Sabine Payer beendet nach Olympia-Silber ihre Karriere – 21 Weltcupsiege und ein „cooler Abschluss“
Wien, 16. Juli 2026
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Kurzfassung
Die österreichische Snowboarderin Sabine Payer hat nach 16 Weltcup-Saisons und 21 Siegen ihre Karriere beendet. Den Abschluss bildete die Silbermedaille im Parallelriesenslalom bei den Olympischen Winterspielen in Livigno.
Die österreichische Snowboarderin Sabine Payer (33) hat am Donnerstag über den Österreichischen Skiverband (ÖSV) ihren Rücktritt vom aktiven Sport bekannt gegeben und beendet damit eine Laufbahn mit 21 Weltcupsiegen und einer olympischen Silbermedaille.
Die 33-Jährige aus St. Veit in Kärnten erklärte in einer Verbandsaussendung, dass sie „nach 16 Saisonen im Weltcup der richtige Zeitpunkt“ sei und sich diese Entscheidung „auch richtig anfühlt“. Zugleich sprach sie von Wehmut. Die Karriere der Ausnahmeathletin mündete in einer Medaille, die sie selbst als „unglaublich schönes Happy End“ bezeichnet.
Olympia in Livigno als krönender Abschluss
Anfang des Jahres hatte Payer bei den Olympischen Winterspielen in Livigno im Parallelriesenslalom Silber gewonnen – es war ihr einziger Start bei Olympischen Spielen. In der Mixed-Team-Konkurrenz, die nicht zu ihrem Programm gehörte, sicherte sie sich keinen weiteren Einsatz. „Die Olympischen Spiele mit dem Gewinn der Silbermedaille waren ein unglaublich schönes Happy End und ein cooler Abschluss einer genialen Zeit, in der ich viel erleben durfte“, sagte Payer.
Die Kärntnerin gilt als erfolgreichste österreichische Alpinsnowboarderin der Weltcup-Geschichte. Insgesamt feierte sie 21 Weltcupsiege, 13 davon in Einzelrennen. In der Einzelwertung standen 13 erste, 13 zweite und 11 dritte Plätze zu Buche, was insgesamt 49 Podestplätzen im Weltcup entspricht. Dazu kommen acht Team-Siege, drei zweite und ein dritter Rang in Mannschaftswettbewerben.
Die Bilanz: 21 Weltcupsiege und 49 Podestplätze
Von der Saison 2014/15 an schaffte es Payer in elf von zwölf Weltcup-Saisonen in die Top Ten der Gesamtwertung. Viermal beendete sie den Gesamt-Weltcup auf Rang drei. Auch zwei Kristallkugeln im Teamwettbewerb stehen in ihrer Vitrine: eine gemeinsam mit ihrem Ehemann Alexander Payer, eine weitere mit Andreas Prommegger in der Saison 2023/24.
Alexander Payer, ebenfalls ein erfolgreicher Snowboarder, ist seit Juli 2024 Sabines Ehemann. Beide standen am Stützpunkt Simonhöhe dem Nachwuchs mit Rat und Tat zur Seite. Ihren ersten Weltcupsieg feierte Sabine Payer im Jahr 2024 im Parallelslalom von Montafon, ihren letzten Anfang März im Parallelriesenslalom im polnischen Krynica.
Heimstärke auf der Simonhöhe
Bei Heimrennen auf der Simonhöhe war die Kärntnerin besonders erfolgreich: Vier ihrer Weltcupsiege feierte sie dort vor heimischem Publikum. „Ich denke da an die Heimrennen auf der Simonhöhe, wo ich vier Weltcupsiege feiern durfte“, erinnerte sie sich in der Aussendung. „Es war nicht immer einfach, nach Verletzungen und Rückschlägen wieder in die Spur zu finden – das hat viel Energie gekostet. Aber der Sport hat mir auch sehr viel zurückgegeben.“
Der Weg zu ihrem Olympiastart war von Rückschlägen geprägt. 2018 verpasste Payer die Spiele in Pyeongchang wegen eines komplexen Syndesmosebandrisses und eines gebrochenen Wadenbeins, das sie sich im letzten Rennen vor den Spielen zugezogen hatte. Auch 2022 reiste sie nach Peking, fiel dort aber nach einem positiven Corona-Test in Quarantäne und konnte nicht antreten.
Verletzungen und verpasste Spiele
Bei den alpinen Snowboard-Weltmeisterschaften 2023 in Bakuriani (Georgien) holte sie ihre ersten WM-Medaillen: Bronze im Parallelslalom sowie Silber im Mixed-Team mit Andreas Prommegger. Zwei Jahre später, bei den Titelkämpfen 2025 in St. Moritz, gewannen Payer und Prommegger im Team erneut Bronze.
Payers sportliche Bilanz umfasst damit insgesamt drei WM-Medaillen sowie die olympische Silbermedaille von Livigno. Hinzu kommen die genannten 21 Weltcupsiege und 49 Podestplätze. „Sabine Payer war eine große Stütze unseres Teams und hat sich mehr als ein Jahrzehnt in der absoluten Weltspitze behauptet“, würdigte Christian Galler, ÖSV-Sportdirektor für Snowboard Alpin und Cross.
Stimmen aus dem ÖSV und aus Kärnten
Galler gratulierte der Athletin zu „einer außerordentlich erfolgreichen Karriere, in der sie uns viele Glücksmomente beschert hat“, und wünschte ihr für die private und berufliche Zukunft alles Gute. „Mit ihrer Olympiageschichte ist sie auch der beste Beweis dafür, dass es mit harter und konsequenter Arbeit möglich ist, Rückschläge wegzustecken“, sagte der Sportdirektor.
Auch der Kärntner Landeshauptmann Daniel Fellner (SPÖ) äußerte sich anerkennend. „Sie war nicht nur als Sportlerin äußerst erfolgreich, sondern ist auch ein Vorbild für unsere Nachwuchsathletinnen und -athleten“, ließ Fellner ausrichten. Fellner hob damit die Rolle Payers als Identifikationsfigur für den heimischen Wintersportnachwuchs hervor.
Payer selbst zeigte sich erleichtert über die Zukunft ihrer Disziplin. Sie begrüßte, dass der Parallelriesenslalom im olympischen Programm bleibt und dass für 2030 zusätzlich ein Mixed-Team-Bewerb ins Programm aufgenommen wird. „Das ist für die Sportart von existenzieller Bedeutung und zugleich ein enormer Motivationsschub für die nächste Generation“, sagte sie.
Ausblick: Mixed-Team 2030 und Nachwuchsarbeit
In Zukunft will Payer dem Stützpunkt Simonhöhe treu bleiben und sich weiter in der Nachwuchsarbeit engagieren. Damit bleibt die Verbindung zu jenen jungen Snowboarderinnen und Snowboardern bestehen, denen sie bereits während ihrer aktiven Zeit zur Seite stand. Einen Wechsel in eine andere Sportart oder eine Trainerlaufbahn im Leistungssport kündigte sie nicht an.
Insgesamt blickt der ÖSV auf den Abschied einer Athletin, die das Bild des österreichischen Alpinsnowboards über Jahre geprägt hat. Ihre Heimatregion Kärnten, der Verband und der Weltcup-Zirkus verlieren eine Ausnahmesportlerin, deren größter sportlicher Traum am Ende einer langen Karriere in Erfüllung ging.
Fragen & Antworten
Wer ist Sabine Payer und warum gilt sie als ÖSV-Ausnahmeathletin?
Sabine Payer ist eine 33-jährige Snowboarderin aus St. Veit an der Glan in Kärnten. Sie gilt als erfolgreichste österreichische Alpinsnowboarderin der Weltcup-Geschichte mit 21 Weltcupsiegen, 49 Podestplätzen und olympischem Silber.
Warum hat Sabine Payer erst bei ihren einzigen Olympischen Spielen starten können?
Payer verpasste die Spiele 2018 in Pyeongchang wegen eines Syndesmosebandrisses und eines Wadenbeinbruchs und konnte 2022 in Peking wegen eines positiven Corona-Tests nicht antreten. Erst 2026 in Livigno feierte sie ihr Olympiadebüt und gewann sofort Silber.
Wie geht es im alpinen Snowboard nach Payers Rücktritt weiter?
Payer selbst sieht die Zukunft positiv: Der Parallelriesenslalom bleibt olympisch, und ab 2030 kommt ein Mixed-Team-Wettbewerb hinzu. Zudem will sie sich weiter in der Nachwuchsarbeit am Stützpunkt Simonhöhe engagieren.
Sabine Payer Karriereende: ÖSV-Snowboarderin nach | sportnachrichten