Merlier gewinnt auch die achte Tour-Etappe im Sprint
Bergerac, 11. Juli 2026
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Kurzfassung
Tim Merlier hat auf der achten Etappe der Tour de France seinen zweiten Sprintetappensieg in Folge gefeiert. Der slowenische Titelverteidiger Tadej Pogacar führt das Gesamtklassement weiter mit 2:42 Minuten Vorsprung vor Jonas Vingegaard an.
Der belgische Sprinter Tim Merlier hat die achte Etappe der Tour de France von Perigueux nach Bergerac über 180,4 Kilometer im Massensprint gewonnen und damit seinen zweiten Tagessieg in Folge gefeiert.
Merliers zweiter Sprint-Coup
Merlier setzte sich am Samstag bei großer Hitze vor dem Eritreer Biniam Girmay und dem Niederländer Olav Kooij durch. Für den 33-jährigen Soudal-Profi war es insgesamt der fünfte Etappensieg bei einer Tour de France. Wie bereits tags zuvor wurde der Belgier von seinem Team Soudal-Quick-Step perfekt positioniert und fuhr seinen zweiten Tagessieg bei dieser Rundfahrt ein.
"Am Ende war ich umzingelt und wäre fast gecrasht und dann habe ich gedacht, das ist vorbei", sagte Merlier nach seinem insgesamt fünften Etappensieg bei der Tour. Im Finish habe er sich dann gedacht, dass er alles gebe und es doch versuche, das war bei 250 Metern.
Hitzeschlacht und turbulentes Finale
Als Ausreißer Liam Slock vom Team Lotto-Intermarché zehn Kilometer vor dem Ziel immer noch eine Minute Vorsprung auf das Feld aufwies, wurde das Hauptfeld langsam unruhig. Merlier musste sich in der hektischen Schlussphase gegen mehrere Konkurrenten behaupten, konnte sich am Ende aber knapp vor Girmay durchsetzen.
Neben Girmay und Kooij landete der Belgier Jasper Philipsen, der sich mit dem vierten Platz zufriedengeben musste, ebenfalls in den Top fünf. Die Hitze machte den Fahrern erneut schwer zu schaffen. "Ich musste ständig kämpfen, bis zur letzten Minute. In dieser Hitze war es ein wirklich schwieriges Unterfangen", fasste ein sichtlich erschöpfter Fahrer die Bedingungen zusammen.
Stand im Gesamtklassement
In der Gesamtwertung änderte sich an der Spitze nichts: Der slowenische Titelverteidiger Tadej Pogacar führt das Klassement weiter mit 2:42 Minuten Vorsprung vor dem zweimaligen Tour-Gewinner Jonas Vingegaard aus Dänemark an. Dritter ist Pogacars Teamkollege Isaac del Toro aus Mexiko mit 3:27 Minuten Rückstand.
Hinter den drei Führenden folgen Remco Evenepoel aus Belgien mit 3:30 Minuten und der Spanier Juan Ayuso mit 3:34 Minuten. Der Franzose Paul Seixas liegt mit 3:55 Minuten auf Rang sieben, der Deutsche Florian Lipowitz mit 4:00 Minuten auf Platz acht. Der Österreicher Marco Haller hat als Zehnter 4:21 Minuten Rückstand auf den Spitzenreiter.
Bester Deutscher im Tagesklassement war Pascal Ackermann, der den siebten Platz erreichte. Max Kanter aus Deutschland kam auf Rang zehn. Florian Lipowitz belegte im Etappenergebnis Platz acht. Felix Großschartner aus Österreich erreichte das Ziel mit 1:49 Minuten Rückstand auf den Tagessieger und liegt in der Gesamtwertung mit 44:08 Minuten Rückstand auf Rang 176.
Pogacar, der im Gesamtklassement nach acht von 21 Etappen mit einer Gesamtzeit von 28:49:07 Stunden führt, geht als klarer Favorit in die zweite Woche der Frankreich-Rundfahrt. Sein Vorsprung auf Vingegaard ist komfortabel, zumal der Däne in den kommenden Bergen meist Defensive gegen die Angriffe des Slowenen fahren muss.
Die achte Etappe war weitgehend flach und bot den Sprintern eine der letzten Chancen auf einen Etappensieg, bevor das Profil in den kommenden Tagen deutlich anspruchsvoller wird. Vier Bergwertungen der Kategorien zwei bis vier und knapp 3.300 Höhenmeter stehen am Sonntag auf dem Programm.
Vorschau: Bergetappe vor dem Ruhetag
Bevor am Montag der erste Ruhetag ansteht, absolvieren die Fahrer am Sonntag nochmals 185,5 Kilometer. Die Strecke führt von Malemort nach Ussel im Zentralmassiv und gilt als selektives Teilstück, das für eine erfolgreich durchkommende Ausreißergruppe prädestiniert ist.
Das Profil mit den zahlreichen Höhenmetern kommt Ausreißern entgegen, die sich einen komfortablen Vorsprung auf das Hauptfeld erarbeiten können. Die Favoriten auf den Gesamtsieg werden das Rennen vermutlich kontrolliert angehen, um keine Kräfte vor den entscheidenden Alpenetappen zu verschwenden.
In der Geschichte der Tour hat sich gezeigt, dass der Spitzenreiter vor dem ersten Ruhetag häufig auch am Ende der Rundfahrt ganz oben steht. Dieses bemerkenswerte Muster zeigte sich bei Jacques Anquetil im Jahr 1961, Miguel Indurain 1994, Vincenzo Nibali 2014 sowie Chris Froome 2017. Pogacar könnte sich nach der ersten Woche in einer ähnlich dominanten Position befinden.
Historische Parallelen
Für den deutschen Sprinter Pascal Ackermann war der siebte Platz im Sprint ein solides Ergebnis, auch wenn die ganz vorderen Plätze erneut außer Reichweite blieben. Ackermann, der in der Vergangenheit bereits Etappen bei großen Rundfahrten gewonnen hatte, zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden, haderte aber mit den verpassten Chancen.
Ein zehnmaliger Tour-Etappensieger, der im vergangenen Jahr wegen eines schweren Sturzes hatte aufgeben müssen, äußerte sich nach dem Rennen selbstkritisch: "Es ist nicht angenehm, nicht auf dem gewohnten Niveau zu sein." Er fügte hinzu: "Ich kann mir keine Vorwürfe machen. Ich kann nicht mehr leisten, als ich kann." Damit spielte er auf seine noch spürbaren Folgen des Sturzes an.
Ein Etappensieger hadert mit seiner Form
Die kommenden Tage werden zeigen, ob Merlier seine Sprint-Serie bei dieser Tour fortsetzen kann oder ob die bergigen Etappen das Klassement gehörig durcheinanderwirbeln. Mit Etappen wie der Fahrt nach Carcassonne und Foix am 8. Juli sowie der Bergetappe von Lannemezan nach Pau stehen bereits vor dem Ruhetag schwierige Aufgaben an.
Pogacar selbst wirkte nach der Etappe entspannt und konzentriert sich bereits auf die anstehenden Bergetappen. Sein Team UAE Team Emirates XRG wird in den Bergen versuchen, den Vorsprung auf Vingegaard weiter auszubauen und mögliche Attacken des Dänen frühzeitig zu neutralisieren.
Insgesamt bot die achte Etappe den Zuschauern in Bergerac ein spannendes Finale, auch wenn die Gesamtwertung keine Veränderungen an der Spitze brachte. Die schnellen Sprints bei dieser Hitze forderten den Fahrern alles ab, und Merlier durfte sich am Ende verdient als Tagessieger feiern lassen.
Mit dem Blick auf den ersten Ruhetag am Montag können die Fahrer durchatmen, bevor die zweite Woche der Tour de France mit ihren entscheidenden Bergetappen beginnt. Das Rennen ist noch jung, und bis zur Schlussetappe auf den Champs-Élysées in Paris stehen zahlreiche Herausforderungen bevor.
Fragen & Antworten
Wer hat die achte Etappe der Tour de France 2026 gewonnen?
Der belgische Sprinter Tim Merlier vom Team Soudal-Quick-Step gewann die achte Etappe von Perigueux nach Bergerac über 180,4 Kilometer im Massensprint. Es war sein zweiter Etappensieg in Folge bei dieser Tour.
Wie groß ist der Vorsprung von Tadej Pogacar im Gesamtklassement?
Pogacar führt das Gesamtklassement nach acht von 21 Etappen mit 2:42 Minuten Vorsprung vor dem Dänen Jonas Vingegaard und 3:27 Minuten vor seinem Teamkollegen Isaac del Toro an.
Was steht am Sonntag vor dem ersten Ruhetag auf dem Programm?
Am Sonntag steht die neunte Etappe von Malemort nach Ussel über 185,5 Kilometer mit knapp 3.300 Höhenmetern und vier Bergwertungen auf dem Programm, die als selektives Teilstück gilt.
Tour de France: Merlier siegt erneut – Pogacar führt weiter | sportnachrichten