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Österreichs WM-Aus gegen Spanien: Alaba richtet emotionale Worte an die Fans
Los Angeles, 04. Juli 2026
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Kurzfassung
Nach dem 0:3 gegen Spanien und dem vorzeitigen WM-Aus hat David Alaba in einem emotionalen Instagram-Posting Abschied von der Turnierbühne genommen. ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick und die Spieler um Marko Arnautović zogen trotz der Enttäuschung ein gemischtes Fazit der historischen WM-Reise.
David Alaba hat sich nach dem 0:3 Österreichs gegen Spanien im WM-Achtelfinale mit einem emotionalen Instagram-Posting an die Fans gewandt und die Mannschaft zur Gemeinschaft beschworen.
Alabas emotionaler Abschied
Die Reise der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in den Vereinigten Staaten ist beendet. Nach dem 0:3 (1:0) gegen Spanien am Donnerstagabend im Achtelfinale herrschte bei den Spielern um David Alaba eine Mischung aus Enttäuschung und Stolz. Alaba, dessen Vertrag bei Real Madrid Ende Juni ausgelaufen war, veröffentlichte noch in der Nacht eine fünfteilige Bilderserie auf Instagram, in der er die Mannschaft als Familie bezeichnete. "Und genau das haben wir gemacht, Österreich", startete der 34-Jährige seinen Beitrag. "Wir werden wieder aufstehen und wir werden wieder angreifen."
Der Auftritt gegen den späteren Titel-Mitfavoriten aus Spanien war über weite Strecken eine Standortbestimmung mit deutlichen Grenzen. Die Furia Roja blieb auch im vierten Spiel des Turniers ohne Gegentor, baute ihre historische Zu-null-Serie um Keeper Unai Simón auf 519 Minuten aus und überholte damit die italienische Torhüterlegende Walter Zenga, der 1990 im eigenen Land bis zum Halbfinale gegen Argentinien 517 Minuten ohne Gegentreffer blieb. Für Österreich endete ein Turnier, das mit großen Hoffnungen begonnen hatte, mit der Erkenntnis, dass zur absoluten Weltspitze noch ein Stück fehlt.
Alaba richtete zum Abschluss seines Postings eine deutliche Botschaft an die Anhänger: "Auch diese Niederlage und das Ausscheiden werden wir gemeinsam verdauen – so sehr es heute auch noch wehtut." Er habe sich "überhaupt keine Gedanken" um seine Zukunft gemacht, weder auf Nationalmannschafts- noch auf Vereinsebene, erklärte der Routinier. "Ich war wirklich hier und jetzt sehr, sehr konzentriert und fokussiert auf diese Weltmeisterschaft und habe wirklich nur darauf meinen Fokus gelegt", sagte der Kicker. Was nach dem ausgelaufenen Vertrag bei Real Madrid kommt, ließ der 34-Jährige demnach bewusst offen.
Schon das Erreichen der Endrunde war für Österreich ein historischer Erfolg. Das Team von Ralf Rangnick hatte sich erstmals seit 28 Jahren wieder für eine WM qualifiziert, beim 3:1 gegen Jordanien den ersten WM-Sieg seit 1990 gefeiert und mit dem Überstehen der Gruppenphase erstmals seit 1982 wieder ein K.-o.-Spiel bei einer Endrunde bestritten. Das 3:3 gegen Algerien, in dem Sasa Kalajdzic in der Nachspielzeit ausgleich, ging als "Magic Moment" in die österreichische Fußball-Geschichte ein. ORF-Experte Peter Stöger erinnerte daran: "Das Kalajdzic-Tor wird nie jemand vergessen."
Trotz dieser Momente blieb bei vielen Beobachtern ein ambivalenter Eindruck. Beim 3:1 gegen Jordanien erzwang Österreich den Pflichtsieg im Finish, beim 0:2 gegen Argentinien spielten die Österreicher brav mit, waren aber bei der Messi-Show von einem eigenen Torerfolg meilenweit entfernt, und beim 3:3 gegen Algerien wäre man beinahe vorzeitig gescheitert. Marcel Sabitzer brachte es mit Blick auf das Gesamtbild auf den Punkt: "Es war nicht alles gut, aber auch nicht alles schlecht."
Andreas Herzog analysierte das Turnier in Los Angeles nüchtern. "Wir müssen wieder mehr Rücksicht auf das Spiel mit dem Ball nehmen, da ist Kreativität gefordert", sagte der 41-Jährige und hofft, dass Talente in der heimischen Bundesliga auch früher zum Zug kommen. Herzog verwies auf die Erwartungshaltung nach der starken EM 2024: "Wir hatten zuvor eine sehr starke EM, die Erwartungshaltung wurde höher, und das wurde auch das Problem." Außerdem meinte er: "Mehr Spiel mit dem Ball" sei nötig, "da ist Kreativität gefordert". Herzog fasste den Auftritt gegen Spanien so zusammen: "Das war nicht der Fall."
Historische Bilanz und gemischtes Fazit
ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick blickte derweil bereits nach vorn. In einem STANDARD-Interview hatte der Deutsche bereits 2024 mit klaren Worten auf sich aufmerksam gemacht: "Man redet derzeit offen von Remigration und Deportation, manche finden das auch noch gut, für mich sind diese Begriffe schrecklich." Diese Haltung, gepaart mit "Ruhe und Realitätssinn", sei etwas, "das uns im Alltag, in der Wirtschaft, im Bundeskanzleramt, im Parlament" guttun würde, schrieb der STANDARD weiter. Nach dem Spanien-Spiel unterstrich Rangnick die positiven Aspekte der WM-Reise. "Es ist der Verdienst der Mannschaft in den vergangenen Jahren, dass wir uns gegen Spanien etwas ausgerechnet haben und das Spiel nun kritisch sehen", zitierte ihn der Verband.
Marko Arnautović, der gegen Algerien und Jordanien getroffen hatte, nutzte seinen Auftritt vor den Medien für einen weitreichenden Blick. "Ich will mich auch bei allen bedanken, auch bei jenen, die mich schon lange raushaben wollten", dachte ein sichtlich ergriffener Arnautović ans große Ganze. Seine Worte erinnerten an jene nach der EM 2024: "Das waren meine Worte nach der EM 2024." Die Mannschaft habe "einen riesigen Rucksack umgehängt gehabt" und sei "nie richtig in Fahrt gekommen", analysierte Andreas Ivanschitz: "Das merkte man."
Ein Blick auf die Statistiken rund um die spanische Defensivleistung verdeutlicht zudem, auf welch hohem Niveau Österreich gemessen wurde. Simón überholte mit 519 Minuten ohne Gegentreffer nicht nur Zenga, sondern ließ auch deutsche Größen klar hinter sich. Sepp Maier blieb 1978 bei der WM insgesamt 475 Minuten ohne Gegentor (Platz sechs), was international Rang sechs bedeutet. Oliver Kahn stellte den zweitbesten deutschen Wert mit 427 Minuten bei der WM 2002 auf (Platz neun). Manuel Neuer kam trotz 23 Einsätzen bei fünf Weltmeisterschaften nie über 237 Minuten ohne Gegentor am Stück hinaus, was international nur Platz 81 bedeutet. Auch Österreichs Torhüter Alexander Schlager hatte gegen Spanien einen schweren Stand: "Dabei schaffte es der 41-Jährige nie, zwei Spiele am Stück die Null zu halten."
Die Zukunft der Mannschaft ist offen. "Es scheint vorerst auch nichts nachzukommen", heißt es in der Analyse des STANDARD, und die U17-Vizeweltmeister bräuchten noch Zeit. "Speziell das heiße Wetter in Kansas City machte den Spielern beim spektakulären 3:3-Unentschieden gegen Algerien sichtlich zu schaffen." Die Fans hätten sich lange nach solch einem "Magic Moment" gesehnt und ihn auch ausgekostet, "ehe Spanien eben für einen Realitycheck sorgte". Der STANDARD sieht die WM-Erinnerung dabei durchaus positiv: Von Österreichs zweitem Gruppenspiel am 2. Juli 2026 werde mehr bleiben "als nur die Erinnerung an ein Fußballspiel".
Was nach der Niederlage gegen Spanien gezählt habe, sei letztlich die Art und Weise, wie man sich aus dem Turnier verabschiede, sagte der STANDARD weiter. "I am from Austria!" – mit diesem Ausschnitt aus Alabas Posting dokumentierte das Portal die Gefühlslage. Das Ausscheiden sei schmerzhaft, aber kein Bruch. Der STANDARD weiter: "I am from Austria!" – dieser soziale Medien-Kommentar spiegele die Haltung vieler heimischer Fans wider.
Rangnicks Blick nach vorn
Die historische Dimension des Turniers ist unbestritten. Österreichs Nationalteam hat sich erstmals seit 28 Jahren wieder für eine WM-Endrunde qualifiziert, mit dem 3:1 gegen Jordanien den ersten Sieg seit 1990 gefeiert, erstmals seit 1982 die Gruppenphase überstanden und damit erstmals seit 1954 bei einer WM-Endrunde wieder ein K.-o.-Spiel bestritten. "Auf der anderen Seite war es auch so, dass wir in den vergangenen Jahren die Gegner überpowert haben. Das Pressing hat uns ausgemacht, das wissen die Gegner", hieß es aus dem ÖFB-Lager. Damit geht es uns in Europa immer noch relativ gut." Die Kraft der Motivation, Zukunftsgläubigkeit, gleichzeitig Haltung, Ruhe und Realitätssinn: Ein bisschen mehr Rangnick würde uns im Alltag, in der Wirtschaft, im Bundeskanzleramt, im Parlament, ja, in so vielen Lebenslagen guttun.
Für David Alaba persönlich ist die Zeit nach der WM eine offene Frage. "Wie es für David Alaba persönlich weitergeht, ist nach der 0:3-Niederlage gegen Spanien noch ungewiss", schrieb oe24. Sein Vertrag bei Real Madrid war Ende Juni ausgelaufen, Gespräche über eine Verlängerung wurden bislang nicht öffentlich. Die Zukunft komplett ungewiss. Was bleibt, ist der Versuch, eine gemeinsame Botschaft zu senden – an die Fans, an die Mannschaft, an das Land.
Fragen & Antworten
Wie hat sich David Alaba nach dem WM-Aus gegen Spanien geäußert?
David Alaba veröffentlichte am späten Donnerstagabend eine fünfteilige Bilderserie auf Instagram, in der er die Mannschaft als Familie bezeichnete und ankündigte: "Wir werden wieder aufstehen und wir werden wieder angreifen."
Welche historischen Erfolge hat Österreich bei dieser WM erreicht?
: Österreich qualifizierte sich erstmals seit 28 Jahren wieder für eine WM-Endrunde, feierte mit dem 3:1 gegen Jordanien den ersten WM-Sieg seit 1990 und bestritt erstmals seit 1954 wieder ein K.-o.-Spiel bei einer Weltmeisterschaft.
Welchen Rekord stellte Spaniens Torhüter Unai Simón bei dieser WM auf?
Unai Simón hielt 519 Minuten ohne Gegentor und überholte damit die italienische Torhüterlegende Walter Zenga (517 Minuten bei der WM 1990) sowie die deutschen Rekordhalter Sepp Maier und Oliver Kahn deutlich.