ÖFB gegen Spanien: WM-Achtelfinale 2026 in Los Angeles | sportnachrichten
ÖFB-Team trifft im WM-Achtelfinale auf Spanien – erstes K.-o.-Spiel bei einer Weltmeisterschaft seit 72 Jahren
Los Angeles, 02. Juli 2026
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Kurzfassung
Österreichs Fußball-Nationalteam bestreitet am Donnerstag (21 Uhr, live ServusTV) in Los Angeles sein erstes K.-o.-Spiel bei einer WM seit 72 Jahren. Gegner ist Europameister Spanien, gegen den die ÖFB-Auswahl laut Buchmachern nur eine Außenseiterchance zwischen 15 und 20 Prozent besitzt.
Österreichs Fußball-Nationalteam trifft am Donnerstag um 21 Uhr (MEZ/lokaler Anstoß 12 Uhr Ortszeit, live ServusTV) im WM-Achtelfinale in Los Angeles auf Europameister Spanien und damit erstmals seit 72 Jahren wieder in einem K.-o.-Spiel einer Weltmeisterschaft.
Es ist das größte Spiel der jüngeren österreichischen Fußball-Geschichte. 72 Jahre nach dem letzten K.-o.-Auftritt bei einer WM steht das ÖFB-Team vor dem Duell mit dem amtierenden Europameister und Weltranglistenzweiten aus Spanien. "das ÖFB-Team muss und darf am Donnerstag (21 Uhr, live ServusTV) gegen den Europameister und Weltranglistenzweiten antreten", heißt es in der Vorberichterstattung. Gespielt wird im SoFi-Stadium, das über ein fest installiertes, lichtdurchlässiges Dach verfügt, während die Seiten offen bleiben und Meeresbrise hereinlassen.
Ausgangslage: Außenseiter gegen Favorit
Die Ausgangslage ist aus Sicht der ÖFB-Auswahl klar: Außenseiter gegen Favorit. "Buchmacher und Prognosemodelle stufen die Chance auf ein Weiterkommen des Außenseiters zwischen 15 und 20 Prozent ein", schreibt der KURIER. Auch die Marktwertrelation unterstreicht das Kräfteverhältnis: "Die Furia Roja ist fast fünfmal so viel wert wie die Rangnick-Truppe" – der Kaderwert Spaniens liegt dem Vernehmen nach bei rund 1,2 Milliarden Euro, jener Österreichs bei 245,2 Millionen. Allein das 18-jährige Barcelona-Wunderkind Lamine Yamal wird auf 200 Millionen Euro geschätzt – "Tendenz steigend" – und ist "damit fast so wertvoll wie das komplette rot-weiß-rote Aufgebot".
Der Weg ins Achtelfinale: Algerien-Drama in Kansas City
Österreichs Weg ins Achtelfinale war turbulent. Nach drei Gruppenspielen mit sechs Gegentoren – darunter die 0:2-Niederlage gegen Titelverteidiger Argentinien – stand die Mannschaft am Dienstag gegen Algerien in Kansas City bei drückender Hitze mit dem Rücken zur Wand. Riyad Mahrez brachte die Algerier in der dritten Minute der Nachspielzeit mit 3:2 in Führung. "Das Gegentor zum 2:3 war wohl für die meisten ÖFB-Kicker der emotional intensivste Moment ihrer bisherigen Karriere", schrieb der KURIER. Doch der eingewechselte Saša Kalajdžić erzwang in der 96. Minute mit seinem Ausgleichstor zum 3:3 noch den Achtelfinal-Einzug. ORF-Kommentator Daniel Warmuth entfuhr dabei der Ausruf "Bist du deppat".
Der emotionale Befreiungsschlag weckt Hoffnung auf mehr. "Es war mental sehr gut für uns, am Ende so ein positives Erlebnis zu haben", sagte Florian Grillitsch am Dienstag im Teamquartier in Santa Barbara. Der 30-Jährige betonte zudem: "Dieses Spiel hat uns brutal zusammengeschweißt" – womit er den Mannschaftsgeist nach dem Algerien-Spektakel zusammenfasste. Auch Verteidiger Phillipp Mwene sieht darin einen Wendepunkt: "Das hat uns Gewissheit gegeben: Auch wenn Spanien scheinbar ein übermächtiger Gegner ist, haben wir die Chance, weiterzukommen".
Personalsorgen auf beiden Seiten
Allerdings fehlt ausgerechnet der designierte Außenverteidiger Mwene gegen Spanien. "Der Linksverteidiger verpasst das Match gegen Spanien wegen einer Muskelverletzung", wie der KURIER berichtet. Der KURIER stellt den Bayern-Star daher als linken Verteidiger auf – gemeint ist Konrad Laimer. Ein Ausfall, der die ÖFB-Defensive vor einer besonderen Aufgabe trifft: Yamal, der laut KURIER "mit seinem linken Fuß gerne mit Tempo von rechts in Richtung Tor dribbelt", soll mit allen Mitteln von seiner starken Seite abgehalten werden. "Oberste Priorität wird sein, ihn nicht auf seinen starken linken Fuß zu lassen, sondern zu versuchen, ihn außen zu halten", sagte Mwene.
Bei Spanien fehlen ebenfalls zwei Offensivkräfte. "Gegen Österreich fallen zwar die Alternativ-Flügelspieler Nico Williams und Yeremy Pino verletzt aus", berichtet der KURIER. "Nico Williams fehlt wohl mit einer Muskelverletzung, die aber noch nicht klar kommuniziert wurde." Yéremy Pino habe sich im Spiel gegen Uruguay das Schlüsselbein gebrochen. Damit hat Teamchef Luis De la Fuente Probleme an den Flügelpositionen, die gegen Österreich gelöst werden müssen.
Spaniens Dominanz und ein Kap-Verde-Vorbild
Aus spanischer Sicht spricht die Formkurve klar für den Favoriten. "Spanien hat – das verlorene Elfmeterschießen im Nations-League-Finale gegen Portugal ausgenommen – seit 34 Pflichtspielen nicht verloren", heißt es im KURIER. Hinzu kommt: "In der regulären Spielzeit ist die Furia Roja seit Yamals Debüt überhaupt ungeschlagen." Auch Torhüter Unai Simón ist seit 429 Minuten ohne Gegentor. Beim Auftakt-0:0 gegen Kap Verde hatte der Außenseiter "das sensationelle 0:0 mit exakt einem Foul erreicht" und das Mittelfeld "mit einem 4-5-1 entgegen und verdichtete das Mittelfeld massiv". Kap Verde bot also eine mögliche Blaupause – gegen Spanien selbst scheiterte das Modell aber, wie Österreichs Teamchef Ralf Rangnick analysierte: "Es gab in diesem Spiel nicht so viele klare Torchancen, die sich Spanien herausgespielt hat."
Die ÖFB-Auswahl will dennoch mutig auftreten. "Wir müssen versuchen, Spanien zu überrollen", sagte Assistenzcoach Lars Kornetka im KURIER-Interview am Mittwoch. Grillitsch warnte jedoch vor blindem Anrennen: "Wir brauchen auch Phasen mit dem Ball. Ohne Erholungsphasen geht es nicht, sonst läufst du dich kaputt." Er sieht die Spanier zudem klar im Vorteil im Spielaufbau: "Die Spanier werden sicher spielerische Lösungen gegen unser Pressing finden. Die sind mit dem Ball Weltklasse." Grillitsch gilt als "Österreichs Pendant zum spanischen Strategen Rodri".
Aus der Vergangenheit lassen sich kaum positive Vorzeichen ableiten. "Aus 16 Duellen holte Österreich nur vier Siege", heißt es im KURIER. Die jüngsten Großturniere liefen für die ÖFB-Auswahl ebenfalls ernüchternd: Bei der EM 2020/2021 unter Franco Foda scheiterte man im Achtelfinale mit 1:2 nach Verlängerung an Italien, dem späteren Europameister. Bei der EM 2024 verlor die Mannschaft unter dem damaligen Trainer im Achtelfinale gegen die Türkei, hatte aber immerhin als Gruppensieger vor Frankreich, den Niederklanken und Polen für Aufsehen gesorgt.
Für Österreichs Trainer Ralf Rangnick, "die Rangnick-Truppe", ist das Duell mit Spanien dennoch eine Chance. "Vielleicht haben wir die Umstellung ein wenig unterschätzt", räumte er mit Blick auf die Hitzebedingungen in Kansas City ein. Nun herrsche in Los Angeles "das Klima aus dem gewohnten Basecamp in Santa Barbara" – der Reiseweg dorthin war allerdings ungewöhnlich: "Österreichs Team fährt zwei Stunden mit dem Bus und Polizeieskorte von Santa Barbara nach L. A." Das spanische Team war zuvor noch beschäftlichter unterwegs: "von ihrem Basecamp in Chattanooga, Tennessee, zum letzten Gruppenspiel gegen Uruguay je sechs Stunden hin- und zurückfliegen. Von Chattanooga ging es am Dienstag wiederum sechs Stunden nach Los Angeles" – und "dazu war man jedes Mal in einer anderen Zeitzone unterwegs".
Schlager als Trumpf, Alaba fehlt
Unterstützung erhält Rangnick aus dem eigenen Lager. ORF-Experte Andreas Herzog sieht die ÖFB-Elf befreit: "Wir haben nicht viel zu verlieren" – und traut ihr zwei, drei Chancen zu. ORF-Experte Roman Mählich vermisst allerdings "die Gier, Bälle zu erobern" und kritisiert die mangelnde Umsetzung von Rangnicks Spielidee. "Baumi war unser bester Spieler - unser Schlüsselspieler, gegen und mit dem Ball", lobte Mählich indes Mittelfeldspieler Christoph Baumgartner. Marcel Sabitzer haderte mit Teilen der eigenen Leistung und bezeichnete den Auftritt gegen Algerien als "teilweise unseriös".
Im österreichischen Kader ruht die Hoffnung nicht zuletzt auf Torhüter Alexander Schlager. "Unser größter Trumpf heißt Alexander Schlager. Der Bullen-Keeper spielt eine überragende WM und glänzte vor allem gegen Weltmeister Argentinien mit Weltklasse-Paraden", urteilte der KURIER. Im 0:2 gegen Argentinien, der 3:1-Niederlage gegen Jordanien sowie im Algerien-Spiel zeigte der Schlussmann starke Paraden, während die Defensive wackelte. "Ich habe nicht den Eindruck, dass wir schlechter drauf sind als in den Monaten zuvor. Jeder wird rennen bis zum Umfallen und wenn er nicht mehr kann, wird er ausgetauscht", sagte Grillitsch mit Blick auf die körperliche Verfassung.
Mit dem Auftritt gegen Algerien ist auch der ungewöhnliche Ligabezug verbunden: 18 spanische Teamspieler stehen Woche für Woche in der La Liga auf dem Platz, beim ÖFB hält nach David Alabas Real-Abschied nur noch David Affengruber bei Elche die rot-weiß-rote Fahne hoch. "Der Niederösterreicher" habe sich dort zum Abwehrchef gespielt und seinen Marktwert von 9 auf 20 Millionen gesteigert, doch Rangnick ließ ihn bei dieser WM noch keine Minute ran. David Alaba selbst, einst mit Spaniens Offensivstars aus zahllosen Clásicos vertraut, steht nicht im Kader. Auch Pedri (150 Mio. Euro) und Yamal (200 Mio.) verdeutlichen den Kaderunterschied.
Die unmittelbare Stimmung im Lager beschreibt Grillitsch treffend: "Wir sind bei einer WM, dürfen gegen Spanien spielen. Dafür brennt jeder." Michael Gregoritsch brachte es im ZDF-Interview nach dem Algerien-Spiel auf den Punkt: "Wir waren… wir waren halt raus für ein paar Minuten und - wir sind noch dabei". Anpfiff in Los Angeles ist um 12 Uhr Ortszeit (21 Uhr in Österreich), die Übertragung läuft live auf ServusTV. Für Österreich geht es im ersten K.-o.-Spiel bei einer WM seit 72 Jahren um den Einzug ins Viertelfinale.
(Martin Schauhuber aus Los Angeles, 2.7.2026)
Fragen & Antworten
Auf wen trifft Österreich im WM-Achtelfinale 2026?
Österreichs Fußball-Nationalteam spielt am Donnerstag (21 Uhr, live ServusTV) im SoFi-Stadium in Los Angeles gegen Europameister und Weltranglistenzweiten Spanien. Es ist das erste K.-o.-Spiel einer WM für die ÖFB-Auswahl seit 72 Jahren.
Wie hat Österreich das Achtelfinale erreicht?
Durch das 3:3 gegen Algerien am letzten Gruppenspieltag in Kansas City, wobei Saša Kalajdžić in der 96. Minute den entscheidenden Ausgleich erzielte, nachdem Riyad Mahrez Algerien in der dritten Minute der Nachspielzeit mit 3:2 in Führung gebracht hatte.
Wer fällt auf Seiten Österreichs und Spaniens aus?
Österreich muss laut KURIER auf Linksverteidiger Phillipp Mwene wegen einer Muskelverletzung verzichten; bei Spanien fallen die Flügelspieler Nico Williams (Muskelverletzung) und Yéremy Pino (Schlüsselbeinbruch) aus.