Serena Williams: Wimbledon-Comeback 2026 mit Wildcard | sportnachrichten
Serena Williams erhält Wildcard für Wimbledon und kündigt Einzel-Comeback an
London, 22 Juni 2026
Edwin Martinez / Wikimedia Commons / CC BY 2.0
Kurzfassung
Serena Williams (44) kehrt mit einer Wildcard im Damen-Einzel von Wimbledon auf die große Tennisbühne zurück. Die 23-malige Grand-Slam-Siegerin hatte ihre Karriere nach den US Open 2022 beendet und ist seit dieser Woche offiziell für das Rasen-Turnier gemeldet.
London, 22 Juni 2026
Serena Williams kehrt mit einer Wildcard im Einzel beim Grand-Slam-Turnier in Wimbledon auf die Profitour zurück, wie die Veranstalter am Sonntagabend bekanntgaben.
Die Nachricht vom Sonntagabend
Die Nachricht schlug in der Tenniswelt hohe Wellen: Serena Williams, mittlerweile 44 Jahre alt und Mutter von zwei Kindern, wird beim Rasen-Klassiker in Wimbledon wieder im Damen-Einzel antreten. Der Wimbledon-Account schrieb am späten Sonntagabend schlicht "Serena Returns" und sorgte damit für Aufsehen. Ein zweites Posting unter dem Titel "Dies ist keine Übung" stellte unmissverständlich klar, dass die Entscheidung für ein Einzel-Comeback gefallen ist.
Wimbledon als Heimspiel
Wie der All England Club bekannt gab, erhält Williams eine Wildcard für das Hauptfeld des Grand-Slam-Turniers. Damit steht die US-Amerikanerin, die in ihrer Karriere insgesamt 23 Grand-Slam-Titel im Einzel gewonnen hat, direkt im Tableau des bedeutendsten Rasen-Turniers der Welt. Zuletzt hatte sie bei den US Open 2022 ein Einzelmatch bestritten und war damals in der dritten Runde gegen die Australierin Ajla Tomljanović in drei Sätzen ausgeschieden.
Für Williams ist die Rückkehr nach Wimbledon ein Heimspiel der besonderen Art. An der Church Road triumphierte sie bislang sieben Mal und gehört damit zu den prägendsten Spielerinnen der Turniergeschichte. In der sogenannten Open-Ära ab 1968 schaffte im Damentennis keine andere Spielerin mehr Siege beim Rasen-Klassiker. Ihr letzter Einzelsieg in Wimbledon datiert aus dem Jahr 2019, als sie im Halbfinale die Tschechin Barbora Strycova besiegte.
Bereits in den vergangenen Wochen hatte Williams mit Auftritten im Doppel für Schlagzeilen gesorgt. Im Dezember 2025 waren erste Comeback-Gerüchte aufgekommen. Anfang Juni feierte sie an der Seite der Kanadierin Victoria Mboko (19) ihre Rückkehr auf den Profitour beim Queen's Club in London, nachdem sie exakt 1376 Tage kein Pflichtmatch mehr bestritten hatte. Wenige Tage später trat sie bei den Berlin Open zusammen mit der Tschechin Karolina Muchova (29) an.
Doppel mit Schwester Venus
In Wimbledon wird Williams zusätzlich auch im Doppel antreten. Wie das Turnier via Instagram ankündigte, geht sie dort gemeinsam mit ihrer älteren Schwester Venus Williams (46) an den Start. Unter dem Motto "wieder vereint, in Wimbledon" wurde die traditionsreiche Doppel-Konstellation der Williams-Schwestern wiederbelebt. In Berlin hatte Williams zuletzt eingeräumt: "Ich denke, ich muss noch üben".
Unterdessen hält die Wimbledon-Verantwortlichen ein zentrales Detail noch offen. Ein Sprecher erklärte, man werde zu gegebener Zeit bekannt geben, ob die US-Amerikanerin tatsächlich am Eröffnungstag aufschlagen werde. Klar ist aber: Williams hat ihre Wildcard bereits erhalten und steht im Hauptfeld. Wimbledons erstes Match ist traditionell am Montag nach dem Qualifikationswochenende.
Historische Comebacks als Vergleich
Die Reaktionen auf das Comeback fielen überwiegend positiv aus. Boris Becker sprach laut Berichten von "wundervollen Neuigkeiten", und viele Fans und Experten zeigten sich erfreut. Gleichzeitig wurde die Frage laut, ob die Rekord-Grand-Slam-Siegerin nach mehr als dreieinhalb Jahren Pause noch konkurrenzfähig sein wird. Williams selbst hatte vor wenigen Wochen noch betont, sie müsse noch üben.
Historische Vergleiche mit prominenten Comebacks im Sport liegen nahe. 1991 war Björn Borg nach fast acht Jahren Pause in den Profitour zurückgekehrt und hatte sein Auftaktmatch in Monte Carlo gegen den Spanier Jordi Arrese klar mit 2:6, 3:6 verloren. Bis zu seinem endgültigen Karriereende 1993 gelang dem einstigen Popstar des Tennis kein einziger nennenswerter Erfolg. Borg erklärte seine Rückkehr später damit, dass er nach einer Drogensucht wieder einen geregelten Alltag gewinnen wollte.
Gesundheitliche Risiken im Spitzensport
Auch andere Sport-Ikonen lieferten ambivalente Beispiele für Rückkehr-Versuche in fortgeschrittenem Alter. Muhammad Ali, der "beste Boxer aller Zeiten", kehrte 1980 nach einem dritten Titelgewinn 1978 noch einmal in den Ring zurück und wurde von Larry Holmes über viele Runden klar dominiert. Basketball-Ikone Michael Jordan erzielte mit über 38 Jahren bei den Washington Wizards zwar im Schnitt noch gut 21 Punkte pro Spiel, das Team verpasste jedoch in beiden Saisons die Playoffs. Jordan bezeichnete die Entscheidung später als "einen der größten Fehler" seiner Karriere.
Zugleich verweisen Beobachter auf Borgs Spätfolgen. Wie in einem Bericht zu lesen war, "waren seine späten Kämpfe sicher nicht der einzige Auslöser seiner Parkinson'schen Erkrankung, aber sie könnten sie begünstigt haben". Dieser Hinweis verdeutlicht, dass eine Rückkehr in den Spitzensport jenseits der 40 auch gesundheitliche Risiken birgt.
Für Williams selbst überwiegen sportliche und persönliche Gründe. Nach den US Open im September 2022 hatte sie ihre große Karriere beendet. Seit ihrem Profidebüt im Jahr 1995 hatte sie 23 Grand-Slam-Titel im Einzel gewonnen und den Frauentennis über zwei Jahrzehnte geprägt. Wimbledon ist das Turnier, an dem sie sieben ihrer 23 Major-Titel holte.
Unabhängig vom sportlichen Ausgang ihres Comebacks bleibt Williams eine der größten Spielerinnen der Tennis-Geschichte. Ihre 23 Grand-Slam-Titel werden durch das aktuelle Turnier weder geschmälert noch vermehrt. Die kommenden Wochen an der Church Road werden zeigen, ob sie mit der jüngeren Generation noch um Matches mitspielen kann.
Williams' Platz in der Tennis-Geschichte
Das Turnier in Wimbledon ist das prestigeträchtigste der Welt. 2020 war es wegen der Corona-Pandemie ausgefallen. In den Jahren 2021 und 2022 verlief das Turnier für Williams jeweils enttäuschend: 2021 musste sie in der ersten Runde verletzt aufgeben, ein Jahr später schied sie gegen Harmony Tan ebenfalls in Runde eins aus.
Williams' Auftritt beim Queen's Club hatte gezeigt, dass sie das Spielniveau im Doppel noch mitgehen kann. Bei den Berlin Open wiederholte sie den Auftritt mit einer anderen Partnerin. Nun also der logische Schritt: das Einzel-Comeback beim größten Rasen-Turnier der Welt.
Die Spannung unter Fans ist groß. Nach exakt 1376 Tagen ohne Einzelmatch wird Williams am All England Club wieder aufschlagen. Egal wie das sportliche Ergebnis ausfällt: die Geschichte des Damentennis ist um ein weiteres Kapitel reicher.
Für Wimbledon ist die Rückkehr einer siebenmaligen Championesse auch wirtschaftlich und medial ein Glücksfall. Die Nachricht von Williams' Wildcard verbreitete sich am späten Sonntagabend viral, zahlreiche internationale Medien griffen das Thema auf. Der bisherige Ticketverkauf dürfte durch die Nachricht einen zusätzlichen Schub erhalten.
Fragen & Antworten
Wie oft hat Serena Williams in Wimbledon gewonnen?
Williams triumphierte an der Church Road bislang sieben Mal. In der Open-Ära des Damentennis ab 1968 schaffte keine andere Spielerin mehr Siege beim Rasen-Klassiker in Wimbledon.