Spanien steht im WM-Finale – Deschamps übt nach dem Aus Kritik am Schiedsrichter
Arlington/Dallas, 15. Juli 2026
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Kurzfassung
Spanien hat Frankreich im WM-Halbfinale in Arlington mit 2:0 besiegt und steht damit am Sonntag im Endspiel. Trainer Didier Deschamps kritisierte nach dem Spiel den Schiedsrichter und sprach von fragwürdigen Entscheidungen.
Arlington/Dallas, 15. Juli 2026
Spanien hat Frankreich im Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Arlington bei Dallas mit 2:0 (1:0) geschlagen und steht damit zum zweiten Mal in seiner Geschichte in einem WM-Finale.
Spielverlauf und Tore
Der spanische Sieg war in dieser Deutlichkeit nicht unbedingt erwartet worden. Vor 70.176 Zuschauerinnen und Zuschauern im Stadion in Arlington trafen Mikel Oyarzabal (22. Minute, Foulelfmeter) und Pedro Porro (58.) für die Mannschaft von Trainer Luis de la Fuente. Spanien, amtierender Europameister, spielt damit am Sonntag im Endspiel um den zweiten Stern – und wartet 16 Jahre nach dem Titelgewinn von 2010 auf die nächste Finalteilnahme.
„Der erste Finalist der WM 2026 steht fest: Spanien schlägt Frankreich mit 2:0 und hat am Sonntag die Chance auf den zweiten Titel", heißt es in der Zusammenfassung des Spiels. El País schrieb, „Spanien hat erneut Geschichte geschrieben. Nach 16 Jahren steht die spanische Nationalmannschaft wieder im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft." Und die Sportzeitung Marca titelte: „Spanien steht im WM-Finale! Zum zweiten Mal in unserem Leben werden wir um den Weltmeistertitel kämpfen! Wir wollen den zweiten Stern!"
Frankreichs Trainer Didier Deschamps, der die Mannschaft seit 2012 betreut und mit ihr 2018 den WM-Titel sowie 2022 das Finale erreicht hatte, reagierte nach dem Schlusspfiff verärgert. Er stellte die Leistung des Schiedsrichters öffentlich infrage: „Glauben Sie, dass der Schiedsrichter gut genug war, um ein Halbfinale zu leiten? … Manche Entscheidungen seien ‚fragwürdig' gewesen." Die Spielanalyse ergab allerdings, dass die strittige Elfmeterentscheidung nach einem Foul von Lucas Digne an Lamine Yamal im Strafraum nicht zu den umstrittenen Pfiffen gehörte.
Deschamps kritisiert den Schiedsrichter
Spanien benötigte nur zwei Schüsse auf das Tor – beide saßen. Die Mannschaft kontrollierte über weite Strecken das Mittelfeld und zwang die französische Offensive, dem Ball hinterherzulaufen. „Spanien war über viele Phasen des Spiels die bessere Mannschaft als Frankreich", schrieb Mundo Deportivo. Frankreichs Sturmreihe mit Kylian Mbappé, Michael Olise, Ousmane Dembélé und Bradley Barcola brachte über Geschwindigkeit nicht ins Spiel. „Mbappé, Olise, Dembélé und Barcola wollten die Spanier mit ihrer Schnelligkeit ins Laufen bringen, doch am Ende waren sie es, die immer wieder dem Ball hinterherliefen", so Mundo Deportivo.
Aus französischer Sicht verlief die Partie unglücklich. Schiedsrichter Ivan Barton aus El Salvador zeigte Saliba bereits nach 30 Minuten verletzungsbedingt die Gelb-Rote-Karte – Nein, er musste verletzt vom Platz; Saliba humpelte nach 30 Minuten vom Feld und wurde durch Maxence Lacroix ersetzt. Zudem sahen Rabiot, Mbappé und Cucurella Gelbe Karten. Mbappé blieb ohne Torerfolg – nach zuvor acht Turniertreffern erst das zweite torlose Spiel des Kapitäns im siebten WM-Einsatz.
„Wir waren nicht auf dem Niveau, ins Endspiel zu kommen", sagte Mbappé und ergänzte, die Mannschaft habe Spanien, „ein Team, das es liebt, den Ball und das Spiel zu kontrollieren", zu viel Kontrolle überlassen. „Das haben wir ihnen erlaubt." Über das kommende Spiel um Platz drei sagte er: „Weil er das verdient. Und die Fans es verdienen." Damit meinte er den Abschied von Deschamps, der das Spiel gegen einen noch nicht feststehenden Gegner als seinen letzten Auftritt als Nationaltrainer bestreiten wird.
Stimmen der Beteiligten
Deschamps selbst sprach von Enttäuschung. „Die Enttäuschung in der Kabine ist groß", sagte der 57-Jährige und fügte hinzu: „Spanien hat gut verteidigt." Er sei dennoch stolz auf das Erreichte: „Ich bin sehr stolz auf alles, was wir mit der Nationalmannschaft erreicht haben. Ich habe viele schöne Momente erlebt. Diesmal sei ‚nicht so ein Moment' gewesen."
Die internationale Presse reagierte mit deutlichen Worten. Die französische Sporttageszeitung L'Équipe titelte „Desaster in Dallas" und sprach von einer „regelrechten Fußballlektion". Die spanische Zeitung As nannte die Vorstellung „Eine Lektion für die Welt" und verglich das Spiel mit dem WM-Finale 2010 in Durban: „Man tausche Durban gegen Dallas, ersetze Puyol durch Oyarzabal und Porro, und die Geschichte nimmt ein glückliches Ende." The Guardian schrieb: „Für alle, die Spanien als Außenseiter abgestempelt hatten, war dies eine spektakuläre Lektion."
Internationales Presseecho
Die britische Boulevardzeitung The Sun kommentierte die Symbolik des Datums: Das Spiel fand am französischen Nationalfeiertag, dem 14. Juli, statt. „Heute ist in Frankreich der Nationalfeiertag, eine Ironie der Geschichte, denn ihre WM-Träume endeten wie in Pompeji." Das portugiesische Sportblatt A Bola schrieb: „Am französischen Nationalfeiertag waren nur ‚Olés' zu hören." Die argentinische Zeitung Olé berichtete: „Spanien hat die französische Maschine gestoppt."
Trainer Luis de la Fuente sprach nach dem Spiel von einem historischen Abend. „Es macht uns so stolz, dass unser König uns angerufen hat und wir den Leuten in den Straßen so eine Freude bereiten konnten." Mit Blick auf das Finale sagte er: „Jetzt haben wir diesen letzten Schritt gemacht und wollen diesen Titel holen." Torhüter Unai Simón, der im Turnier bislang nur ein Gegentor kassierte und mit Paraden an Manuel Neuer in dessen besten Zeiten erinnerte, bildete erneut einen sicheren Rückhalt.
Die Ausgangslage vor dem Finale ist für Spanien besonders: Die Mannschaft hat seit März 2023 kein Pflichtspiel mehr verloren – ausgenommen die Niederlage im Elfmeterschießen gegen Portugal im Nations-League-Finale des Vorjahres. Lamine Yamal, der tags zuvor seinen Geburtstag gefeiert hatte und in der 61. Minute einen Treffer wegen Abseits aberkannt bekam, feierte den Finaleinzug auf Instagram: Pedri hatte das Datum „19. Juli 2026" gepostet.
Der Blick auf die Statistik zeigt die spanische Effizienz: Zwei Schüsse auf das Tor, zwei Tore. „Eine Lektion für die Welt", schrieb As. Pedro Porro, dessen Treffer aus einem Doppelpass mit Dani Olmo entstand, sagte: „Das hätte ich mir nicht erträumen können."
Ausblick auf das Finale und die Nachfolge
Frankreich verpasste damit den Einzug in das dritte WM-Finale in Folge. „Die Mannschaft von Didier Deschamps wird kein drittes Finale in Folge bestreiten", schrieb Le Figaro. Stattdessen steht am Samstag in Miami Gardens das Spiel um Platz drei an – für Deschamps das letzte Spiel als Nationaltrainer.
Über seine Nachfolge wird bereits spekuliert: Nach Berichten französischer Medien soll Zinédine Zidane, der 1998 als Spieler Weltmeister geworden war, das Amt übernehmen. Offizielle Bestätigungen lagen zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht vor.
Das Endspiel findet am Sonntag, 19. Juli 2026, in East Rutherford statt. Dort trifft Spanien auf den Sieger des zweiten Halbfinals zwischen Argentinien und England. Lionel Messi führt mit acht Toren – ebenso viele wie Mbappé – die ewige WM-Torschützenliste gemeinsam mit dem Franzosen an.
„Spanien erreicht nach einem großartigen Spiel gegen Frankreich sein zweites WM-Finale", fasste die Schweizer NZZ zusammen. „Es ist wieder so weit: Auf ins WM-Finale! In einem WM-Halbfinale, einem Spiel für Auserwählte, lieferte Spanien eine unvergessliche Vorstellung ab", schrieb Marca über den Abend in Texas, an dem die spanische Welle die Franzosen überrollte.
Fragen & Antworten
Wer hat das WM-Halbfinale zwischen Spanien und Frankreich geleitet?
Schiedsrichter Ivan Barton aus El Salvador pfiff die Partie. Frankreichs Trainer Didier Deschamps kritisierte seine Leistung öffentlich als „fragwürdig", wiewohl der strittige Elfmeter nach Foul an Lamine Yamal laut Analyse nicht zu den umstrittenen Entscheidungen zählte.
Wer folgt nach Didier Deschamps als französischer Nationaltrainer?
Nach Berichten französischer Medien soll Zinédine Zidane, der 1998 als Spieler Weltmeister wurde, die Nachfolge antreten. Das kleine Finale am Samstag in Miami Gardens wird Deschamps letztes Spiel als Nationaltrainer sein.
Wie geht es für Spanien nach dem Halbfinalerfolg weiter?
Spanien trifft im Endspiel am Sonntag, 19. Juli 2026, in East Rutherford auf den Sieger der Partie Argentinien gegen England. Es ist das zweite WM-Finale der spanischen Geschichte nach dem Titelgewinn von 2010.
Spanien im WM-Finale 2026: Deschamps kritisiert Schiri | sportnachrichten