Stocker Stadion: Kanzler plant neue ÖFB-Arena vor 2029 | sportnachrichten
Stocker zeigt sich in Dallas zuversichtlich: Lösung für neues Stadion in Sicht
Dallas, 22. Juni 2026
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Kurzfassung
Christian Stocker hat sich bei einem Besuch in Dallas zuversichtlich gezeigt, dass Österreich eine moderne Heimstätte für die Nationalmannschaft bekommt. Ralf Rangnick treibt das Projekt einer Multifunktionsarena voran, das frühestens vor der Nationalratswahl 2029 stehen soll.
Christian Stocker hat sich in Dallas zuversichtlich gezeigt, dass Österreich eine moderne Spielstätte für die Nationalmannschaft erhalten wird, und verweist auf den Erfolg der Qualifikation als Argument.
Hintergrund: Die Stadiondebatte
Anlass für die Aussagen war ein Besuch in Dallas, wo die österreichische Nationalelf am Montag auf Argentinien traf. Bei einem Termin mit ÖFB-Aufsichtsratschef Josef Pröll sprach Stocker über die Stadiondebatte, die seit Monaten die Sportpolitik beschäftigt. Der Kanzler stellte klar, dass er den Wunsch nach einer neuen Heimstätte grundsätzlich teile, gleichzeitig aber auf die budgetären Rahmenbedingungen verwies.
"Wenn jemand, der so ein Profi in diesem Bereich ist und solche Erfolge aufweisen kann, hier eine Meinung hat, was Not tut und was richtig und gut wäre, dann hört man darauf", sagte Stocker über Ralf Rangnick. Stocker würde dem Teamchef und vielen Fußball-Fans den Wunsch nach einer neuen Heimstätte gerne erfüllen.
Rangnick hatte das Thema einer modernen Multifunktionsarena zu einem seiner Herzensprojekte erklärt. Bei seiner jüngsten Vertragsverlängerung kündigte der Deutsche an, das Vorhaben nach der Weltmeisterschaft "mit noch mehr Leidenschaft und Power" weiterzuverfolgen. "Und an der Spitze sieht man, was diese Nationalmannschaft geleistet hat in der Qualifikation", erklärte Stocker. "Sie ist gelungen, und da braucht es eine Spielstätte, die dem auch Rechnung trägt", sagte der Bundeskanzler.
Rangnick als treibende Kraft
Gleichzeitig schränkte Stocker die Erwartungen an einen raschen Baubeginn ein. "Wir leben in Zeiten von knappen Budgets, von Konsolidierungen. Wir haben eine Situation, wo wir jeden Euro sprichwörtlich zweimal umdrehen, und wir könnten ihn nicht nur zweimal umdrehen, sondern zehnmal ausgeben", sagte er. "Das wird sich in Österreich schwer amortisieren in dieser Größenordnung", meinte Stocker mit Blick auf Großprojekte.
Trotz der finanziellen Bedenken gab sich der ÖVP zuversichtlich, dass eine Lösung gefunden werde. "Wir werden eine Lösung auch für das Stadion finden, da bin ich überzeugt", sagte Stocker. "Wir verschließen uns dem in keiner Weise", betonte er bei einem Besuch in Dallas vor Journalistinnen und Journalisten. Das vorgelegte Doppelbudget des Bundes sieht für 2027/28 im Sportbereich nur begrenzte Mittel vor, was die Suche nach Finanzierungsmodellen erschwert.
Budgetäre Realität und Zeitplan
Die Stadionfrage ist nicht allein eine sportpolitische, sondern auch eine gesamtstaatliche Entscheidung. Stocker skizzierte die offenen Punkte: "Es geht dann darum, in welcher Höhe dieses Projekt umgesetzt wird, welche Funktionalitäten auch von diesem Projekt erwartet werden." Stadien seien mittlerweile multifunktionale Veranstaltungsorte, die weit über Fußball hinaus genutzt würden. "Und so werden wir, glaube ich, auch dieses Stadion denken müssen", sagte Stocker.
Mit Blick auf den Zeitplan hielt sich der Kanzler bedeckt. "Vielleicht gelingt es früher als mein Antreten", sagte der ÖVP über ein mögliches neues Stadion. 2029 folgt die nächste Nationalratswahl, zu der Stocker laut eigenen Angaben noch einmal antreten wird. Dennoch hofft der ÖVP auf eine Umsetzung noch vor der nächsten Nationalratswahl im Jahr 2029.
Standortfrage und Ernst-Happel-Stadion
Die Standortfrage bleibt offen. Das bisherige Ernst-Happel-Stadion entspricht nach Ansicht vieler Beteiligter nicht mehr den modernen Anforderungen an eine Spielstätte. "Wir sehen natürlich das Bedürfnis, eine Spielstätte zu haben, die den modernen Anforderungen entspricht", sagte Stocker. Die Stadt Wien ist in die Diskussion eingebunden, eine endgültige Entscheidung über den Standort steht aus.
Als ungleiches Vorbild diente der Besuch im WM-Stadion in Dallas. Die außergewöhnliche Arena mit verschließbarem Dach hat bis zur Fertigstellung 2009 allerdings auch 1,3 Mrd. Dollar gekostet. Es ist nicht nur die Heimstätte des NFL-Teams Dallas Cowboys, es wird auch für andere Großveranstaltungen genutzt und hat 365 Tage im Jahr geöffnet. Bei Fußballspielen bietet die Arena Platz für 60.000 Fans, während bei anderen Events bis zu 72.000 Zuseher sitzend und stehend Platz finden können.
Dallas als ungleiches Vorbild
Einige Zahlen aus den USA lassen sich nur schwer auf österreichische Verhältnisse übertragen. Das spektakulärste Merkmal ist ein integrierter Großschanzenturm für Skispringer mit einer stolzen Höhe von 123 Metern. Ingenieur Kurt Zöchling tüftelt seit 13 Jahren an seiner Vision für ein Bauwerk der Superlative. "Wenn der politische Wille da ist könnte die Arena in zwei Jahren stehen", so Zöchling gegenüber oe24.
Zöchlings Vision einer "Arena Austria" soll sowohl Rangnick als auch den Österreichischen Skiverband begeistern. Zöchling schätzt die Gesamtkosten für das Mega-Projekt auf rund 700 Millionen Euro. Eine Finanzierung in dieser Größenordnung wäre für die Republik eine erhebliche Belastung.
Stocker formulierte die politische Herausforderung bildhaft: "Wir müssen einen Weg finden, wie wir die übliche Quadratur des Kreises in der Politik auch hier bei der Verwirklichung dieses Projektes zuwegebringen", sagte der Bundeskanzler bei einem gemeinsamen Termin mit ÖFB-Aufsichtsratschef Josef Pröll. "Das wird nicht leicht werden in Zeiten wie diesen, aber wir gehen es im Sinne einer konstruktiven Haltung mit Optimismus an", ergänzte er.
Ausblick
Der ÖFB treibt seine Bemühungen dennoch voran. "Wir werden eine Lösung finden", heißt es aus dem Verband. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die politischen Zusagen in konkrete Planungen münden. Fest steht: Die Nationalmannschaft hat mit der erfolgreichen Qualifikation sportlich vorgelegt, nun muss die Infrastruktur folgen.
Die Diskussion über ein neues Stadion verbindet sportliche Ambition mit budgetärer Realität. Für Stocker steht fest, dass es eine Lösung geben wird, auch wenn der Weg dorthin noch mit Fragezeichen versehen ist. Bis zur nächsten Nationalratswahl 2029 will der ÖVP zumindest Fortschritte sehen.
Fragen & Antworten
Welche Summen sind für eine mögliche Arena in Österreich im Gespräch?
Ingenieur Kurt Zöchling schätzt die Gesamtkosten für seine "Arena Austria" auf rund 700 Millionen Euro. Das Dallas-Stadion, das als Vorbild gilt, hat bis zur Fertigstellung 2009 etwa 1,3 Milliarden Dollar gekostet.