Peter Schöttel hat im österreichischen Fußball-Nationalteam einen Umbruch angekündigt und will nach dem WM-Aus gezielt jüngere Spieler einbauen, wie er am Wochenende erklärte.

Hintergrund

Schöttel zeigte sich am Rande der Analyse des abgelaufenen Turniers überzeugt, dass der Zeitpunkt für eine Verjüngung gekommen sei. „Ich denke schon, dass jetzt der Zeitpunkt ist, jüngere Spieler dazuzunehmen, die jetzt schon knapp dran waren, die auf Abruf waren und fast mitgefahren wären“, meinte Schöttel. Der 59-Jährige ist als Entscheidungsträger im ÖFB-Team für die Kaderzusammenstellung verantwortlich.

Die aktuelle Phase rund um die bevorstehenden Länderspiele nutzt der Verband zugleich, um die Weichen für die kommenden Aufgaben zu stellen. Schöttel verwies auf die Stabilität der vergangenen Jahre und formulierte zugleich den Anspruch, diese weiterzuentwickeln. „Wir haben in den letzten Jahren ein gewisses Maß an Stabilität hineinbekommen“, sagte der Wiener.

Beim Blick auf die internationale Konkurrenz formulierte Schöttel eine klare Einschätzung. „Spanien ist vermutlich eine der drei besten Mannschaften im Turnier – neben Frankreich und Argentinien“, meinte der 59-Jährige. „Das sind bisher die Teams, die am besten performt haben. Gegen zwei davon haben wir gespielt und verloren.“ Diese Bilanz erklärte er zu einem Maßstab für die weitere Entwicklung.

Was ist neu seit dem 4. Juli 2026

Was ist neu seit dem 4. Juli 2026

Seit der letzten Berichterstattung hat sich der Blick auf den Kader der ÖFB-Auswahl konkretisiert. Schöttel hat den angekündigten Umbruch öffentlich mit Namen untermauert und die Gründe für den Schritt klar benannt. Neu ist vor allem die direkte Forderung, erfahrene Spieler sollten den Nachwuchs anführen. „Weil es, glaube ich, notwendig ist, dass unsere Topspieler, die noch in einer guten körperlichen Verfassung sind, weiterspielen, um die Jungen auch nachzuführen“, sagte er.

Rolle von Baumgartner und Alaba

Zugleich konkretisierte Schöttel die zeitliche Perspektive für den verletzten Christoph Baumgartner. Dessen schwere Oberschenkelverletzung bezeichnete er als „größten Schock“ vor der WM und prognostizierte, dass der RB-Leipzig-Spieler vermutlich auch Ende September noch nicht zur Verfügung stehen werde. „Aber diese Anzeichen habe ich jetzt eigentlich nicht“, sagte er mit Blick auf eine frühere Rückkehr.

Rolle von Baumgartner und Alaba

Der Blick nach vorn: Nations League und Heimspiele

Baumgartsners Ausfall habe das Team unmittelbar vor dem Turnier hart getroffen. „Dass er so knapp vor dem Turnier ausgefallen ist und gar nicht hat spielen können, hat uns gezwungen, andere Abläufe durchzuführen, als wir sie gewohnt sind“, erklärte Schöttel. Einige andere Akteure seien erst kurz vor der WM aus Verletzungen herausgekommen. „Er ist der Schlüsselspieler für uns in den Offensivabläufen“, begründete der Wiener.

Beim Kapitän David Alaba, der unmittelbar nach dem WM-Aus seine weitere ÖFB-Karriere offengelassen hatte, blieb Schöttel bei seiner Linie, wonach die erfahrenen Kräfte weiterhin eine wichtige Rolle spielen sollen. Erneut verwies er auf den besonderen Wert von Führungsspielern für den Übergang zwischen den Generationen. Eine endgültige Entscheidung Alabas steht weiter aus.

Personeller Umbruch mit Augenmaß

Der Blick nach vorn: Nations League und Heimspiele

Mit Blick auf die nächste Endrunde formulierte Schöttel die Anspruchshaltung klar: „Speziell bei Europameisterschaften mit 24 Teilnehmern sollte es die Ausnahme sein, nicht dabei zu sein.“ Die nächste WM-Endrunde steigt 2028 in Großbritannien und Irland, Schöttel sieht das Turnier als zentralen Bezugspunkt der Kaderplanung.

Emotionale Belastung und kommende Aufgaben

Bis dahin stehen für die ÖFB-Auswahl Partien in der Nations League an, die als Gradmesser dienen sollen. Im September empfängt das ÖFB-Team in Linz Israel, am 27. September folgt eine weitere Begegnung. Abgeschlossen wird die Ligaphase mit einer Heimpartie am 14. Diese Spiele sollen den Grundstein für die kommenden Aufgaben legen.

Personeller Umbruch mit Augenmaß

Den personellen Umbruch will Schöttel nicht als Bruch, sondern als kontrollierten Übergang verstanden wissen. Er kündigte an, gezielt auf Spieler zu setzen, die zuletzt knapp am Kader waren. „Ich denke schon, dass jetzt der Zeitpunkt ist, jüngere Spieler dazuzunehmen“, sagte er. Erfahrung und Jugend sollen in Balance gebracht werden.

„Wir haben in den letzten Jahren ein gewisses Maß an Stabilität hineinbekommen“, sagte Schöttel. Daraus leite sich ab, dass die Mannschaft in der Qualität mehr Tiefe braucht, um auf mehreren Positionen konkurrenzfähig zu bleiben. Der Verband setzt dabei auf Spieler, die „auf Abruf waren und fast mitgefahren wären“, wie Schöttel es formulierte.

Emotionale Belastung und kommende Aufgaben

Der gesamte zurückliegende Monat sei von vielen Emotionen geprägt gewesen, resümierte Schöttel: „Der Monat war schon geprägt von vielen Emotionen.“ Ebenso verwies er auf interne Themen während des Turniers: „Wir haben einige Themen über das ganze Turnier gehabt“, sagte er, ohne diese im Detail auszuführen.

Für die ÖFB-Auswahl beginnt damit eine Phase, in der Erfahrung aus dem Turnier in Planung überführt werden soll. Die Nations League bietet den Rahmen, um neue Spieler an das Niveau heranzuführen, ohne dabei die direkte Qualifikation für die EM-Endrunde aus den Augen zu verlieren. Schöttel will den Umbruch bewusst nutzen, um für die WM 2028 gerüstet zu sein.

Mit Blick auf den Kader kündigte der ÖFB-Entscheider an, dass Erfahrungsträger wie Marko Arnautovic weiterhin eine zentrale Rolle spielen sollen. Diese Spieler würden benötigt, um die jüngeren Kräfte an die Anforderungen des internationalen Fußballs heranzuführen. „Unsere Topspieler sollen die Jungen nachführen“, sagte Schöttel.

Insgesamt fügt sich die Ankündigung in die seit Jahren laufende Strategie des ÖFB, nach den WM-Endrunden 2018, 2022 und zuletzt 2026 die Kadertiefe zu erhöhen. Schöttel sprach von einer „gewissen Stabilität“, die es nun gezielt weiter auszubauen gelte. Daraus soll eine Mannschaft entstehen, die 2028 in Großbritannien und Irland wieder eine Rolle spielen kann.