Der italienische Fußballverband hat Roberto Mancini als neuen Cheftrainer der Squadra Azzurra vorgestellt und damit eine wochenlange, von Enthüllungen und Rücktritten begleitete Suche beendet.
Die Ernennung wurde am Dienstag in Rom vom Präsidenten des italienischen Fußballverbands FIGC, Giovanni Malagò, auf einer Pressekonferenz angekündigt. Zunächst sagte der Wunschkandidat ab, der frühere Barcelona-, Bayern- und Manchester-City-Trainer Pep Guardiola. Guardiola sagte ab, weil er nach dem Ende seiner zehnjährigen Tätigkeit bei Manchester City derzeit nicht bereit für einen neuen Job fühlt, wie der Verband berichtete.
Danach war Andrea Pirlo im Gespräch, der Italien 2006 in Deutschland als Spielmacher zum WM-Titel geführt hatte. Ihm wurden jedoch zu enge Kontakte nach Russland zum Verhängnis: Pirlo steht als Markenbotschafter für eine russische Wettfirma und betreut zurzeit einen Klub in Dubai, der einem russischen Unternehmer gehört. Beide, Pirlo-Kandidatur wie auch die zuvor bereits diskutierte Verpflichtung von Carlo Ancelotti – Ancelotti war als aktueller brasilianischer Nationaltrainer nicht zu haben – platzten.
Vom Europameister zum Abtrünnigen: Mancinis erste Amtszeit
Mancini war bereits italienischer Nationaltrainer von 2018 bis 2023. 2021 hatte er die Squadra Azzurra in London zum Gewinn der Europameisterschaft geführt. Die Qualifikation für die WM 2022 gelang Mancini anschließend nicht, ehe er im August 2023 trotz eines laufenden Vertrages als Trainer Italiens überraschend als Teamchef nach Saudi-Arabien wechselte. In den Wochen vor seinem Abschied aus Rom soll Mancini an seinem letzten Tag in Italien einen Berater des damaligen Verbandspräsidenten angerufen und danach ohne Absprache öffentlich gemacht haben, dass er den Verband verlasse.