Österreichs U19-Frauen haben am Mittwoch in Sarajevo die Schweiz mit 3:1 besiegt und vorzeitig das Halbfinale der Europameisterschaft erreicht – als erstes weibliches ÖFB-Nachwuchsteam bei einer EM.

Mit dem zweiten Sieg im zweiten Gruppenspiel machten die Österreicherinnen den historischen Schritt perfekt. Bereits zum Auftakt hatte die Auswahl von Teamchef Markus Hackl Island mit 3:0 bezwungen. Durch den Erfolg gegen die Schweiz steht das ÖFB-Team vor dem abschließenden Gruppenspiel gegen Titelverteidiger Spanien bereits am Samstag (17.00 Uhr) als Halbfinalist fest.

In einer intensiven Partie brachte Katie Richter die ÖFB-Auswahl kurz vor der Pause verdient mit 1:0 in Führung (41.). Nach dem Seitenwechsel erhöhte Kapitänin Valentina Illinger mit einem Weitschuss auf 2:0 (59.). Die Schweiz verkürzte danach, doch in der Nachspielzeit stellte Greta Spinn mit dem Treffer zum 3:1 (92.) den Endstand her.

Verlauf der Partie gegen die Schweiz

Teamchef Markus Hackl zeigte sich nach dem Schlusspfiff tief bewegt. „Wir sind alle überglücklich, dass wir es jetzt geschafft haben. Es war unser großes Ziel, wir haben geglaubt, dass alles möglich ist“, sagte der Coach. Für ihn ist der erstmalige Einzug ins EM-Semifinale der nächste historische Erfolg für den ÖFB und den heimischen Frauenfußball.

Das Duell mit der Schweiz war taktisch und körperlich anspruchsvoll. Österreich kontrollierte über weite Strecken das Spielgeschehen und nutzte seine Chancen effizient. Besonders die Achse Richter – Illinger erwies sich erneut als treffsicher, ehe Spinn mit ihrem späten Treffer den Sack endgültig zumachte.

Bereits vor dem Anpfiff hatte das ÖFB-Team auf den starken Auftakt gegen Island aufbauen können. Die Spielerinnen wirkten fokussiert und selbstbewusst, was sich in der verdienten Führung vor der Pause widerspiegelte. Auch die Einwechslungen brachten frische Impulse und sorgten dafür, dass die Mannschaft dem Druck der Schweizerinnen standhielt.

Reaktionen von Spielerinnen und Teamchef

Nach dem Schweizer Anschlusstreffer geriet das Ergebnis noch einmal kurz in Gefahr, doch die ÖFB-Defensive um die erfahrene Kapitänin Illinger hielt stand. In der Nachspielzeit krönte Greta Spinn ihre Leistung mit dem entscheidenden 3:1 und sorgte für Jubel bei Spielerinnen und Betreuerteam.

Das bevorstehende Gruppenspiel gegen Titelverteidiger Spanien bezeichnete Hackl als „Bonusspiel“. Der Einzug ins Halbfinale ist bereits gesichert, dennoch wollen die ÖFB-Frauen die Gruppenphase mit einem weiteren Erfolg abschließen und Selbstvertrauen für die K.o.-Runde sammeln.

Bedeutung für den österreichischen Frauenfußball

Für den österreichischen Fußballverband ist dieser Erfolg ein Meilenstein. Noch nie zuvor hatte ein weibliches ÖFB-Nachwuchsteam ein EM-Halbfinale erreicht. Der Verband sieht darin eine Bestätigung der konsequenten Nachwuchsarbeit und der wachsenden Bedeutung des Frauenfußballs im Land.

Die Leistung der Mannschaft zeigt zudem, dass der heimische Frauenfußball international konkurrenzfähig ist. Mit dem Halbfinaleinzug haben sich die ÖFB-U19-Frauen nicht nur sportlich, sondern auch symbolisch in die Geschichtsbücher des österreichischen Fußballs eingetragen.

Ausblick auf das Spiel gegen Spanien

Die Auslosung des Halbfinales steht noch aus. Klar ist aber bereits jetzt, dass die ÖFB-Auswahl mit breiter Brust in die entscheidende Phase des Turniers gehen wird – getragen vom historischen Erfolg gegen die Schweiz.