Sarajevo, 07 Juli 2026
Die österreichische U19-Frauennationalmannschaft spielt am Dienstag in Sarajevo gegen Deutschland um den Einzug ins Finale der U19-Europameisterschaft.
Österreichs U19-Frauen treffen am Dienstag im EM-Halbfinale in Sarajevo auf Deutschland und wollen Historisches erreichen. Noch nie hat ein österreichisches Nachwuchs-Frauenteam ein EM-Halbfinale erreicht – der Schritt ins Endspiel am Freitag wäre ein Novum.
Sarajevo, 07 Juli 2026
Die österreichische U19-Frauennationalmannschaft spielt am Dienstag in Sarajevo gegen Deutschland um den Einzug ins Finale der U19-Europameisterschaft.
Das Team von Trainer Markus Hackl trifft im Halbfinale auf die leicht favorisierten Deutschen und hofft auf den bisher größten Erfolg eines österreichischen Nachwuchs-Frauenteams bei einer Europameisterschaft. „Noch nie war ein österreichisches Nachwuchs-Frauenteam bei einer Europameisterschaft bis ins Halbfinale gekommen“, sagte Hackl. Damit steht bereits fest, dass die Mannschaft unabhängig vom Ausgang der Partie Geschichte geschrieben hat. Der Sieger der Begegnung trifft am Freitag im Finale auf den Gewinner des zweiten Halbfinals zwischen Spanien und Schweden, das bereits um 16:00 Uhr stattfindet.
Auf dem Weg in die K.o.-Runde hatte die österreichische Auswahl in der Gruppenphase gegen Island und die Schweiz gewonnen und musste im letzten Gruppenspiel gegen Spanien eine knappe 1:2-Niederlage hinnehmen. „Im letzten Gruppenspiel gegen Spanien verlor das Team von Markus Hackl nur knapp mit 1:2“, hieß es aus dem Lager der ÖFB-Auswahl. Die Teammitspielerin Alina Kerschbaumer registriert eine wachsende Aufmerksamkeit und spricht von einem „gestiegenen Interesse“ an der Mannschaft nach den Erfolgen in der Vorrunde.
Für die Partie muss Hackl allerdings auf Stürmerin Sara Grabovac verzichten. „Sara Grabovac wegen Knieverletzungen“ steht nicht im Aufgebot für das Halbfinale. Der Ausfall wiegt besonders schwer, da Grabovac als Toptalent und Spielerin von Red Bull Salzburg zu den Leistungsträgerinnen zählt. Trainer Hackl kündigte dennoch an, an der bisherigen Herangehensweise festzuhalten: „Man werde weiter auf das bewährte Angriffspressing setzen und versuchen, die leicht favorisierten Deutschen zu Fehlern zu zwingen.“
Kapitänin Valentina Illinger geht optimistisch in die Begegnung. Die 18-Jährige kennt nach eigenen Angaben einige der deutschen Gegnerinnen bereits aus früheren Duellen und sprach von einer „Riesen-Vorfreude“. „Überrascht sind wahrscheinlich nur Außenstehende“, sagte Illinger über den bisherigen Turnierverlauf der ÖFB-Auswahl.
Auch aus dem A-Team gibt es Rückendeckung für die jungen Spielerinnen. Lars Söndergaard, der Teamchef des A-Teams, hat die U19-Auswahl nach eigenen Worten schon längere Zeit beobachtet. „Ich habe dieses Team schon längere Zeit verfolgt. Es steckt sehr, sehr viel Potenzial in ihnen“, sagte Söndergaard. Er erwartet ein „Spiel auf Augenhöhe“, sollte die Begegnung hart umkämpft werden.
Markus Hackl beschrieb den Kader als „außergewöhnlich guter Jahrgang“ und sieht das Halbfinale als Beleg für die Entwicklung des österreichischen Frauenfußballs. „Ein ‚außergewöhnlich guter Jahrgang‘ sei es“, sagte Hackl mit Blick auf den Kader. Sebastian Prödl, ÖFB-Nachwuchsleiter, sieht die Leistungen ebenfalls als Signal für die Nachwuchsarbeit im Verband.
Die meisten Spielerinnen des U19-Kaders kommen aus der ÖFB-Frauen-Akademie und spielen in der österreichischen Frauen-Bundesliga. Dieser Hintergrund verstärkt laut Verband die Identifikation mit dem Nationaltrikot und das Verständnis für die Spielphilosophie von Trainer Hackl.
Das Endspiel ist für Freitag, 18:00 Uhr in Sarajevo angesetzt und wird live auf ORF Sport+ übertragen, sofern sich die ÖFB-Auswahl gegen Deutschland durchsetzt. Vor dem Hintergrund des historischen Halbfinaleinzugs wäre ein Finaleinzug ein weiterer Meilenstein für den österreichischen Frauenfußball. Die Mannschaft betritt damit internationales Neuland und trifft auf einen Gegner, der als leichter Favorit gilt.
Ob die österreichische Mannschaft den erhofften Finaleinzug schafft, entscheidet sich am Dienstag auf dem Platz in Sarajevo. Mit dem Angriffspressing und der Unterstützung aus dem Lager des A-Teams geht die ÖFB-Auswahl als Außenseiter, aber keineswegs chancenlos in die Partie.