Der niederländische Eredivisie-Schiedsrichter Rob Dieperink ist im Alter von 38 Jahren gestorben, wie der niederländische Fußballverband KNVB bestätigte.

Reaktion des Fußballverbands

Der niederländische Fußballverband KNVB reagierte auf den Tod von Rob Dieperink mit einer emotionalen Stellungnahme. „Mit Bestürzung und großer Trauer haben wir vom Tod des Schiedsrichters Rob Dieperink erfahren“, hieß es in der Mitteilung des Verbandes. Dieperink sei als Schiedsrichter mit internationaler Erfahrung und „lieber Kollege“ geschätzt worden.

Die Todesumstände blieben zunächst unklar. Wie aus den verfügbaren Informationen hervorgeht, hatte die Polizei in der Straße, in der Dieperink wohnte, Ermittlungen im Zusammenhang mit einer verstorbenen Person angekündigt. Offizielle Angaben zur Todesursache wurden zunächst nicht veröffentlicht.

Karriere in den Niederlanden und international

Dieperink wurde in Borculo geboren und lebte dort. Seine Schiedsrichterkarriere begann im März 2012 mit einem Zweitligaspiel zwischen Telstar und Go Ahead Eagles, das 0:2 endete. Im Jahr 2017 wurde er in die Eredivisie befördert, wo er insgesamt 84 Spiele in der höchsten niederländischen Spielklasse leitete.

International war Dieperink vor allem als Video-Assistent (VAR) im Einsatz, unter anderem in der Champions League und bei der Europameisterschaft 2024 in Deutschland. Er war ursprünglich für die kommende Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada nominiert, wurde jedoch kurz vor dem Turnier von der FIFA von der offiziellen Schiedsrichterliste gestrichen.

Vorfall in London und Streichung von der WM-Liste

Hintergrund der Streichung war ein Vorfall im April in London. Nach dem Conference-League-Spiel zwischen Crystal Palace und AC Fiorentina (3:0), bei dem Dieperink als VAR fungierte, war er von der Metropolitan Police festgenommen worden. Die Polizei ermittelte wegen des Verdachts eines sexuellen Übergriffs auf einen Jugendlichen in Croydon.

Dieperink hatte die Vorwürfe in einem Interview mit De Telegraaf vehement zurückgewiesen. „Die ungerechtfertigten Anschuldigungen haben mich tief getroffen. Von Anfang an habe ich vollumfänglich mit der Polizei bei den Ermittlungen kooperiert und gegenüber der FIFA, der UEFA sowie dem KNVB sofort völlige Transparenz gezeigt. Die Vorwürfe wurden widerlegt und das Verfahren wurde nach einer ordnungsgemäßen und gründlichen polizeilichen Untersuchung innerhalb von zwei Wochen eingestellt“, sagte er.

Die Metropolitan Police bestätigte, dass nach einer gründlichen Untersuchung aller verfügbaren Beweise, einschließlich der Überwachungsaufnahmen und der Untersuchung digitaler Geräte, die Beweisschwelle nicht erreicht worden sei. „Nach diesen Ermittlungen kamen sie zu dem Schluss, dass die Beweisschwelle nicht erreicht wurde. Es werden keine weiteren Maßnahmen ergriffen“, teilte die Polizei mit.

Ungeklärte Todesumstände

Trotz der Einstellung des Verfahrens hatte die FIFA Dieperink von der Liste der WM-Schiedsrichter gestrichen. Der KNVB hingegen sah „auf Grundlage der verfügbaren Informationen […] keinen Grund, ihn nicht in der niederländischen Liga einzusetzen“. Dieperink hatte dem KNVB für die Unterstützung und den Umgang mit dem Fall gedankt.

Dieperink war für die kommende Saison weiterhin als Schiedsrichter in der Eredivisie vorgesehen. Sein plötzlicher Tod reißt eine Lücke in die niederländische Schiedsrichterriege und sorgt in der Fußballwelt für Bestürzung.

Die Todesursache bleibt zum Zeitpunkt der Berichterstattung unbekannt. Die Polizei hatte lediglich Ermittlungen „im Zusammenhang mit einer verstorbenen Person“ in der Straße seiner Wohnadresse bestätigt, ohne weitere Details zur Identität oder den Umständen preiszugeben.