WM-Viertelfinale: Spanien trifft als Favorit auf Belgien
Los Angeles, 10. Juli 2026
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Kurzfassung
Im WM-Viertelfinale trifft der amtierende Europameister Spanien am Freitagabend in Los Angeles auf Belgien. Die Iberer gehen als leichter Favorit in die Partie, die Belgier setzen auf den letzten großen Auftritt ihrer Goldenen Generation.
Im Viertelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft trifft der amtierende Europameister Spanien am Freitagabend (21 Uhr MESZ/live ORF) im SoFi Stadium in Los Angeles auf Belgien.
Ausgangslage: Spanien als Favorit
Die Ausgangslage vor dem Duell könnte unterschiedlicher kaum sein. Spanien reist als Titelverteidiger der Europameisterschaft 2024 und mit einer beeindruckenden Serie in das Spiel. Seit März 2024 ist die Mannschaft von Teamchef Luis de la Fuente in regulärer Spielzeit und Verlängerung bereits 35 Länderspiele ungeschlagen. Einzig das Nations-League-Finale 2025 ging im Elferschießen gegen Portugal verloren. „35 Spiele ohne Niederlage zu bleiben, war kein Ziel, das wir uns gesetzt hatten“, sagte der spanische Coach vor der Partie.
Die Defensive der Iberer bildet das Fundament dieser Konstanz. Torhüter Unai Simón ist seit 609 Minuten bei Weltmeisterschaften ohne Gegentor und stellte damit einen neuen Rekord auf. Den letzten Treffer kassierte der Spanier im dritten Gruppenspiel der WM 2022 gegen Japan. In den fünf Spielen des laufenden Turniers hat „La Roja“ keinen einzigen Gegentreffer hinnehmen müssen.
Trotz dieser defensiven Stabilität verlief die Offensive der Spanier bislang überraschend unauffällig. Nur im Sechzehntelfinale gegen Österreich (3:0) und davor gegen Saudi-Arabien (4:0) hat die Mannschaft mehr als ein Tor erzielt. Fast die Hälfte der neun spanischen WM-Tore geht auf das Konto von Mikel Oyarzabal, der vier Treffer erzielte, darunter einen Doppelpack im Sechzehntelfinale gegen Österreich. „Das Ziel ist es, alle Spiele zu gewinnen“, meinte Offensivspieler Dani Olmo.
Defensive Stärke und Rekord von Unai Simón
Personell muss de la Fuente im Vergleich zum knappen 1:0-Achtelfinalsieg gegen Portugal eine Änderung im Mittelfeld vornehmen. Fabián Ruiz, der in Paris spielt, rückt in die Startelf und erhält den Vorzug vor Pedri, der zuletzt etwas außer Form war. Zudem fehlt auf dem linken Flügel Nico Williams verletzungsbedingt noch als Starter – Lamine Yamal sind die Folgen seiner im April erlittenen Oberschenkelverletzung weiterhin anzumerken.
Auf der anderen Seite stehen die „Roten Teufel“ aus Belgien, für die das Viertelfinale die letzte Chance auf einen großen Titel bedeutet. Die „Goldene Generation“ um Thibaut Courtois hat bislang den dritten Platz bei der WM 2018 als größten Erfolg vorzuweisen. „Für die ‚Goldene Generation‘ bietet sich nun die letzte Chance, doch noch einen Titel zu holen“, heißt es in der Berichterstattung. Courtois ist mittlerweile die einzige Stammkraft jener Generation, die noch immer einen Fixplatz hat.
Der belgische Torhüter blickt dem Duell zuversichtlich entgegen. „Wir haben Qualitäten, die Spanien einkalkulieren muss“, meinte der Keeper von Real Madrid. „Wir werden besser und besser“, fügte Courtois hinzu und erinnerte an die WM 2018, als Belgien im Viertelfinale Brasilien mit 2:1 schlug. Damals zogen die Belgier erstmals seit 32 Jahren in ein WM-Halbfinale ein. „Auch die waren Favorit“, verwies Courtois auf die Parallele.
Trainer Rudi Garcia warnte vor einer möglicherweise feindseligen Stimmung im Stadion. „Wir haben die USA gerade erst geschlagen in einem Spiel, in dem jeder gegen uns war, also kann es morgen nicht komplizierter sein“, sagte Garcia vor dem Duell im Los-Angeles-Stadion. „Aber als Profis kann ich versichern, wir sind komplett auf das Spiel morgen fokussiert“, ergänzte er. Garcia hatte sein Team behäbig ins Turnier geführt; erst ein 5:1 gegen Neuseeland brachte den Einzug in die K.-o.-Phase.
Belgiens letzte Chance: Die Goldene Generation
Im Achtelfinale hatten die Belgier die USA mit 4:1 besiegt, nachdem es viel Wirbel um die zur Bewährung ausgesetzte Rote Karte für US-Profi Folarin Balogun gegeben hatte. Die zurückgezogene rote Karte des amerikanischen Stürmers Balogun hatte eine hitzige Debatte ausgelöst. „Die Leute waren ein bisschen enttäuscht, aber wir haben das ausgebügelt“, kommentierte Garcia den turbulenten Auftritt.
Die Statistik spricht klar für Spanien. Von insgesamt 22 Duellen zwischen Spanien und Belgien siegte Spanien zwölf Mal, vier Partien endeten unentschieden. Im direkten Vergleich der beiden Mannschaften hat Spanien die Nase vorn. Dennoch gehen die Iberer nur als leichter Favorit in das Viertelfinale – Belgien wird als „eine noch größere Herausforderung“ eingestuft.
Teamchef Luis de la Fuente warnt vor dem kommenden Gegner: „Jeder Gegner, dem du in dieser Phase gegenübertrittst, hat es verdient, dort zu stehen. Es wird eine noch größere Herausforderung, der wir uns stellen müssen.“ Im belgischen Lager blickt man dem Duell ebenfalls zuversichtlich entgegen: „Jeder in unserer Mannschaft glaubt, dass es möglich ist. Wir wissen, was sie können“, heißt es vonseiten der Roten Teufel.
Statistik und direkter Vergleich
Eine Parallele zur WM 2010 bietet sich an: Auch damals war Spaniens Defensive auf dem Weg zum Titel unüberwindbar, vier 1:0-Siege in Folge gab es in der K.-o.-Phase. Spanien ist im WM-Viertelfinale erstmals seit dem Titelgewinn 2010 wieder so weit. Damals wie heute setzt die Mannschaft auf defensive Stabilität und kollektive Geschlossenheit.
Beim EM-Titelgewinn vor zwei Jahren schossen zehn verschiedene Spieler insgesamt 15 Tore – ein Beleg für die breite Qualität des spanischen Kaders. Diese Qualitäten zeigten die Belgier bei dieser WM im Achtelfinale gegen die USA, als sie einen 0:2-Rückstand in ein 3:2 nach Verlängerung drehten. „Jedoch drehten die Belgier ein 0:2 in ein 3:2 nach Verlängerung“, heißt es im Rückblick.
Im Achtelfinale hatte Belgien die USA mit 4:1 besiegt, nachdem es viel Wirbel um die zur Bewährung ausgesetzte Rote Karte für US-Profi Folarin Balogun gegeben hatte. Die zurückgezogene rote Karte des amerikanischen Stürmers Balogun hatte eine hitzige Debatte ausgelöst. „Die Leute waren ein bisschen enttäuscht, aber wir haben das ausgebügelt“, kommentierte Garcia den turbulenten Auftritt.
Die Rollen sind klar verteilt, den „Roten Teufeln“ bleibt gegen den amtierenden Europameister das Prinzip Hoffnung. „Wir denken an nichts anderes als Belgien morgen“, sagte de la Fuente. „Ich weiß nicht, wie es morgen sein wird, aber es sind nicht die Zuschauer, die Tore schießen“, ergänzte der spanische Coach.
Frankreich wartet im Halbfinale
Der Sieger dieser Partie trifft im Halbfinale auf Frankreich, das am Vortag Marokko mit 2:0 besiegt hatte und damit als erste Mannschaft das Ticket für die Vorschlussrunde löste. Die internationale Presse feierte den Auftritt der Équipe Tricolore überschwänglich. „Frankreich ist von einem anderen Planeten: Mbappé und Dembélé schießen Marokko aus dem Turnier“, schrieb die Gazzetta dello Sport. „Nichts kann sie aufhalten“, hieß es beim Pariser. „Ein ungefährdeter Sieg für Frankreich – die Mannschaft spaziert ins Halbfinale“, kommentierte der Telegraph.
Kylian Mbappé glänzte mit seinem achten Turniertor und zog im Rennen um den Goldenen Schuh mit Lionel Messi gleich. „Kylian Mbappé ist ein Genie, ein geborener Torjäger, ein Fußballer, der für seine Nationalmannschaft immer dann zur Stelle ist, wenn Spiele einen entscheidenden Akteur brauchen“, lobte Mundo Deportivo. „Kylian Mbappé ist einfach nicht aufzuhalten“, schrieb die Daily Mail. „Mbappé knackt den unbezwingbaren Bono“, urteilte Marca.
Didier Deschamps verriet, dass Mbappé nicht nur „einen Schmerz“ an der Ferse verspürt, sondern auch Krämpfe gehabt habe. „Ich habe einen Schlag auf die Ferse bekommen, aber es geht gut“, sagte der Angreifer von Real Madrid, der bei der Feier vor den Fans scheinbar problemlos wieder hüpfen konnte. „Sie müssen noch zwei Spiele gewinnen – die wichtigsten ihrer gesamten Fußballkarriere“, forderte Le Figaro.
Aufstellungen und Rahmenbedingungen
Die möglichen Aufstellungen für das Viertelfinale stehen bereits fest. Spanien wird voraussichtlich mit Simon – Porro, Cubarsi, Laporte, Cucurella – Rodri, Olmo, Pedri – Lamine Yamal, Oyarzabal, Baena auflaufen. Belgien plant mit Courtois – Castagne, Ngoy, Mechele, De Cuyper – Vanaken, Raskin – Lukebakio, Tielemans, Trossard – De Ketelaere. Schiedsrichter der Partie ist Oliver aus England.
Das Turnier selbst hat unterdessen einen neuen Rahmen erhalten: Erstmals gab es zwölf Vorrundengruppen mit 48 Teams. Über 38 Tage rollt der Ball in den USA, Mexiko und Kanada, wo der neue Weltmeister ausgespielt wird. Cristiano Ronaldo wurde nach Spaniens Sieg über Portugal nach Hause geschickt.
Mit Blick auf das Duell zwischen Spanien und Belgien bleibt festzuhalten: Beide Teams bringen unterschiedliche Stärken mit. Spanien setzt auf defensive Stabilität und eine beeindruckende Serie, Belgien auf den unbändigen Willen seiner Goldenen Generation, endlich einen großen Titel zu holen. Wer letztlich die Oberhand behält, wird sich am Freitagabend in Los Angeles zeigen.
Fragen & Antworten
Wer ist Luis de la Fuente?
Luis de la Fuente ist der Teamchef (Cheftrainer) der spanischen Nationalmannschaft und führt die Iberer als amtierender Europameister in das WM-Viertelfinale gegen Belgien.
Warum gilt Spanien als Favorit gegen Belgien?
Spanien ist seit März 2024 in 35 Länderspielen ungeschlagen, hat im laufenden Turnier noch keinen Gegentreffer kassiert und führt den direkten Vergleich gegen Belgien mit 12 Siegen bei 22 Duellen an.
Was passiert, wenn Spanien oder Belgien gewinnt?
Der Sieger des Viertelfinals trifft im Halbfinale der WM 2026 auf Frankreich, das am Vortag Marokko mit 2:0 besiegt hat und als erste Mannschaft das Halbfinal-Ticket löste.
WM-Viertelfinale: Spanien gegen Belgien am 10. Juli 2026 | sportnachrichten