Schmid holt ersten Schweizer Tour-Etappensieg seit sechs Jahren – Lipowitz fällt auf Rang sieben zurück
Belfort, 17. Juli 2026
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Kurzfassung
Mauro Schmid hat die 13. Etappe der Tour de France gewonnen und damit für die Schweiz den ersten Tagessieg seit knapp sechs Jahren gefeiert. Der Thürganer setzte sich nach 205,8 Kilometern von Dole nach Belfort im Sprint vor dem Kolumbianer Harold Tejada und dem Briten Tom Pidcock durch.
Der Schweizer Mauro Schmid hat die 13. Etappe der 113. Tour de France gewonnen und damit den ersten Schweizer Tagessieg bei der Frankreich-Rundfahrt seit knapp sechs Jahren errungen.
Streckenverlauf und Rennverlauf
Schmid, der für das Team Jayco AlUla fährt, setzte sich bei der mit 205,8 km längsten Etappe der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt im Sprint gegen Harold Tejada aus Kolumbien (XDS Astana) durch. Den dritten Platz sicherte sich mit zwei Sekunden Rückstand der Brite Tom Pidcock vom Schweizer Team Pinarello 36.5. Für Schmid war es der erste Tour-Etappensieg und der größte Karriereerfolg.
Der 26-jährige Schmid hatte im Vorjahr bereits einen Etappenzweiten bei der Tour de France belegt, wartete aber seit Jahren auf einen ganz großen Tag. „Ein Lebenstraum ist in Erfüllung gegangen, dafür habe ich hart gearbeitet“, sagte der Fahrer aus dem Zürcher Unterland im Ziel. Im SRF-Interview ergänzte er: „Es braucht noch einen Moment, bis ich es realisieren kann.“
Die Etappe begann in Dole und führte über annähernd 206 Kilometer nach Belfort, wo das Ziel nahe der deutschen Grenze lag. Die Strecke wies rund 2.300 Höhenmeter auf, die entscheidende Schwierigkeit war der Ballon d'Alsace, ein Berg der ersten Kategorie, etwa 30 Kilometer vor dem Ziel.
Schlüsselstelle Ballon d'Alsace
Erst nach etwas mehr als 50 Kilometern stabilisierte sich die Rennsituation. Insgesamt hatten sich fast 60 Fahrer abgesetzt. Jayco AlUla brachte vier Akteure in der Fluchtgruppe unter, darunter auch Schmid. „Wir haben den Etappensieg von langer Hand geplant“, bestätigte der spätere Sieger später. „Unser Team hat einen unglaublichen Job gemacht.“
Im Anstieg zum Ballon d'Alsacelöste sich die entscheidende Gruppe um Schmid, Tejada, Pidcock und weitere Ausreißer vom Hauptfeld. „Wenn ich ehrlich bin, habe ich daran gezweifelt, ob ich diesen Berg mit den Besten überqueren kann“, gab Schmid zu, „aber ich habe mich selbst überrascht.“
Das Duo hatte sich rund 15 Kilometer vor dem Ziel aus der Fluchtgruppe abgesetzt. Auf der Abfahrt und im anschließenden welligen Terrain arbeiteten Schmid und Tejada Hand in Hand, ehe es im Sprint zum ersten Tagessieg des Schweizers reichte. „Ich habe fast nie nach hinten geschaut. Es ging mehr darum, die Kräfte so einzuteilen, dass ich am Schluss noch etwas übrighabe“, schilderte Schmid den Schlussabschnitt.
Pidcock macht großen Sprung
Pidcock, der zwei Sekunden hinter Schmid ins Ziel kam und zusätzlich vier Bonussekunden erhielt, machte im Gesamtklassement einen großen Sprung nach vorn. Der zweimalige Mountainbike-Olympiasieger kletterte vom zehnten auf den vierten Platz und liegt nun 4:15 Minuten hinter dem Führenden zurück. „Pidcock hat als Vierter Chancen auf einen Podestplatz“, hieß es dazu.
Im Hauptfeld, das mit den Favoriten um den Gesamtsieg das Ziel erreichte, ging es deutlich ruhiger zu. Die Gruppe um Spitzenreiter Tadej Pogacar im Gelben Trikot erreichte das Ziel mit 7:32 Minuten Rückstand auf Schmid. Pogacar, der viermalige Gesamtsieger aus Slowenien (UAE Emirates-XRG), bleibt damit unangefochtener Leader.
Gesamtklassement nach der 13. Etappe
In der Gesamtwertung (13 von 21 Etappen) führt Pogacar (47:18:31 Stunden) vor dem Dänen Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike) mit 3:36 Minuten Rückstand und dem Belgier Remco Evenepoel (Red Bull-Bora-hansgrohe) mit 4:06 Minuten. Pidcock folgt mit 4:15 Minuten auf Rang vier, vor dem Spanier Juan Ayuso (Lidl-Trek) und dem Franzosen Paul Seixas (Decathlon CMA CGM).
Der deutsche Vorjahresdritte Florian Lipowitz (Red Bull-Bora-hansgrohe) ist Siebenter (+4:44). Der 25-Jährige rutschte damit im Vergleich zur vorherigen Etappe vom sechsten auf den siebten Rang zurück, bleibt aber in Schlagdistanz zu den Podestplätzen.
Die österreichischen Profis spielten auf der 13. Etappe keine Rolle: Marco Haller (Tudor Pro Cycling Team) wurde 125. mit 17:19 Minuten Rückstand, Felix Großschartner (UAE Emirates-XRG) belegte Rang 135 mit demselben Abstand. Im Gesamtklassement liegt Haller auf Rang 159 (3:05:17), Großschartner fiel auf Platz 42 zurück.
Ausblick: Vogesen und Hochgebirge
Am Wochenende stehen zwei harte Gebirgsherausforderungen an. Am Samstag wartet die 14. Etappe mit Start in Mülhausen und Ziel in Le Markstein Fellering. Über 155,3 Kilometer erstreckt sich der Kurs zwischen Mülhausen und dem Ziel in Le Markstein Fellering, warten am Samstag gleich drei Berge der ersten Kategorie sowie ein weiterer der zweiten Kategorie auf das Feld. Insgesamt sind rund 3.800 Höhenmeter zu bewältigen.
Schmid blickt derweil gelassen auf den Rest der Rundfahrt. „Ich bin extrem happy für das Team, dass wir diesen Sieg haben. Ab jetzt können wir befreit fahren“, sagte er. Auf die Frage nach den Feierlichkeiten antwortete er schmunzelnd: „Ein bisschen feiern werden wir schon, denn unser Hotel liegt nur 10 Minuten vom Ziel entfernt. Es gibt sicher ein gutes Nachtessen.“
Schweizer Durststrecke beendet
Mit dem Erfolg von Schmid endet eine lange Durststrecke für die Schweizer Radprofis bei der Tour. Der letzte Schweizer Etappensieg datierte aus dem Jahr 2020, als Marc Hirschi triumphierte. Zuvor hatte Fabian Cancellara aus Bern im Jahr 2012 seinen achten und letzten Tour-Etappensieg gefeiert. Schmid, der im Vorjahr noch Zweiter auf einer Etappe gewesen war, machte aus dieser Erfahrung nun einen Triumph.
Auch Teamkollege Michael Matthews zeigte sich beeindruckt: „Er ist wie eine Schweizer Uhr – immer pünktlich. Mauro ist ein toller Typ und ein aussergewöhnlicher Radfahrer. Was er heute gezeigt hat, ist pure Klasse“, sagte der Australier, der auf der Etappe den 13. Platz belegte.
Am Samstag und Sonntag geht es in den Vogesen und im Hochgebirge weiter. Die 15. Etappe führt über 183,9 Kilometer von Champagnole zum Plateau de Solaison. Die 113. Tour de France war am 4. Juli mit einem 19,6 Kilometer langen Zeitfahren in Barcelona gestartet worden und endet am 26. Juli mit der 21. Etappe von Thoiry auf die Champs-Élysées in Paris.
Fragen & Antworten
Wer ist Mauro Schmid?
Mauro Schmid ist ein 26-jähriger Schweizer Radprofi aus dem Zürcher Unterland, der für das australische Team Jayco AlUla fährt. Mit dem Sieg auf der 13. Etappe feierte er seinen ersten Tour-Etappensieg und den größten Erfolg seiner Karriere.
Warum ist der Etappensieg für die Schweiz besonders?
Es war der erste Schweizer Etappensieg an der Tour de France seit fast sechs Jahren. Zuletzt hatte Marc Hirschi im Jahr 2020 eine Etappe gewonnen, davor Fabian Cancellara 2012.
Was steht am Wochenende bei der Tour de France an?
Am Samstag steht die 14. Etappe über 155,3 km von Mülhausen nach Le Markstein Fellering in den Vogesen mit drei Bergen der ersten Kategorie und rund 3.800 Höhenmetern an. Am Sonntag folgt die 15. Etappe von Champagnole zum Plateau de Solaison über 183,9 km.
Tour de France: Schmid gewinnt Etappe 13 in Belfort | sportnachrichten