Vor dem Großen Preis von Belgien in Spa-Francorchamps hat Max Verstappen seinen Unmut über die neuen Motorregularien der Formel 1 geäußert und erklärt, er stelle sich mental auf die schwierige Situation ein.
Der vierfache Formel-1-Weltmeister Max Verstappen hat vor dem Großen Preis von Belgien deutliche Kritik an den neuen Motorregularien dieser Saison geübt. „Ich stelle mich mental darauf ein und versuche, das Beste daraus zu machen – auch wenn es natürlich nicht das ist, was ich an der Formel 1 eigentlich liebe“, sagte der Niederländer in Spa-Francorchamps.
Die neuen Regeln verlangen ein kontrolliertes Energiemanagement über die Renndistanz. Auf einer Strecke mit langen Geraden und schnellen Kurven wie dem Ardennen-Kurs können die Formel-1-Boliden nach Einschätzung von Experten nicht einmal eine komplette Runde Vollgas fahren. Die Piloten müssen die verfügbare Energie so geschickt wie möglich verteilen.
Verstappen schlägt resignierten Ton an
Verstappen hatte die Regeländerungen in den vergangenen Monaten wiederholt scharf kritisiert. Vor dem Rennen am Sonntag schlug er nun einen resignierten Ton an: „Ich will nicht hier sitzen und mich schon wieder beschweren, denn sonst knallt mich draußen vor der Tür wahrscheinlich noch jemand ab.“ Die Aussage fiel im Rahmen einer Medienrunde vor dem Zehnten Saisonlauf.
Der Niederländer betonte zugleich, er wolle nicht aufgeben. „Ich könnte auch einfach zu Hause sitzen und gar nicht fahren; das bringt mich ja auch nicht weiter. Also gebe ich einfach mein Bestes“, sagte er. Allerdings räumte er ein, dass ein Angriff auf Mercedes kaum realistisch sei. „Ich erwarte nicht, gegen Mercedes kämpfen zu können. Für mich läuft es wohl eher darauf hinaus, in den Rückspiegel zu schauen. Aber in erster Linie geht es darum, mein eigenes Rennen zu fahren.“
Antonelli in überragender Form
Verstappen belegt in der Weltmeisterschaft aktuell den siebten Platz. Der Große Preis von Belgien ist der zehnte Saisonlauf der Formel 1. Verstappen startet am Sonntag von Position zwei aus dem Grid. Den Belgien-GP konnte er in seiner Karriere bereits dreimal gewinnen.
An der Spitze des Feldes steht derzeit Kimi Antonelli. Der 19-jährige Italiener fährt für Mercedes und führt die Fahrerwertung an. Mit einem Sieg in Belgien könnte er seinen sechsten Saisonerfolg einfahren und seinen Vorsprung in der Weltmeisterschaft weiter ausbauen.
Übertragung und Streckenprofil
Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies zeigte sich vor dem Wochenende beeindruckt von der Form des jungen Italieners. „Es wird sehr schwer, ihn herauszufordern. Er ist dieses Wochenende in seinem eigenen Universum unterwegs“, sagte Mekies über den Mercedes-Piloten. Damit unterstrich Mekies die schwierige Ausgangslage für Red Bull im Kampf um die Spitze.
Der Große Preis von Belgien startet am Sonntag um 15:00 Uhr. In Deutschland übertragen Sky und RTL das Rennen live, in Österreich ist es auf ServusTV zu sehen. Spa-Francorchamps liegt in den Ardennen, unweit der deutschen Grenze, und gilt als eine der traditionsreichsten Strecken im Formel-1-Kalender.
Mit Blick auf die Energieverteilung gilt der Kurs als besondere Herausforderung. Lange Vollgaspassagen etwa auf der Wegstrecke von Eau Rouge nach Les Combes verlangen den Piloten ein präzises Dosieren der Antriebsenergie ab. Die neuen Regularien haben damit einen spürbaren Einfluss auf die Rennstrategie, insbesondere für Fahrer, die wie Verstappen mit den technischen Gegebenheiten hadern.
