auf der fünften und letzten Etappe war die Krönung einer Rundfahrt, in der Pogacar von Beginn an das Geschehen diktierte. Bereits die Auftaktetappe und das Zeitfahren am Samstag hatte der 27-Jährige für sich entschieden. In der Gesamtwertung baute er seinen Vorsprung anschliessend Etappe um Etappe aus und liess die Konkurrenz zu keinem Zeitpunkt Hoffnung auf den Titel aufkommen.
Am Sonntag führte die 157 Kilometer lange Schlussetappe über zwei Bergwertungen der höchsten Kategorie und endete mit dem Schlussanstieg nach Villars-sur-Ollon. Pogacar hielt sich rund 142 Kilometer vornehm zurück, ehe er rund 8 km vor der Ziellinie die Verfolgung der verbliebenen Ausreisser aufnahm. Etwa 900 Meter vor dem Ziel holte er den führenden Lenny Martinez ein und liess den Franzosen auf dem letzten Kilometer stehen.
Königsetappe als Demonstration der Stärke
Den Tagessieg sicherte sich Pogacar schliesslich mit sieben Sekunden Vorsprung vor Martinez. Der Niederländer Bart Lemmen folgte mit 1:33 Minuten Rückstand auf Rang drei. Für Pogacar war es der dritte Etappensieg an dieser 89. Austragung der Schweizer Landesrundfahrt.
In der Gesamtwertung baute der Slowene seinen Vorsprung auf den Ecuadorianer Richard Carapaz vom Team EF Education auf 6:32 Minuten aus. Der Tscheche Mathias Vacek vom Team Lidl-Trek belegte mit 6:53 Minuten Rückstand den dritten Platz.
Mit dem Gesamtsieg folgt Pogacar in der Siegerliste auf den Portugiesen João Almeida (2025) und den Briten Adam Yates (2024). Damit macht er den dritten Tour-de-Suisse-Gesamtsieg in Folge für das vom Tessiner Mauro Gianetti geführte UAE Team Emirates perfekt.
Historischer Vorsprung in der Schweizer Rundfahrt
Der Vorsprung von 6:32 Minuten ist historisch. In den vergangenen 25 Austragungen der Tour de Suisse betrug der Maximalvorsprung des Gesamtsiegers lediglich 2:02 Minuten. Um einen derart überlegenen Gesamtsieger zu finden, muss man in der Geschichte der Schweizer Landesrundfahrt weit zurückblättern: 1959 wies der Deutsche Hans Junkermann nach acht Etappen einen Vorsprung von 10:19 Minuten auf den Franzosen Henry Anglade auf. Es handelte sich damals um die 23. Austragung des Rennens.
Pogacar hatte in diesem Jahr erst 16 Renntage bestritten, zehn davon auf Schweizer Strassen. Mit dem Etappensieg auf der Königsetappe steht er nun schon bei 13 Saisonsiegen – eine beeindruckende Bilanz für einen Fahrer, der in diesem Kalenderjahr bislang nur wenig im Sattel sass.
Dritter Gesamtsieg in Folge für UAE Team Emirates
Der Schweizer Mauro Schmid war Teil der Ausreissergruppe und klassierte sich als bester Schweizer auf Rang 15. Das Rennen beendete er mit 3:26 Minuten Rückstand auf den Sieger. Pogacars Edelhelfer Felix Großschartner kam als bester Österreicher mit 5:28 Minuten Rückstand auf Rang 29.
Neben dem Männer-Rennen fand auch eine Frauen-Austragung statt. Die Schweizerin gewann 1:31 Minuten vor der Französin Cedrine Kerbaol und 2:02 vor der Polin Kasia Niewiadoma. Carina Schrempf beendete die Rundfahrt als einzige Österreicherin im Peloton auf Platz 45 mit 48:52 Minuten Rückstand.
Der Erfolg in der Schweiz unterstreicht Pogacars Ausnahmestellung im internationalen Radsport. Bei der Landesrundfahrt Frankreichs läuft nun alles auf das ewige Duell zwischen Vierfachsieger Pogacar und Jonas Vingegaard, dem Gewinner der Jahre 2022 und 2023, hinaus.
Ausblick auf die Tour de France
Mit dem Ende der Tour de Suisse beginnt die letzte Vorbereitungsphase für das Saisonhighlight, die Tour de France. Pogacar reist als überlegener Favorit zur Frankreich-Rundfahrt, wo er seinen vierten Gesamtsieg anpeilt. Die dominante Vorstellung in der Schweiz dürfte seinen Konkurrenten wenig Hoffnung gemacht haben.
Bereits auf der ersten Etappe, die über 150,7 km durch die Waadtländer Alpen führte, hatte Pogacar rund 9 km vor dem Ziel in Villars-sur-Ollon seine direkten Konkurrenten distanziert. Mit einem 70-km-Solo sorgte er früh für klare Verhältnisse und legte den Grundstein für den späteren Gesamtsieg.
Schweizer und österreichische Bilanz
Die Randnotiz zum Rennen: Pogacars Husarenritt auf der ersten Etappe und der anschliessende kontrollierte Umgang mit dem Vorsprung zeigten einmal mehr, warum der Slowene als der beste Rundfahrer seiner Generation gilt. Die Konkurrenz blieb einmal mehr chancenlos.
Der Startschuss zur Tour de France erfolgt mit einem Teamzeitfahren am Sonntag, den 4. Juli. Bis dahin wird Pogacar seine Form weiter verfeinern. Mit Blick auf die Statistik – 13 Siege in 16 Renntagen – scheint dies allerdings kaum nötig.
Fragen & Antworten
Wer hat die 89. Tour de Suisse gewonnen?
Der 27-jährige Slowene Tadej Pogacar gewann die 89. Tour de Suisse mit einem Gesamtvorsprung von 6:32 Minuten auf den Ecuadorianer Richard Carapaz und sicherte dem UAE Team Emirates damit den dritten Gesamtsieg in Folge.
Wie gross war Pogacars Vorsprung in der Gesamtwertung?
Pogacar beendete die Rundfahrt mit 6:32 Minuten Vorsprung auf Richard Carapaz (EF Education) und 6:53 Minuten auf den Tschechen Mathias Vacek (Lidl-Trek) – der grösste Vorsprung eines Gesamtsiegers seit 1959.
Was passiert nach der Tour de Suisse als Nächstes für Pogacar?
Mit dem Ende der Tour de Suisse beginnt für Pogacar die letzte Vorbereitungsphase auf die Tour de France, wo er als Vierfachsieger gegen den Dänen Jonas Vingegaard antritt.
Pogacar Tour de Suisse 2026: Historischer Gesamtsieg mit | sportnachrichten