Die FIFA hat die für das WM-Achtelfinale gegen Belgien automatisch geltende Spielsperre des US-Stürmers Folarin Balogun überraschend für ein Jahr zur Bewährung ausgesetzt, Berichten zufolge nachdem US-Präsident Donald Trump persönlich bei FIFA-Präsident Gianni Infantino angerufen hatte.

Der 25 Jahre alte Angreifer Balogun war im Sechzehntelfinal-Sieg der USA gegen Bosnien-Herzegowina (2:0) nach einer VAR-Überprüfung durch den brasilianischen Schiedsrichter Raphael Claus vom Platz gestellt worden, weil er dem bosnischen Verteidiger Tarik Muharemovic unglücklich auf den Knöchel getreten war. Die Sperre für mindestens ein folgendes Spiel ergab sich nach den FIFA-Turnierregeln automatisch aus Artikel 66.4 des Disziplinarkatalogs in Verbindung mit Artikel 10.5 des Turnierreglements.

Am Sonntag teilte die FIFA-Disziplinarkommission überraschend mit, dass sie von Artikel 27 ihres Disziplinarkodex Gebrauch mache und die Sperre für eine einjährige Bewährungszeit aussetze. Balogun darf damit in der Nacht zum Dienstag (2.00 Uhr MESZ) im Lumen Field in Seattle gegen Belgien auflaufen. Die FIFA erklärte nicht öffentlich, warum sie in diesem Fall von der üblichen Praxis abwich.