St. Pölten, 04 August 2026
SKN St. Pölten spielt am Dienstag um 11.00 Uhr im Halbfinale eines Qualifikationsturniers zur UEFA Women's Champions League im slowenischen Radenci gegen Hajduk Split.
Das Turnier wird von NK Mura aus Murska Sobota ausgetragen und findet an der österreichischen Grenze statt. SKN St. Pölten bestreitet das erste Halbfinale, im Anschluss (15.00 Uhr) trifft NK Mura auf den rumänischen Vertreter Farul Constanta. Die Siegerinnen der beiden Partien stehen sich am Samstag um 18.00 Uhr im Endspiel gegenüber.
Für die Niederösterreicherinnen ist der Heimvorteil in Miniaturform ein nicht zu unterschätzender Faktor. Radenci liegt unweit der österreichischen Grenze, sodass Anreise, Klima und Logistik vertraut wirken. Auch personell kann Trainer Stefan Kenesei auf einen eingespielten Kader zurückgreifen, der in der heimischen Bundesliga zuletzt überzeugte.
Knapper Modus: Nur der Turniersieg zählt
Die Ausgangslage ist klar: Nur die Turniersieger steigen auf. Das bedeutet, dass bereits ein Aus im Halbfinale das europäische Abenteuer für SKN St. Pölten beenden würde. Der Druck ist damit hoch, gleichzeitig aber auch die Chance auf einen direkten Einzug in die Gruppenphase der Champions League.
Hajduk Split ist im Frauenfußball ein weniger bekannter Name als die Männermannschaft des kroatischen Traditionsvereins, verfügt aber über eine spielstarke Auswahl. SKN St. Pölten wird sich auf eine kompakte Defensive und schnelles Umschaltspiel verlassen müssen, um die technische Klasse der Kroatinne auszugleichen.
Hajduk Split als erster Gradmesser
Parallel zum Geschehen in Radenci laufen die Vorbereitungen auf die kommende Bundesliga-Saison. Jennifer Klein und Laurent Fassotte zählen zu den Schlüsselspielerinnen im Kader, auf deren Konstanz Kenesei in der heißen Phase des Turniers setzt. Die Doppelbelastung aus Meisterschaft und Europacup erfordert eine breite Rotation.
In der heimischen Liga ist Austria Wien der designierte Maßstab, an dem sich SKN St. Pölten messen lassen muss. Der Vergleich mit dem regierenden Meisterinnen-Team aus Wien-Favoriten dient als Gradmesser für die eigene Entwicklung. Sollte der Sprung in die Champions League gelingen, wäre das auch im innerösterreichischen Vergleich ein starkes Signal.
Blick auf die heimische Liga
Historisch war der Sprung auf die europäische Bühne für österreichische Klubs selten. In den vergangenen Jahren schafften es einzelne Teams über die Qualifikation, scheiterten aber häufig an der Hürde dritte Runde. Sollte SKN St. Pölten das Turnier in Radenci gewinnen, würde in der dritten Runde ein deutlich schwererer Gegner warten – mögliche Kandidatinnen-Teams wie Seasters Odessa, Sporting Lissabon oder Real Madrid stehen exemplarisch für die Qualität dieser Stufe.
Im Lager von SKN St. Pölten wird die Partie gegen Hajduk nüchtern angegangen. Die Mannschaft tritt mit der gleichen Konzentration auf, mit der sie auch das Ligaspiel am Wochenende bestreiten würde. Das Trainerteam hat laut eigener Aussage bewusst auf laute Ansagen vor dem Spiel verzichtet, um die Spielerinnen nicht zusätzlich unter Druck zu setzen.
