Österreich vs. Argentinien: Rangnick warnt vor Messi-Fokus | sportnachrichten
Österreich vor Duell mit Argentinien: Rangnick warnt vor Reduzierung auf Messi
Dallas, 22. Juni 2026
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Kurzfassung
Österreich trifft am Montag in Dallas auf Weltmeister Argentinien und Superstar Lionel Messi. Teamchef Ralf Rangnick warnt davor, den Gegner auf Messi zu reduzieren, und kündigt eine kompakte Defensive an. Mit einem Sieg könnte Argentinien den Gruppensieg und ein Achtelfinale in Miami praktisch perfekt machen.
Die österreichische Fußball-Nationalmannschaft trifft am Montag in Dallas auf Weltmeister Argentinien und Lionel Messi, wobei Teamchef Ralf Rangnick davor warnt, den Gegner auf den Star zu reduzieren.
Nach dem gelungenen Auftakt in die WM-Gruppenphase mit dem Sieg über Jordanien steigt für die österreichische Fußball-Nationalmannschaft am Montag das Spiel der Spiele in dieser Gruppe. In Dallas wartet auf das Team von Ralf Rangnick mit Argentinien der regierende Weltmeister – und mit Lionel Messi ein Spieler, der trotz seines fortgeschrittenen Alters noch immer Spuren auf dem Platz hinterlässt. Der 38-Jährige stellte mit seinem Hattrick gegen Algerien unter Beweis, dass ein fortgeschrittenes Alter die Qualität nicht unbedingt verringern muss.
Rangnicks Warnung: Nicht nur auf Messi schauen
Rangnick zeigte sich am Samstag tief beeindruckt von der Leistung des argentinischen Kapitäns. „Man kann kaum glauben, dass er fast 40 Jahre alt ist. Das ist ein absolutes Phänomen. Da kann man nur ungläubig staunen, wenn man gesehen hat, wie er gegen Algerien gespielt hat“, sagte der 67-Jährige. Zugleich mahnte der Teamchef zur Besonnenheit: „Es wäre ein fataler Fehler, den Weltmeister auf den Star zu reduzieren. Argentinien ist eine komplette Ballbesitzmannschaft. Das heißt aber nicht, dass sie nicht verteidigen können.“
Der Vergleich mit dem früheren Weggefährten Cristiano Ronaldo lag für Rangnick nahe. „Ich habe ja nur mit einem der beiden zusammen gearbeitet, mit Ronaldo bei Manchester United“, erklärte der deutsche Coach, der die sportliche Faszination für beide Ausnahmespieler durchaus nachvollziehen kann. Beide Akteure prägen eine ganze Ära des Weltfußballs.
Alaba und Schlager mit Vorfreude
Kapitän David Alaba schlug einen ähnlich nüchternen Ton an. „Der Weltmeister spielt guten Fußball, das kein Geheimnis. Neben Messi gibt es noch einige gute Spieler. Wir werden sie jetzt genau analysieren“, sagte der Abwehrchef und unterstrich damit, dass die Österreicher sich nicht nur auf den Superstar konzentrieren wollen. Alaba weiß um die Ausnahmestellung Messis im Weltfußball, blickt aber mit der Erfahrung von vielen großen Spielen auf die Begegnung.
Torhüter Alexander Schlager fiebert dem Duell sichtlich entgegen. „Ich freue mich sehr, es wird ein fantastisches Erlebnis werden. Diese Stimmung ist überragend, die wollen wir genießen. Und wir wollen uns präsentieren, wie man es von uns gewohnt ist. Wir können sie vor Aufgaben stellen“, sagte der Schlussmann. Die Vorfreude auf die Partie ist im Lager der Österreicher unübersehbar.
Taktischer Plan: Überzahl gegen den Ball
Taktisch kündigte Rangnick eine deutliche Umstellung im Vergleich zum ersten Gruppenspiel an. „Es wird ein ganz anderes Spiel als gegen Jordanien. Es wird Überzahl-Situationen im Spiel gegen den Ball benötigt. Weil individuell kann man kaum besser besetzt sein als Argentinien“, erklärte der 67-Jährige. Die Österreicher wollen dem Favoriten mit kompaktem Defensivverhalten und Überzahlsituationen im Mittelfeld Paroli bieten. Dies sei nötig, weil Argentinien über fast alle Positionen hinweg individuell exzellent besetzt sei.
Romano Schmid, der gegen Jordanien mit einem sehenswerten Treffer glänzte, der mit Messis Tor gegen Algerien verglichen wurde, blickte ebenfalls voraus. „Es wird sicher ein aktiveres Spiel von den Argentiniern. Die Jordanier haben uns den Ball oft überlassen. Mit dem Ball müssen besser werden“, sagte der Mittelfeldspieler und ergänzte: „Ich freue mich, gegen mein Idol Messi nächste Woche spielen zu können.“
Auch auf argentinischer Seite zeigt sich größter Respekt vor der Ausgangslage. Trainer Lionel Scaloni, der mit einer Bilanz von weniger als einer Niederlage pro zehn Partien auf den Platz tritt und am Montag sein 98. Spiel als Nationaltrainer bestreitet, warnte vor Nachlässigkeit. „Unsere Stärke kommt daher, dass wir wissen, wenn wir tun, was wir tun müssen, wird es für jeden Gegner schwer, uns zu besiegen. Wir sind uns völlig bewusst, dass uns jeder Gegner schlagen kann. Wir werden uns nicht entspannen“, betonte der 48-Jährige.
Romero und die Tottenham-Verbindung
In der argentinischen Mannschaft fällt der Blick auf einen alten Bekannten: Cristian Romero, der im April einen Kreuzbandriss erlitten hatte, spielt mittlerweile wieder und gehört zum Kader. „Wir sind gut gestartet, jetzt müssen wir uns auf das nächste Spiel konzentrieren“, sagte der 28-Jährige nach dem 3:0 gegen Algerien. Über Messi fand er fast schon lyrische Worte: „Er ist der Größte, wir genießen ihn jeden Tag. Wir wissen nicht, wie lange er noch für das Nationalteam spielt, er ist 39. Aber wir haben dieses Ass im Ärmel, das müssen wir so lange wie möglich genießen.“
Romero spielt wie der österreichische Innenverteidiger Kevin Danso beim englischen Klub Tottenham Hotspur – ein kleines Wiedersehen am Montag. Beide kennen sich aus dem Trainingsalltag in London und werden sich in Dallas als Gegenspieler gegenüberstehen. Die Ausgangslage könnte unterschiedlicher kaum sein: Romero ist mit Argentinien Titelverteidiger, Danso kämpft mit Österreich um das Weiterkommen in einer stark besetzten Gruppe.
Im Mittelfeld der Argentinier wird eine Achse um Rodrigo De Paul, Enzo Fernandez und Alexis Mac Allister erwartet. In der Verteidigung rechnen argentinische Medien damit, dass Facundo Medina, der bei Olympique Marseille unter Vertrag steht, erneut die linke Abwehrseite übernehmen wird. Nicolas Tagliafico, der nach einer Wadenverletzung wieder ins Training zurückgekehrt ist, steht als Alternative bereit. Im Angriff verfügen die Südamerikaner mit Julian Alvarez, der seine Sprunggelenksverletzung auskuriert hat, und Lautaro Martinez, dem Kapitän von Inter Mailand, über weitere Hochkaräter.
Argentiniens personelle Stärke
Die Vorbereitung der Argentinier lief unter erschwerten Bedingungen. In Kansas City trainierten die Spieler bei über 30 Grad Celsius, teilweise kamen Kühlwesten zum Einsatz. Am Samstag flog die Mannschaft dann für die knapp dreieinhalb Stunden dauernde Reise nach Dallas, wo die Partie in der voll klimatisierten Arena der Dallas Cowboys stattfinden wird. Die Bedingungen dort werden deutlich angenehmer sein als beim Hitzetraining in Kansas City.
Schlager sprach zudem die Stimmung in der Stadt an. „Diese Stimmung ist überragend“, sagte er mit Blick auf Dallas, wo rund 5.000 österreichische Fans erwartet werden. Für die Mannschaft geht es nach dem Stadion in San Francisco nun in eine noch imposantere Arena. Das österreichische Team bleibt während des Turniers in Kalifornien stationiert und weicht damit den Reisestrapazen zwischen den Spielorten aus.
Brisanz und Vorgeschichte des Duells
Bei einem Sieg wäre Argentinien mit hoher Wahrscheinlichkeit als Gruppensieger fix und würde in das Achtelfinale in Miami einziehen – dem vierten WM-Triumph zum Greifen nah. Die Argentinier sind auf Titeljagd in Nordamerika und peilen den nächsten großen Titel an. Auch personell gibt es nahezu optimale Voraussetzungen: Mit Ausnahme der Langzeitverletzten sind alle Schlüsselspieler an Bord, und selbst Messi, der bald 39 wird, präsentiert sich in Topform. In einer Familienmitteilung hieß es zudem, dass sich der Gesundheitszustand von Messis Vater Jorge verbessert habe – eine zusätzliche persönliche Erleichterung für den Superstar vor dem wichtigen Duell.
Das letzte Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften liegt weit zurück. Im Jahr 1990 trennten sich Österreich und Argentinien im Wiener Prater in einem Freundschaftsspiel 1:1, wobei Manfred Zsak die Österreicher mit einem abgefälschten Schuss in Führung brachte. Seither hat sich die Fußballwelt komplett verändert, und das Duell am Montag verspricht ein Wiedersehen mit ganz anderer Brisanz. Die Österreicher gehen als klarer Außenseiter in die Partie, haben aber mit dem Sieg gegen Jordanien Selbstvertrauen getankt und wollen dem Weltmeister alles abverlangen. Emiliano Martinez, der Torhüter Argentiniens, sieht die Österreicher ebenfalls nicht chancenlos: „Algerien ist ein richtig gutes Team. Sie bewegen den Ball gut von einer Seite auf die andere, sie haben Geschwindigkeit auf den Flügeln. Ich glaube, dass sie gegen Österreich und gegen Jordanien gewinnen werden.“
Für die Mannschaft von Ralf Rangnick geht es am Montag nicht nur um Punkte, sondern auch um eine Standortbestimmung. Die Partie gegen den Weltmeister ist die bisher größte Bewährungsprobe des österreichischen Teams bei diesem Turnier und zugleich eine Chance, sich international zu profilieren. Ein Punktgewinn wäre eine Sensation – unterschätzt werden darf die Elf von Rangnick aber nicht.
Fragen & Antworten
Was wäre bei einem argentinischen Sieg gegen Österreich möglich?
Mit einem Sieg würde Argentinien praktisch sicher Gruppensieger und in das Achtelfinale in Miami einziehen. Die Mannschaft jagt bei diesem Turnier in Nordamerika ihren vierten WM-Titel.