Der oberösterreichische Rallyepilot Marcel Neulinger aus dem Mühlviertel hat am Samstagvormittag auf der zweiten Sonderprüfung der 82. ERC-Rallye Polen rund um Katowice mehrere Beinbrüche erlitten.

Der Unfall ereignete sich am Samstagvormittag kurz nach dem Start der zweiten Sonderprüfung, als der Lancia Ypsilon Rally4 HF der österreichischen Besatzung bei hoher Geschwindigkeit von der Straße ab und prallte gegen einen Baum. Wie sein Team mitteilte, zog sich der Pilot dabei "Mehrfache Beinbrüche nach schwerem Unfall" zu. Mehrere Operationen seien notwendig, hieß es aus dem Umfeld des Teams.

Schwere Verletzungen trotz schneller Hilfe

Neulinger wurde nach dem Aufprall in ein künstliches Tiefschlaf versetzt. Inzwischen ist er laut Angaben seines Teams wieder ansprechbar. Über die genaue Dauer der Behandlung und eine mögliche Rückkehr in den Rallyesport machten die Verantwortlichen bislang keine Angaben.

Jürgen Heigl blieb unverletzt

Jürgen Heigl überstand den Crash vergleichsweise glimpflich: Bei ihm wurden nach dem Unfall keine Knochenbrüche festgestellt. Laut Berichten war er einer Verzögerung von 149 km/h auf 0 km/h ausgesetzt und soll dabei eine Belastung von 22 g erlitten haben.

Die beiden Oberösterreicher starteten bei der Rallye Polen, einem Lauf zur diesjährigen Europameisterschaft (ERC). Die Veranstaltung rund um Katowice gilt als einer der schnelleren Schotterläufe im ERC-Kalender.

Die Rettungskette an der Rallye rund um Katowice funktionierte laut Veranstalter reibungslos. Sanitäter und Streckenposten waren nach dem Aufprall schnell vor Ort und versorgten die beiden Insassen.

Herkunft und Hintergrund der Besatzung

Marcel Neulinger stammt aus dem Mühlviertel und ist im oberösterreichischen Rallyesport beheimatet. Über seine bisherige Karriere und seine bisherigen Einsätze im internationalen Rallyesport liegen derzeit keine näheren Angaben vor.

Der Unfall wirft erneut Fragen zur Sicherheit im Rallyesport auf. Schwere Crashs mit Verletzungen der Insassen sind in der ERC-Serie zwar selten, aber ein Restrisiko bleibt trotz moderner Sicherheitstechnik und vorgeschriebener Schutzausrüstung bestehen.

Sicherheitsdebatte im Rallyesport

Die Organisatoren der Rallye Polen setzten die Veranstaltung nach dem Vorfall auf der zweiten Sonderprüfung fort. Wie die Veranstalter mitteilten, wurde die betroffene Wertungsprüfung nach Bergung des Fahrzeugs und Freigabe durch die Streckensicherung wieder aufgenommen.