Österreich vs Spanien WM 2026 Achtelfinale | sportnachrichten
Österreich trifft im WM-Achtelfinale auf Spanien – Außenseiter mit Mut zum Risiko
Los Angeles, 02. Juli 2026
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Kurzfassung
Österreich trifft am Donnerstag um 21:00 Uhr (MESZ) im WM-Achtelfinale auf Spanien, den aktuellen Europameister und Zweiten der FIFA-Weltrangliste. Für die ÖFB-Elf von Teamchef Ralf Rangnick ist es das erste K.-o.-Spiel bei einer Weltmeisterschaft seit 1954.
Österreich bestreitet am Donnerstag um 21:00 Uhr in Inglewood bei Los Angeles das WM-Achtelfinale gegen Spanien und geht als klarer Außenseiter in die Partie.
Ausgangslage und Historie
Das Spiel findet im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 statt und wird live vom Sender ServusTV übertragen. Für Österreich ist es die erste K.-o.-Begegnung bei einer Männer-WM seit 1954, als die ÖFB-Auswahl das Spiel um Platz drei in der Schweiz gegen Uruguay mit 3:1 gewann. Seither verlor das österreichische Team zwei K.-o.-Partien bei großen Turnieren, die einen Sieger verlangten: das EM-Achtelfinale 2021 gegen Italien (1:2 nach Verlängerung) und das EM-Achtelfinale 2024 gegen die Türkei (1:2). Ein Elfmeterschießen hat die österreichische Männermannschaft in einem Pflichtspiel noch nie bestritten.
Spanien reist als amtierender Europameister und Zweitplatzierter der FIFA-Weltrangliste in das Duell. Die Iberer sind seit 34 Pflichtspielen ungeschlagen, wobei eine Niederlage im Elfmeterschießen gegen Portugal im Nations-League-Finale des Vorjahres nicht mitgezählt wird. In regulärer Spielzeit hat Spanien sogar 33 Partien am Stück nicht verloren. Dennoch wartet auch die spanische Auswahl seit dem WM-Finaltriumph 2010 auf einen Sieg in einer K.-o.-Runde: 2018 und 2022 schieden die Spanier jeweils im Achtelfinale im Elfmeterschießen gegen Russland beziehungsweise Marokko aus.
Spaniens Weg ins Achtelfinale
Auf dem Weg ins Achtelfinale zeigte die Mannschaft von Teamchef Luis de la Fuente durchwachsene Leistungen. Zum Auftakt gab es ein 0:0 gegen Kap Verde, wobei die Spanier überraschend mit einer 4-5-1-Formation und dicht gestaffeltem Mittelfeld auftraten. Die Kapverdische Auswahl, die in diesem Spiel nur ein einziges Foul beging, machte durch das torlose Unentschieden Schlagzeilen, und ihr Torhüter Vozinha wurde über Nacht zum Star. In den weiteren Gruppenspielen erzielte Spanien fünf Tore, davon vier allein beim 4:0 gegen Saudi-Arabien. Zudem verfügte die Mannschaft in der 39. Minute gegen Kap Verde über eine Doppelchance.
Österreichs Weg ins Achtelfinale verlief turbulenter. Die Mannschaft von Teamchef Ralf Rangnick, der 68 Jahre alt ist, gewann das erste Gruppenspiel mit 3:2. Danach folgte eine 0:2-Niederlage gegen Argentinien und ein 3:3-Unentschieden gegen Algerien in der Nachspielzeit, das den späten Einzug in die K.-o.-Runde sicherte. Insgesamt erzielte das ÖFB-Team in den drei Gruppenspielen sechs Tore und kassierte ebenso viele. Rangnick sieht beim Abwehrverhalten der Mannschaft noch Steigerungspotenzial und formulierte die Erwartung einer Leistungssteigerung für das Duell mit Spanien.
Österreichs turbulente Gruppenphase
Im Trainingslager in Santa Barbara bereitet sich die österreichische Mannschaft auf die Partie vor. Die Anreise zum Spielort Inglewood erfolgte am Mittwoch per Bus aus dem nahen Santa Barbara. Spanien hingegen war bereits zwei Tage vor dem Spiel aus dem Mannschaftscamp in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee mit einem viereinhalbstündigen Flug nach Los Angeles gereist.
Personell muss Österreich auf den verletzten Außenbahnspieler Phillipp Mwene verzichten, der wegen einer Muskelverletzung nicht zur Verfügung steht. Auch im Mittelfeld ist eine Änderung denkbar: Florian Grillitsch gilt als Option für die zentrale Position, was den Platz von Xaver Schlager auf der Bank bedeuten könnte. Im Angriff könnte Michael Gregoritsch erneut für Marko Arnautovic beginnen, wie er es bereits im Spiel gegen Argentinien getan hatte. Auf der Linksverteidigerposition wird Konrad Laimer als möglicher Gegenspieler von Lamine Yamal gehandelt.
Der 18-jährige Lamine Yamal vom FC Barcelona, der vor Turnierbeginn mit einer Oberschenkelverletzung zu kämpfen hatte, wurde im Gruppenspiel gegen Kap Verde in der 70. Minute eingewechselt. De la Fuente kündigte an, dass es keine Minutenbegrenzung für den Jungstar gebe: „Lamine kann spielen, solange wir es von ihm wollen. Wir waren bei allen mit ihrer Rehazeit geduldig.“ Bereits in der spanischen U21-Auswahl hatte de la Fuente mehrere heutige Stammkräfte wie Rodri, Pedri und Torhüter Unai Simón betreut, bevor er Ende 2022 zur A-Auswahl aufstieg.
Personelle Lage und Schlüsselduelle
Verletzungsbedingt fehlen den Spaniern zudem die Flügelspieler Nico Williams und Yeremy Pino. Trotz dieser Ausfälle verfügt Spanien weiterhin über hochklassige Einzelspieler: Spanische Torhüter Unai Simón ist seit 429 WM-Minuten ohne Gegentor. Das letzte Gegentor in einer Weltmeisterschaft kassierte er 2022 beim 1:2 in der Gruppenphase gegen Japan.
Wettanbieter und Prognosemodelle stufen die Chancen Österreichs auf einen Viertelfinal-Einzug auf 15 bis 20 Prozent ein. Der ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel sieht darin einen Anreiz: „nicht so zweikampfstark“ wie Argentinien habe sich Spanien in Zweikämpfen präsentiert. Rangnick sprach im Vorfeld von einem „nächstes Endspiel“ und betonte, dass sein Team im Duell mit dem Favoriten nichts zu verlieren habe: „In dem Spiel können wir tatsächlich nur gewinnen“ und ergänzte: „Wir haben noch nicht unser Leistungsmaximum erreicht.“ Über Yamal sagte Rangnick: „Er ist einer der kommenden Topstars, eigentlich ist er jetzt schon einer“ und bezeichnete Spanien als „technisch wahrscheinlich die beste Mannschaft der Welt ist in eigenem Ballbesitz“.
Stimmen vor dem Spiel
Auch auf spanischer Seite wird der Respekt vor dem österreichischen Team betont. De la Fuente bezeichnete Frankreich als Topfavoriten des Turniers, hob jedoch gleichzeitig die Qualitäten der ÖFB-Auswahl hervor: „Die österreichische Schule sei von Disziplin, Kraft, physischer Stärke und einer Lufthoheit geprägt.“ Über die Entwicklung der Mannschaft sagte de la Fuente: „Sie haben das weiterentwickelt. Sie spielen zunehmend intensiver“. Zur aktuellen Verfassung seiner Mittelfeldakteure erklärte er: „Ich sehe, wie sie sich ständig verbessern. Es ist ein langes Turnier mit vielen Reisen, aber sie sind jetzt in sehr guter Verfassung“.
De la Fuente kündigte an, am eigenen Spielstil festzuhalten und seine Mannschaft habe sich auf alle Eventualitäten vorbereitet – einschließlich eines möglichen Elfmeterschießens. Spanien habe dafür Spezialisten: „Einen Elfmeter zu schießen ist nichts Zufälliges, wir haben dafür Spezialisten.“ Auf die Frage nach dem hohen Pressing der Österreicher sagte de la Fuente: „Dazu komme das hohe Pressing, das man nicht nur bei der WM, sondern vor allem davor in vielen Spielen des ÖFB-Teams gesehen habe.“ Für den Fall, dass Österreich tief und kompakt stehe, müsse sein Team den Ball mit Genauigkeit zirkulieren lassen. „Der Europameister will seinem eigenen, auf Ballbesitz ausgelegten Stil treu bleiben.“ Auf die Kritik an der bisherigen Leistung Spaniens reagierte de la Fuente gelassen: „Ich werde jeden Tag optimistischer. Aber man darf keine Fehler machen.“
Auf österreichischer Seite unterstrich Phillipp Mwene vor seiner Verletzung die Zuversicht seiner Mannschaft: „Ich glaube, dass wir Spanien mit unserer Spielweise am ehesten ärgern können.“ Er fügte hinzu: „Ich verspüre mehr Vorfreude als Nervosität oder Aufregung“ und betonte: „Das hat uns Gewissheit gegeben: Auch wenn Spanien scheinbar ein übermächtiger Gegner ist, haben wir die Chance, weiterzukommen.“ Über Yamal sagte Mwene: „Es wird oberste Priorität sein, ihn nicht auf seinen starken linken Fuß zu lassen.“ Das Team habe zudem noch nicht sein wahres Gesicht gezeigt: „Ich glaube, dass wir noch nicht unser wahres Gesicht gezeigt haben wie in der Qualifikation oder bei der EM. Wir müssen uns darauf besinnen, was uns hierher gebracht hat“. Den Beweis, Weltklasse-Spieler ausschalten zu können, sieht er gegeben: „Wir haben auch schon gezeigt, dass wir Weltklassespieler ausschalten können, wenn wir da gemeinsam als Mannschaft dagegen agieren.“ Das 3:3 gegen Algerien habe das Team zusätzlich gestärkt: „Dieses Spiel hat uns brutal zusammengeschweißt“.
Ausblick auf das Viertelfinale
Florian Grillitsch richtete den Blick auf die besondere Bedeutung des Spiels: „Wir sind bei einer WM, dürfen gegen Spanien spielen. Dafür brennt jeder. Jeder wird rennen, bis er umfällt.“ Über die unmittelbaren Minuten zwischen dem Rückstand und dem Ausgleich im Algerien-Spiel sagte er: „sehr schwierig“. Taktisch sieht er Spanien als „mit dem Ball Weltklasse“: „Die Spanier werden sicher spielerische Lösungen gegen unser Pressing finden.“ Daraus leitet er ab: „Wir brauchen auch Phasen mit dem Ball. Ohne Erholungsphasen geht es nicht, sonst läufst du dich kaputt.“
Der Sieger der Partie Spanien gegen Österreich trifft im Viertelfinale auf den Sieger der Begegnung zwischen Portugal und Kroatien, die in Toronto ausgetragen wird – Anpfiff in der Nacht zu Freitag um 1:00 Uhr MESZ. Spaniens erklärtes Ziel bleibt das Finale am 19. Juli nahe New York. Für Österreich geht es nach Einschätzung von Rangnick zunächst darum, einen perfekten Matchplan und eine überdurchschnittliche Leistung abzurufen, um die Sensation zu schaffen.
Gelingt Österreich der Einzug ins Viertelfinale, wäre es der größte internationale Erfolg der Männermannschaft seit dem dritten Platz bei der WM 1954. Schon die Teilnahme am Achtelfinale selbst ist ein Erfolg, den die ÖFB-Auswahl seit 72 Jahren nicht mehr erreicht hat. Das Spiel am Donnerstagabend könnte damit unabhängig vom Ausgang zu einem historischen Moment im österreichischen Fußball werden.
Fragen & Antworten
Wann und wo findet das Spiel Spanien gegen Österreich statt?
Das WM-Achtelfinale zwischen Spanien und Österreich wird am Donnerstag um 21:00 Uhr (MESZ) in Inglewood bei Los Angeles ausgetragen und live von ServusTV übertragen.
Wer ist der Favorit im Duell Spanien gegen Österreich?
Spanien geht als amtierender Europameister und Zweiter der FIFA-Weltrangliste sowie mit 34 ungeschlagenen Pflichtspielen in Serie als klarer Favorit in die Partie; Wettanbieter sehen Österreichs Chancen auf den Viertelfinal-Einzug bei 15 bis 20 Prozent.
Welche Spieler fehlen Spanien und Österreich verletzungsbedingt?
Spanien muss auf die Flügelspieler Nico Williams und Yeremy Pino verzichten, Österreich auf den Außenbahnspieler Phillipp Mwene wegen einer Muskelverletzung.