Guardiola sagt Italien ab: Verband sucht nach neuem Nationaltrainer
Rom, 24. Juli 2026
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Kurzfassung
Pep Guardiola hat das Angebot des italienischen Fußballverbandes FIGC abgelehnt, neuer Nationaltrainer der Squadra Azzurra zu werden. Die Verbandsführung um Präsident Giovanni Malagò und Technischen Direktor Paolo Maldini muss sich nun nach einem anderen Kandidaten umsehen.
Der spanische Starcoach Pep Guardiola hat dem italienischen Fußballverband FIGC abgesagt, neuer Cheftrainer der italienischen Nationalmannschaft zu werden, wie die italienische Sportzeitung La Gazzetta dello Sport am Freitag berichtete.
Guardiola habe den Verband wissen lassen, dass er für die Position nicht zur Verfügung stehe, hieß es in übereinstimmenden Medienberichten. Demnach habe er seine Entscheidung in der Nacht zum Freitag dem Technischen Direktor Paolo Maldini und dessen Berater Leonardo mitgeteilt. Die persönlichen Gespräche über den Posten waren zuvor beim Treffen in Barcelona geführt worden.
Die italienische Nachrichtenagentur Ansa griff die Absage ebenfalls auf. Die FIGC selbst äußerte sich zunächst nicht offiziell zu der Entwicklung. Die Verbandsführung um Präsident Giovanni Malagò und Maldini hatte zuvor öffentlich klargestellt, dass Guardiola die Wunschlösung für den Trainerposten der Squadra Azzurra gewesen sei.
Persönliche Gespräche in Barcelona
Als Grund für seine Absage nannte der 55-jährige Katalane persönliche und familiäre Gründe. Gegenüber La Gazzetta dello Sport sagte er dem Bericht zufolge: „Danke, ich fühle mich geehrt. Aber im Moment traue ich mir das nicht zu." Die Zeitung hatte über die Weigerung berichtet. Sky Italia bestätigte, dass Guardiola aus persönlichen Gründen abgesagt habe.
Guardiola hatte Manchester City nach der vergangenen Saison verlassen und angekündigt, eine Pause vom Traineralltag einzulegen. Bei den Engländern war er seit 2016 tätig, nachdem er bereits von 2013 bis 2016 den FC Bayern München trainiert hatte. Mit Manchester City gewann er 2023 die Champions League; insgesamt holte er als Trainer drei Titel in der Königsklasse – 2009 und 2011 mit dem FC Barcelona sowie 2023 mit Manchester City.
Hohe Gehaltsforderungen als Hindernis
Zudem stehen zwölf nationale Meisterschaften in seiner Vita: Mit dem FC Barcelona, dem FC Bayern und Manchester City errang er den jeweiligen Landesmeistertitel. In seiner Heimat gilt er als einer der gefragtesten Trainer weltweit. Guardiolas Berater hatten laut italienischen Medien ein Jahresgehalt von rund 20 Millionen Euro verlangt; das letzte Angebot der FIGC soll nur etwa halb so hoch, bei rund zehn Millionen Euro pro Jahr, gelegen haben.
FIGC-Präsident Malagò räumte öffentlich ein, dass sich der Verband „mehr hätte strecken müssen, als vernünftig gewesen wäre". Maldini betonte unterdessen, der Verband stehe unter Zeitdruck. Über das Wochenende waren Maldini und Leonardo eigens nach Barcelona gereist, um mit Guardiola persönlich zu sprechen.
Italien sucht einen Nachfolger für Gennaro Gattuso, der nach der erneut verpassten WM-Qualifikation im April seinen Posten räumen musste. Die Squadra Azzurra war im März im Finale der europäischen Playoffs an Bosnien und Herzegowina gescheitert und verpasste damit zum dritten Mal in Folge eine Weltmeisterschaft. Italien ist viermaliger Weltmeister.
Mancini und Pirlo als Nachfolgekandidaten
Roberto Mancini, der Italien bereits von 2018 bis 2023 betreut und 2021 zum Europameistertitel geführt hatte, gilt als aussichtsreicher Kandidat für die Rückkehr. Der frühere Teamchef ist derzeit vereinslos. Ebenfalls auf der Liste steht Andrea Pirlo, der 2006 als Spielmacher den WM-Titel in Deutschland geholt hatte und 116 Länderspiele für Italien bestritt.
Pirlo, aktuell bei United FC in den Vereinigten Arabischen Emiraten tätig, war nach enttäuschenden Stationen als Cheftrainer von Juventus Turin und Sampdoria Genua zuletzt nicht mehr in den Schlagzeilen als Trainer aufgetreten. Mit 116 Länderspielen bringt er allerdings reichlich internationale Erfahrung mit.
Ancelotti bleibt Brasilien treu
Auch Carlo Ancelotti galt als heißer Kandidat für den Posten. Allerdings bleibt der Italiener Brasilien treu und will die Seleção bis zur Copa América 2028 und zur WM 2030 führen. Sein Vertrag läuft entsprechend langfristig. Mit dem Erfolgstrainer soll es sogar bereits Gespräche gegeben haben, die jedoch wegen seiner Verpflichtungen gegenüber dem brasilianischen Verband ohne Erfolg blieben.
Die FIGC steht somit vor der Aufgabe, in kurzer Zeit einen geeigneten Nachfolger zu präsentieren. Der Verband hatte ursprünglich geplant, das Budget deutlich aufzustocken, um Guardiola als Wunschkandidaten zu verpflichten. Nach dessen Absage müssen die Verantwortlichen nun entscheiden, ob sie an dieser finanziellen Linie festhalten oder den Kandidatenkreis neu bewerten.
Beobachter werten Guardiolas Entscheidung als Rückschlag für die Pläne des italienischen Verbands, nach den enttäuschenden WM-Qualifikationen einen international hochdekorierten Trainer für einen Neuanfang zu gewinnen. Die Verbandsführung hatte sich öffentlich hinter Guardiola gestellt und ihn als erste Wahl bezeichnet.
Zeitdruck bei der Trainersuche
Mancini hatte Italien in seine erste Amtszeit zu einem respektablen Auftritt bei der EM 2021 geführt, ehe er 2023 von seinen Aufgaben entbunden wurde. In der Folge hatte der Verband auf Gattuso gesetzt, der die Mannschaft aber nicht für die WM qualifizieren konnte. Nun könnte Mancini vor einer Rückkehr stehen.
In Italien wird die Trainerfrage mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Die nationale Presse spekuliert seit Tagen über mögliche Nachfolger. Mit Guardiolas Absage rücken die übrigen Kandidaten stärker in den Fokus. Die FIGC wird in den kommenden Tagen weitere Gespräche führen müssen.
Ausblick auf die kommenden Länderspiele
Offen ist, wann der Verband eine Entscheidung treffen will. Maldini hatte den Zeitdruck betont. Sollte Mancini tatsächlich erneut übernehmen, wäre er der erste Trainer Italiens, der nach einer Amtszeitunterbrechung auf die Bank der Squadra Azzurra zurückkehrt.
Der Termin für die nächsten Länderspiele rückt näher. Die FIGC muss daher zügig Klarheit schaffen, wer die Mannschaft künftig betreuen soll. Guardiola wird unterdessen seine angekündigte Pause fortsetzen und steht für andere Klubs vorerst nicht zur Verfügung.
Fragen & Antworten
Warum hat Pep Guardiola das Angebot der FIGC abgelehnt?
Laut übereinstimmenden Medienberichten nannte der 55-jährige Spanier persönliche und familiäre Gründe. Gegenüber La Gazzetta dello Sport sagte er: „Danke, ich fühle mich geehrt. Aber im Moment traue ich mir das nicht zu."
Wer sind die aussichtsreichsten Kandidaten für den Posten des italienischen Nationaltrainers?
Als aussichtsreiche Kandidaten gelten Roberto Mancini, der Italien bereits von 2018 bis 2023 betreute und 2021 zum EM-Titel führte, sowie Andrea Pirlo, derzeit Trainer bei United FC in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Warum steht die FIGC bei der Trainersuche unter Zeitdruck?
Italien verpasste zum dritten Mal in Folge eine Weltmeisterschaft, nachdem die Mannschaft im März im Playoff-Finale an Bosnien und Herzegowina gescheitert war. Maldini betonte daher: „Wir stehen unter Zeitdruck"
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