Zverev im French-Open-Finale 2026: Chance auf ersten | sportnachrichten
Zverev steht im Finale der French Open und greift nach seinem ersten Grand-Slam-Titel
Paris, 05. Juni 2026
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Kurzfassung
Alexander Zverev hat das Halbfinale der French Open gegen Jakub Mensik in vier Sätzen gewonnen und greift am Sonntag nach seinem ersten Grand-Slam-Titel. Der 29-jährige Hamburger trifft im Endspiel auf den Sieger der Partie zwischen den beiden Italienern Flavio Cobolli und Matteo Arnaldi.
Der Hamburger Alexander Zverev hat durch einen 7:5, 6:2, 3:6, 6:3-Erfolg über den Tschechen Jakub Mensik zum zweiten Mal das Finale der French Open erreicht und spielt am Sonntag in Paris um seinen ersten Grand-Slam-Titel.
Ein Schlüsselspiel im ersten Satz
Der 29-jährige Alexander Zverev hat im Halbfinale der French Open einen großen Schritt in Richtung ersehnten ersten Grand-Slam-Titel gemacht. Auf dem Court Philippe Chatrier in Paris besiegte er den 20 Jahre alten Jakub Mensik, Jakub Mensik, mit 7:5, 6:2, 3:6, 6:3. Nach rund drei Stunden verwandelte Zverev seinen ersten Matchball und darf damit zum zweiten Mal nach 2024 in einem Endspiel des Sandplatz-Klassikers stehen.
Der erste Durchgang verlief zunächst ausgeglichen, ehe Zverev bei eigener 5:5-Führung sein erstes Break im gesamten Match herausspielte und den Satz mit einem Ass beendete. Zuvor hatte Mensik bei 4:3 drei Breakchancen ungenutzt gelassen. Diese vergebene Möglichkeit erwies sich im Nachhinein als Wendepunkt der Partie.
Drei Stunden, vier Sätze
Im zweiten Satz, der etwas mehr als eine halbe Stunde dauerte, setzte sich Zverev früh ab und entschied ihn mit 6:2 für sich. Der Hamburger wirkte konzentriert und ballsicher, während Mensik zunehmend Schwierigkeiten hatte, das hohe Tempo des deutschen Spitzenspielers mitzugehen.
Eine kurze Unterbrechung gab es im dritten Satz, als Mensik eine medizinische Auszeit nahm und an Nacken und Schulter behandelt werden musste. Anschließend gelang dem jungen Tschechen sein einziges Break des gesamten Matches, mit dem er auf 4:2 davonzog und den Durchgang mit 6:3 für sich entschied. Zverev verlor im bisherigen Turnierverlauf vor dem Finale nur zwei Sätze, blieb aber an diesem Punkt des Spiels nicht übermäßig lang in der Spur.
Die Vorgeschichte: Drei verlorene Finals
Zu Beginn des vierten Satzes schlug Zverev dann sofort zu und brach Mensik zum Auftakt. Mit einer schnellen 2:0-Führung nahm er dem Tschechen den Schwung, den dieser sich durch den gewonnenen dritten Satz geholt hatte. In der Folge kontrollierte der gebürtige Hamburger das Geschehen und nutzte seinen ersten Matchball zum Sieg.
Der Erfolg gegen Mensik ist für Zverev mehr als nur der Einzug in ein Finale. Es ist die vierte Grand-Slam-Endspielteilnahme seiner Karriere, nachdem er zuletzt bei den Australian Open 2025 knapp an Jannik Sinner gescheitert war. Damit hat er die Möglichkeit, sich endlich den Traum vom ersten Major-Titel zu erfüllen. Zverev hatte vor dem Turnier rund vier Stunden weniger auf dem Platz verbracht als sein Halbfinalgegner, was sich in den entscheidenden Phasen bemerkbar machte.
Ohne Alcaraz und Sinner
Die Ausgangslage im Turnier ist für den Weltranglistendritten dabei so günstig wie selten. Mit Carlos Alcaraz fehlte der Titelverteidiger des Vorjahres verletzungsbedingt, der spanische Weltranglistenerste war gar nicht erst angetreten. Auch Jannik Sinner, der Zverev zuletzt bei den Australian Open niedergerungen hatte, schied frühzeitig aus. Beide Spieler, die ihm in den vergangenen Endspielen den Titel streitig gemacht hatten, sind damit nicht mehr im Turnier.
Zverev selbst hatte das Finale 2024 in Roland Garros nach einer herben Niederlage gegen Carlos Alcaraz in fünf Sätzen noch unglücklich verlassen. Insgesamt verlor er seine bisherigen drei Grand-Slam-Endspiele: 2020 in New York gegen Dominic Thiem, im vergangenen Jahr in Paris gegen Alcaraz und Anfang 2025 in Melbourne gegen Sinner. Nun bekommt er eine weitere Chance.
Warten auf den Gegner
Im Endspiel am Sonntag wartet entweder Flavio Cobolli oder Matteo Arnaldi. Beide sind Italiener, das zweite Halbfinale zwischen ihnen war im Anschluss an Zverevs Sieg auf dem Court Philippe Chatrier angesetzt und wurde live im deutschen Fernsehen übertragen. Es wäre das erste rein italienische Grand-Slam-Finale der Geschichte.
Sollte Zverev am Sonntag tatsächlich triumphieren, wäre er der erste deutsche Tennisprofi seit Boris Becker, der einen Grand-Slam-Titel gewinnt. Becker hatte vor 30 Jahren die Australian Open gewonnen, danach war kein deutscher Spieler mehr auf höchster Ebene erfolgreich. Für den Hamburger, der bei den Olympischen Spielen in Tokio bereits die Goldmedaille im Einzel geholt hatte, wäre der Titel in Roland Garros die Krönung einer langen, oft von Rückschlägen geprägten Karriere.
Becker als historischer Maßstab
Die Stimmung auf den Rängen war bereits am späten Freitagnachmittag ausgelassen. Das Dach des Court Philippe Chatrier blieb während der gesamten Partie geöffnet, die Zuschauerinnen und Zuschauer erlebten den Halbfinalerfolg unter freiem Himmel. In den Katakomben und auf den Wegen rund um die Anlage feierten deutsche Fans den Einzug ihres Landsmanns in das Endspiel.
Dass Zverev trotz dreier verlorener Grand-Slam-Finals weiterhin den Glauben an sich selbst nicht verloren hat, zeigt nicht nur sein sportlicher Werdegang, sondern auch sein Auftreten in Paris. In den Pressekonferenzen nach seinen bisherigen Siegen in diesem Turnier wirkte Alexander Zverev fokussiert, aber auch gelöst. Der Druck, der in den vergangenen Endspielen auf ihm gelastet hatte, schien am Freitag ein Stück weit gewichen.
Dass ausgerechnet in Paris die vierte Chance auf einen Major-Titel winkt, hat für Zverev eine besondere Note. Im vergangenen Jahr hatte er hier, vor heimischem Publikum und vor den Augen zahlreicher deutscher Fans, das Endspiel gegen Alcaraz in fünf Sätzen verloren. Nun, zwölf Monate später, soll das schwierigste Turnier im Kalender für ihn zum Sehnsuchtsort werden. Die Bedingungen auf Sand, sein eigenes physisches Vermögen und die Abwesenheit der größten Rivalen sprechen für ihn.
Bevor am Sonntag das Finale steigt, wartet auf Zverev allerdings noch ein Ruhetag. In dieser kurzen Pause wird er nicht nur seine Kräfte sammeln, sondern auch die Analyse des zweiten Halbfinales verfolgen müssen. Während Cobolli als klarer Favorit in die Partie geht, hat Arnaldi im Turnierverlauf bewiesen, dass er auch überraschen kann. Für Zverev bleibt die Vorbereitung ähnlich wie vor allen Endspielen, an denen er bislang teilgenommen hat.
Sollte der Sieg gegen Mensik als Symbol für den Wendepunkt in Zverev' Karriere in die Tennis-Geschichte eingehen, so hätte er einen prominenten Platz. Der Triumph wäre nicht nur ein persönlicher Erfolg, sondern hätte auch eine sportpolitische Dimension: Es wäre das erste Mal seit drei Jahrzehnten, dass auf der Herren-Tour der ganz großen Turniere wieder ein deutscher Name ganz oben auf der Tafel steht.
Das Finale der French Open wird am Sonntag auf dem Court Philippe Chatrier ausgetragen. Für deutsche Tennisfans beginnt damit eine kurze, aber intensive Wartezeit. In der Hauptstadt herrschen sommerliche Temperaturen, die Anlage ist auf das große Finale vorbereitet. Am Ende wartet auf Zverev die wohl wichtigste Partie seiner bisherigen Karriere.
Fragen & Antworten
Gegen wen spielt Zverev im Finale der French Open 2026?
Zverev trifft am Sonntag im Endspiel auf den Sieger des zweiten Halbfinales zwischen den beiden Italienern Flavio Cobolli und Matteo Arnaldi. Beide Italiener standen sich am späten Freitagabend auf dem Court Philippe Chatrier gegenüber.
Wie viele Grand-Slam-Finals hat Zverev bereits verloren?
Vor dem Finale in Paris hatte Zverev drei Endspiele bei Grand-Slam-Turnieren verloren: 2020 die US Open gegen Dominic Thiem, 2024 die French Open gegen Carlos Alcaraz und 2025 die Australian Open gegen Jannik Sinner.
Wann war der letzte Grand-Slam-Sieg eines deutschen Tennisprofis?
Der bislang letzte deutsche Grand-Slam-Titel stammt von Boris Becker bei den Australian Open vor 30 Jahren. Sollte Zverev am Sonntag triumphieren, wäre er der erste deutsche Sieger bei einem Major-Turnier seit Becker.