Toronto, 04 Juli 2026

Ismael Saibari, Neuzugang des FC Bayern München, ist im WM-Achtelfinale Marokkos gegen Co-Gastgeber Kanada am Samstagabend (4. Juli 2026) nach 21 Minuten verletzt ausgewechselt worden.

Der 25 Jahre alte offensive Mittelfeldspieler, dessen Wechsel von der PSV Eindhoven zum deutschen Rekordmeister in derselben Woche bekannt gegeben worden war, musste bereits in der Anfangsphase des Spiels den Platz verlassen. Für ihn wurde Soufiane Rahimi vom Al-Ain FC eingewechselt. Über die Schwere der Verletzung war zunächst nichts bekannt; auch die Dauer seines Ausfalls ist offen.

Saibari war mit drei Treffern Marokkos erfolgreichster Torschütze bei dieser Weltmeisterschaft und hatte zuvor starke Leistungen gezeigt. Sein Vertrag beim FC Bayern läuft bis zum 30. Juni 2031, die geschätzte Ablösesumme liegt Schätzungen zufolge im Bereich von 55 Millionen Euro. Der bisherige Vertrag bei der PSV Eindhoven war bis zum 30. Juni 2029 datiert.

Die Verletzung trifft nicht nur Marokko, sondern auch den FC Bayern München, das machte die Bedeutung des Ausfalls unmittelbar deutlich. Für Saibari selbst endete das WM-Achtelfinale damit früh.

Belastung durch Hitze in Philadelphia

Parallel sorgen die klimatischen Bedingungen an einigen Spielorten für Gesprächsstoff. In Philadelphia hatte ein Gewitter die Begegnung zwischen Frankreich und Irak zuvor um zwei Stunden verzögert. Auch das Achtelfinale zwischen Frankreich und Paraguay in Philadelphia, das laut FIFA am Samstag um 17:00 Uhr Ortszeit (23:00 MESZ) stattfinden sollte, war laut FIFA trotz erhöhten Wetterrisikos bestätigt worden.

Frankreichs Mittelfeldspieler Désiré Doué sagte mit Blick auf die Hitze: "Wir wissen, dass das Wetter schwierig wird. Man verliert viel Energie. Man schwitzt mehr und verliert mehr Wasser. Manchmal ist man weniger klar im Kopf. Als wir ankamen, war es schon heiß. Jetzt ist es noch heißer." In Philadelphia werden Temperaturen von bis zu 39 Grad Celsius erwartet. Das Stadion verfügt über kein Dach und kann nicht klimatisiert werden.

Der US-Wetterdienst riet Anwohnern, anstrengende Aktivitäten zu vermeiden oder auf Morgen- und späte Abendstunden zu verlagern. Paraguays Trainer Gustavo Alfaro verwies auf die heimische Witterung: "Das Wetter ist natürlich dem in Asunción sehr ähnlich. Auch wenn wir natürlich an solche Bedingungen gewöhnt sind, ist das ein Wetter, das das Spiel ohne jeden Zweifel beeinflusst." Sein Abwehrspieler Junior Alonso ergänzte: "Das ist für uns ganz normal. Hoffentlich wird es morgen noch ein bisschen wärmer."

Golden Goal als historische Parallele

Das Duell zwischen Frankreich und Paraguay ist zugleich eine Neuauflage des Achtelfinals von 1998. Damals, am 28. Juni in Lens, hatte Laurent Blanc in der 114. Minute das Golden Goal zum 1:0 erzielt. Blanc erinnerte sich: "Das war der Moment, als wir sahen, dass wir es schaffen können – dass der Erfolg zum Greifen nah war." Er fügte hinzu: "Wir haben das Golden Goal in der Vergangenheit kritisiert, aber hier haben wir davon profitiert. Das Gefühl, was mich bei meinem Treffer durchfuhr, war unbeschreiblich."

Fifpro warnt vor wachsender Feindseligkeit

Die Golden-Goal-Regel war erstmals bei einer WM in Frankreich 1998 zur Anwendung gekommen, ehe sie nach der WM 2002 in Japan und Südkorea im Jahr 2004 abgeschafft wurde. Am Montag (6. Juli, 02:00 MEZ) trifft England im Azteca-Stadion auf Mexiko. In Erinnerung bleibt aus diesem Stadion vor allem Diego Maradonas „Hand Gottes“ für Argentinien gegen England im Viertelfinale 1986.

Abseits des sportlichen Geschehens hatte die Spielergewerkschaft Fifpro die zunehmende Feindseligkeit gegenüber Spielern bei dieser WM kritisiert und mehr Maßnahmen gegen Hass gefordert. Fifpro erklärte: „In den letzten Wochen wurden Spieler online und persönlich beschimpft, oft rassistisch und diskriminierend. Es gab Einschüchterungen und Anfeindungen auch außerhalb des Spielfeldes. Diese Vorfälle sind keine Einzelfälle.“ Die Gewerkschaft forderte: „Es bedarf spürbarer Konsequenzen für die Verantwortlichen und eines gemeinsamen Engagements von Gruppen, darunter Strafverfolgungsbehörden, Social-Media-Plattformen, Medien, Fans und die Öffentlichkeit, um diesen Trend umzukehren.“

Bundesliga-Akteure im Turnier

Mindestens elf Spieler aus Bundesliga-Klubs sind nach Angaben von Statistikern bei der WM 2026 noch mit ihren Nationalteams im Turnier. Eine hypothetische Bundesliga-Startelf würde unter anderem Gregor Kobel, Joe Scally, Nico Elvedi, Dayot Upamecano, Alphonso Davies, Exequiel Palacios, Malik Tillman, Antonio Nusa, Michael Olise, Harry Kane und Johan Manzambi umfassen.

Thomas Tuchel, der den deutschen Rekordmeister betreut, äußerte sich mit Blick auf das Stadion in Philadelphia zuversichtlich: „Ich hoffe, wir können endlich Frieden mit dem Stadion schließen. Es wird sich für uns auszahlen. Wir werden es zurückbekommen. Es ist Karma. Das Karma wird zu uns zurückkehren. Wir werden das Ganze umdrehen."