Im Halbfinale der Eishockey-Weltmeisterschaft treffen am Samstag in Zürich die ungeschlagenen Schweizer auf das norwegische Sensationsteam.

Die Gastgeber lösten ihr Ticket für die Vorschlussrunde mit einem 3:1-Viertelfinalsieg gegen Schweden. Es war der erste Sieg der Eidgenossen gegen Schweden in einer K.-o.-Runde bei einer WM nach zuvor acht Niederlagen.

Norwegen zog durch ein 2:0 gegen Lettland ins Halbfinale ein. In der Vorrunde hatten die Skandinavier bereits gegen Schweden und Tschechien gewonnen sowie einen Punkt gegen Kanada geholt und waren als Gruppenzweiter hinter den Kanadiern aufgestiegen.

Die Schweizer müssen im Halbfinale auf Stürmer Timo Meier verzichten. Er wurde nach einem Check gegen Schwedens Oskar Sundqvist im Viertelfinale gesperrt. Für ihn rückt Pius Suter in die Aufstellung – der einzige Wechsel im Vergleich zum Donnerstagsspiel.

Schweizer Zwangspause und Respekt

Jan Cadieux beschrieb den Spielstil der Norweger als „einfach, aber intensiv“. Torschütze Calvin Thürkauf betonte nach dem Schweden-Spiel: „Wir sind eine Mannschaft, die die Zweikämpfe annimmt, niemand hat Angst vor einem harten Duell. Das ist das, was uns auszeichnet.“

Thürkauf fügte hinzu: „Wir respektieren jeden Gegner.“ Die Schweizer sind nach acht Partien ungeschlagen und gehen als großer Favorit in die Partie, die um 15.20 Uhr beginnt.

Im zweiten Halbfinale um 20 Uhr trifft Kanada mit Sidney Crosby auf Finnland. Kanada hatte sich mit einem überlegenen 4:0 gegen USA durchgesetzt.

Norwegens goldene Generation

Die norwegische Mannschaft steht erstmals seit 1951 unter den besten vier Teams einer WM. Die norwegische Tageszeitung „VG“ schrieb euphorisch: „Zuerst spielt Norwegen das Halbfinale bei der Eishockey-WM.“

Das norwegische Team wird von jungen Talenten getragen. Der 18-jährige Tinus Luc Koblar erzielte in acht Partien sechs Tore und drei Assists und weist die beste Plus-Minus-Bilanz seines Teams auf (+8). Der 21-jährige Noah Steen traf ebenfalls sechsmal und besitzt einen Vertrag bei den Tampa Bay Lightning.

In den NHL-Drafts 2024 und 2025 wurden fünf Norweger ausgewählt, darunter Michael Brandsegg-Nygard und Stian Solberg, die 2024 in der ersten Runde als Nummer 15 beziehungsweise 23 gezogen wurden. Koblar kam vor einem Jahr als 64. an die Reihe (Toronto Maple Leafs).

Blick auf die Statistik

Die Schweizer Offensive zeigte sich im Turnierverlauf äußerst durchschlagskräftig. Das Team erzielte durchschnittlich 5,25 Tore pro Spiel, darunter zwei 9:0-Kantersiege in der Gruppenphase gegen Österreich und Ungarn.

Auf norwegischer Seite glänzt zudem der Torhüter. Der Keeper vom DEL-Club Straubing ist nach dem Viertelfinale mit einer Fangquote von 95,97 Prozent die Nummer zwei aller WM-Goalies.

Das Finale und das Spiel um Platz drei finden am Sonntag in Zürich statt. Am Rande des Turniers vergab der Kongress des Weltverbandes die WM 2030 an Helsinki und Riga.