Trump und Infantino ziehen vor WM-Finale positive Bilanz der Weltmeisterschaft in den USA
New York, 18. Juli 2026
Daniel Torok / Wikimedia Commons / Public domain
Kurzfassung
Vor dem WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien haben Donald Trump und Gianni Infantino die Weltmeisterschaft in den USA als historischen Erfolg gefeiert. Trump kündigte an, das Endspiel am Sonntag im MetLife Stadium sei sein einziger WM-Besuch.
Donald Trump und Gianni Infantino haben am Freitag in New York vor dem WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien eine überaus positive Bilanz der Weltmeisterschaft in den USA gezogen und dabei eine mögliche Erweiterung des Turniers sowie eine gemeinsame US-chinesische Bewerbung ins Gespräch gebracht.
Lob und gemeinsame Pläne
Bei einem Treffen im Trump Tower würdigte Infantino die WM als beispielloses Großereignis. „Dies war und ist nicht nur die großartigste Weltmeisterschaft aller Zeiten. Es ist das großartigste menschliche, soziale und kulturelle Ereignis, das die Menschheit je erlebt und gesehen hat … aber diese Weltmeisterschaft wäre ohne Sie nicht so ein unglaublicher Erfolg gewesen“, sagte Infantino. Er bezeichnete den Verband zugleich als „offizielle Glücksversorgungsstelle der Menschheit“ und begründete sein Urteil mit Stadion- und TV-Quoten.
Trump schloss sich dem Lob an und sagte: „Dies war das erfolgreichste Sportereignis, vielleicht sogar der Weltgeschichte. Ich dachte, wir seien kein Fußball-Land. Es stellte sich heraus, dass wir eines sind.“ Außerdem erklärte er: „Der amerikanische Traum, Herr Präsident, ist wahr geworden“ – wobei diese Worte von Infantino stammten. Beide Seiten bekundeten gegenseitig ihre Zufriedenheit mit dem Verlauf des Turniers.
Trump nutzte den Anlass zudem, um seine Vorstellungen für künftige WM-Ausgaben zu skizzieren. Andrew Giuliani, Leiter der FIFA-WM-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses, hatte zuvor bereits eine mögliche US-Bewerbung für die WM 2038 mit 64 Mannschaften ins Gespräch gebracht. Infantino schlug Trump zudem eine gemeinsame Bewerbung der USA und Chinas für die nächste Weltmeisterschaft vor. Trump reagierte mit einem Scherz: „Das wären schöne kurze Flüge zwischen den Spielen.“ Wie ernst die Äußerungen zur US-chinesischen Bewerbung gemeint waren, blieb zunächst unklar. Infantino schloss eine baldige Aufstockung des Teilnehmerfelds von derzeit 48 auf 64 Teams nicht aus.
Trump kritisiert Englands Taktik
Trump hatte bereits bei einem FIFA-Empfang in New York die Taktik von Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel kritisiert. „Sie haben geführt und dann ihren besten Spieler in die Defensive gestellt … Was weiß ich schon vom Coachen? Aber das war etwas ungewöhnlich“, sagte Trump mit Blick auf Harry Kane. England hatte das Halbfinale gegen Argentinien 1:2 verloren. Trump kündigte an, das Endspiel am Sonntag im MetLife Stadium in East Rutherford, New Jersey, sei sein einziger Besuch bei einem WM-Spiel.
Spanien und Argentinien vor dem Endspiel
Vor dem Endspiel zwischen Spanien und Argentinien werden im MetLife Stadium mehr als 80.000 Zuschauer erwartet. Anstoß ist um 21:00 Uhr Ortszeit, im österreichischen Fernsehen überträgt ORF1 ab 18:10 Uhr live. Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum kündigte an, auf Einladung Trumps am Sonntag in die USA zu reisen, obwohl sie keines der WM-Spiele in Mexiko besucht hatte. Mexiko war neben den USA und Kanada Co-Gastgeber des Turniers.
Bei den Halbfinalspielen hatte Spanien Frankreich mit 2:0 besiegt. Luis de la Fuente sagte über Lamine Yamal: „Das war schmerzhaft für ihn, aus Vorsicht haben wir ihm Minuten zur Erholung gegeben. Es geht ihm gut heute, er hat mit der Mannschaft trainiert und er ist in optimaler Form.“ Im Halbfinalspiel gegen Frankreich war Yamal im Strafraum gefoult worden und hatte den Elfmeter herausgeholt, der Spanien die 1:0-Führung einbrachte. Spaniens Mittelfeldspieler Rodri warnte davor, Argentinien auf Lionel Messi zu reduzieren: „Für mich ist er der beste Spieler aller Zeiten. Er hat seine Nationalmannschaft angeführt, aber Argentinien ist viel mehr als nur Messi.“
Martínez kämpft mit Verletzung
Auf argentinischer Seite bereitet sich Torhüter Emiliano Martínez trotz einer Verletzung auf das Finale vor. Martínez hatte sich am 20. Mai im Aufwärmprogramm vor dem Europa-League-Finale in Istanbul den Ringfinger der rechten Hand gebrochen. Sein Verein Aston Villa gewann das Endspiel gegen den Bundesligisten SC Freiburg mit 3:0. „Meine Hand tut immer noch jeden Tag weh“, sagte der 33-Jährige. Spezialisten hätten ihm zu einer Operation geraten, doch er habe sie verschoben. Seit dem WM-Achtelfinale könne er wieder normal trainieren. Martínez war Stammtorhüter, als Argentinien 2022 in Katar den dritten WM-Titel holte.
Frankreich trifft am Samstag um 21:00 Uhr MESZ in Miami im Spiel um Platz drei auf England – es ist zugleich das letzte Spiel von Didier Deschamps. „Es ist das Schönste, was mir passiert ist. Es hat 25 Jahre meines Lebens eingenommen, und das prägt einen“, sagte der 57-Jährige über seine Zeit als Trainer der Équipe Tricolore.
Capdevila an Einreise gehindert
Unterdessen sorgte ein Einreisevorfall für Aufsehen: Der ehemalige spanische Nationalspieler Joan Capdevila, Weltmeister von 2010, wurde an der US-Grenze abgewiesen. „Sie haben mich abgelehnt, weil ich vor zehn Jahren wegen eines Spiels in den Iran gereist bin“, sagte der 48-Jährige. Sein ESTA-Antrag sei wegen dieser Reise abgelehnt worden.
Martínez richtete unterdessen eine emotionale Botschaft an seine Mitspieler: „Genießt es. Im Profifußball ist es sehr schwer den Moment zu genießen … Manchmal kommen mir die Tränen, wenn wir daran denken, was wir alles erreicht haben.“ Infantino fasste die Stimmung mit Blick auf Trump zusammen: „Diese WM hat alle Erwartungen übertroffen. Der amerikanische Traum wurde Realität. Wir haben die Welt vereint in Amerika.“
Fragen & Antworten
Wer trifft im WM-Finale 2026 aufeinander?
Im Finale stehen sich Spanien und Argentinien gegenüber. Das Spiel findet am Sonntag im MetLife Stadium in East Rutherford, New Jersey, statt.
Was hat Trump über die WM in den USA gesagt?
Trump bezeichnete die Weltmeisterschaft als „erfolgreichstes Sportereignis, vielleicht sogar der Weltgeschichte“ und erklärte, die USA seien doch ein Fußball-Land. Das Finale sei sein einziger Besuch bei einem WM-Spiel.
Warum wurde Joan Capdevila die Einreise in die USA verweigert?
Dem ehemaligen spanischen Weltmeister von 2010 wurde laut eigener Aussage die ESTA-Einreisegenehmigung verweigert, weil er vor zehn Jahren mit der Nationalmannschaft zu einem Spiel im Iran gereist war.