Am Montag um 17:00 Uhr empfängt der SK Rapid Wien im Allianz Stadion die SV Ried zum entscheidenden Rückspiel des Europacup-Playoffs der österreichischen Bundesliga.

Das Hinspiel in Ried vor einer Woche endete mit einem 2:0-Sieg für die Innviertler. Beide Tore fielen nach Standardsituationen, was Rapids Cheftrainer Johannes Hoff Thorup nachträglich kritisierte. "Wir haben zu viele Freistöße, Ecken und Einwürfe hergegeben", erklärte der Däne.

Die Ausgangslage für Rapid ist damit prekär. Der Rekordmeister hat die letzten vier Pflichtspiele in Serie verloren und in den vergangenen zwei Monaten nur einen Sieg eingefahren – bei sechs Niederlagen und zwei Unentschieden. In den jüngsten sechs Partien erzielte die Mannschaft magere drei Tore.

Sollte Rapid das Ticket verpassen, würde der Klub erstmals seit sieben Jahren keine europäische Gruppenphase erreichen. Dabei geht es nicht nur um Prestige, sondern auch ums Geld: Allein die Teilnahme an der Gruppenphase der Conference League spült über drei Millionen Euro in die Kasse.

Die Ausgangslage: Rapid unter Druck

Rapid kann sich allerdings an eine ähnlich schwierige Situation erinnern: Im Vorjahr drehte das Team von Thorup ein 0:2 aus dem Hinspiel gegen den LASK noch in ein 3:0 im Rückspiel und sicherte sich das Europacup-Ticket. Ercan Kara erzielte damals in der Nachspielzeit den entscheidenden Treffer.

Auch Kapitän Matthias Seidl beschwor vor dem Showdown den Kampfgeist. "Wir haben schon einige Niederlagen mitnehmen müssen, schon ein paar Spiele hintereinander verloren, das kann also keine Ausrede für Montag sein", sagte der Salzburger. Er und seine Kollegen stehen vor dem wichtigsten Spiel der Saison.

Senfts Abschied von Ried

Auf der anderen Seite steht die SV Ried, die als Bundesliga-Aufsteiger 2025 das Abenteuer Europa winken könnte – erstmals seit 14 Jahren. Gelingt der Coup, wäre es der größte Erfolg seit dem Cupsieg 2011. Trainer Maximilian Senft will es vor seinem Abschied noch einmal wissen: Der 36-Jährige wechselt im Sommer zum deutschen Zweitligisten Karlsruher SC.

Senft gab sich vor dem Rückspiel betont optimistisch. "Wenn es eine Mannschaft schaffen kann, dann unsere", zitieren ihn Medien. Das Hinspiel habe sein Team "in beeindruckender Weise" gewonnen. Die Devise des Übungsleiters: "Auf Unentschieden spielen kennt die Mannschaft nicht." Stattdessen will er "den Goliath wackeln lassen" und forderte seine Spieler auf, "die Zitrone komplett auszupressen".

Personell müssen beide Trainer auf wichtige Kräfte verzichten. Bei Rapid fehlen Mbuyi, Ndzie, Nunoo, Marcelin und Horn verletzungsbedingt, zudem ist Yusuf Demir gesperrt. Die Einsätze von Nenad Cvetkovic und Bendegúz Bolla sind fraglich, wobei Hoffnung auf Bolla besteht. Ried muss neben dem verletzten Antonio Van Wyk auf Scherzer, F. Wimmer, Sane, Wernitznig und Kirnbauer verzichten, während Michael Sollbauer nach seiner Auswechslung im Hinspiel wieder im Kader steht.

So könnten sie spielen

Die mögliche Startelf von Rapid: Hedl – Schöller, Cvetkovic (oder Bolla), Raux-Yao, Bolla (oder Auer) – M. Seidl, Amane, Ahoussou – Wurmbrand, Weimann, Dahl. Bei Ried dürfte Leitner im Tor stehen, davor verteidigen Pomer, Havenaar, Sollbauer und Steurer. Im Mittelfeld agieren Bajic, Maart, Nasrawe und Bajlicz, im Sturm Mutandwa und Boguo.

Der Sieger des Duells erhält einen Platz in der zweiten Qualifikationsrunde zur Conference League. Von dort aus sind es noch drei weitere Runden bis zur ersehnten Gruppenphase. Geleitet wird die Partie im Wiener Allianz Stadion, die live auf Sky übertragen wird, von Schiedsrichter Ciochirca. Anpfiff ist um 17:00 Uhr.