WM 2026: Schweiz – Kolumbien, Manzambi fällt aus | sportnachrichten
Schweiz vor Achtelfinal gegen Kolumbien: Manzambi fällt aus, Córdoba verpasst den Rest der WM
Vancouver, 07. Juli 2026
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Kurzfassung
Die Schweizer Nationalmannschaft muss im WM-Achtelfinal gegen Kolumbien am Dienstag in Vancouver voraussichtlich auf Johan Manzambi verzichten. Gleichzeitig bestätigte Kolumbiens Trainer Néstor Lorenzo, dass Stürmer Jhon Córdoba nach einer Muskelverletzung für den Rest des Turniers ausfällt.
Die Schweizer Fußballnationalmannschaft muss im WM-Achtelfinal gegen Kolumbien am Dienstag (22:00 Uhr MESZ) in Vancouver voraussichtlich auf Johan Manzambi verzichten, während beim Gegner Stürmer Jhon Córdoba nach einer Muskelverletzung für den Rest des Turniers ausfällt.
Personelle Sorgen bei der Schweiz
Die Schweizer Nationalmannschaft steht vor einer personell angespannten Partie im Achtelfinal der WM 2026. Wie die Zeitung Blick berichtet, bestätigte eine MRT-Untersuchung die Befürchtungen bei Johan Manzambi, sodass der 20-Jährige vom SC Freiburg für die Begegnung mit Kolumbien am Dienstag in Vancouver praktisch ausscheidet. Eine offizielle Bestätigung durch den Schweizer Verband lag zunächst nicht vor.
Manzambi hatte das letzte Training vor dem Spiel abgebrochen. Neben ihm mussten auch Rubén Vargas und Djibril Sow, beide vom FC Sevilla, die Einheit vorzeitig beenden. Damit mehren sich die personellen Sorgen für den Schweizer Trainer Murat Yakin, der das Duell im BC Place als wegweisend einstuft.
In seiner Pressekonferenz am Montagnachmittag bezeichnete Yakin einen Ausfall der angeschlagenen Spieler als „großen Verlust“ und fügte hinzu: „Klar wäre es schmerzhaft, wenn die Spieler, die das Training abgebrochen haben, nicht dabei sein könnten.“ Gleichzeitig verwies er auf seine Erfahrung im Umgang mit solchen Situationen: „Ich war und bin immer gut darin, Lösungen zu finden.“
Yakin warnt vor Verletzungsrisiken
Der Coach betonte zudem die Bedeutung, keine „angeschlagenen Spieler auf dem Feld zu haben“: „Es nützt nichts, angeschlagene Spieler auf dem Feld zu haben.“ Eine Prognose für die Aufstellung gab er nicht, kündigte aber an: „Wir haben uns etwas angeeignet, das gut ist, und haben dreimal gewonnen. Wir werden nicht ändern, wie wir spielen.“
Auf der Gegenseite trifft die Schweiz auf ein kolumbianisches Team, das bereits eigene Ausfälle zu verkraften hat. Trainer Néstor Lorenzo bestätigte, dass Jhon Córdoba das Turnier verletzungsbedingt beenden muss. „Er wird den Rest des Turniers nicht mehr spielen können“, sagte Lorenzo. Córdoba hatte sich beim Achtelfinal-Sieg gegen Ghana eine Muskelverletzung zugezogen.
Kolumbien ohne Córdoba
Nach Angaben der kolumbianischen Zeitung El Tiempo zog sich der 33-Jährige einen Muskelfaserriss im linken Adduktor zu. Córdoba, der in Deutschland für FSV Mainz, 1. FC Köln und Hertha BSC spielte, steht seit Sommer 2021 beim russischen Klub FK Krasnodar unter Vertrag.
Die Schweizer Mannschaft bereitet sich im National Soccer Development Center in Vancouver auf die Partie vor, der regulären Trainingsstätte des MLS-Teams Vancouver Whitecaps. Yakin nutzte die letzte Einheit auch, um seine eigenen Fähigkeiten bei Standardsituationen zu zeigen – ein Bereich, der in der Qualifikation noch eine Stärke der Eidgenossen war, im Turnier aber bislang kaum eine Rolle spielte.
Standards als Schweizer Trumpf
Verteidiger Nico Elvedi äußerte sich dazu: „Wir haben das in den letzten Tagen im Training noch einmal angeschaut. Es wäre schön, wenn es mal wieder klappen würde.“ Standards könnten gegen eine robuste kolumbianische Defensive zu einem entscheidenden Faktor werden.
Yakin erwartet gegen Kolumbien „das wohl härteste Spiel bislang“ und ergänzte, dass die Fans der Schweiz „uns dafür Kraft aus der Heimat“ geben würden. Auch über die Stimmung im Stadion machte er sich wenig Gedanken: „da bekommt man von der Stimmung nicht viel mit“, sagte er mit Blick auf den Anpfiff.
Kolumbiens Weg durch das Turnier
Kolumbien reist mit dem Selbstvertrauen eines Sechsspiels-Teams in die Partie. Die Mannschaft von Lorenzo hat in Mexiko-Stadt, Guadalajara, Miami und Kansas City gespielt und dabei mehr als 10.000 Flugkilometer durch mehrere Zeitzonen und Klimazonen zurückgelegt. Im Achtelfinal gegen Ghana fehlte dem Team zuvor ein ganzer Tag Regeneration im Vergleich zur Schweiz.
Lorenco zeigte sich vor dem Duell beeindruckt vom Schweizer Kader. „Viele Spieler sind bei europäischen Topklubs unter Vertrag“, sagte er und fügte hinzu: „Das wird ein schwieriges Spiel. Die Schweiz ist vorne und hinten sehr stark.“ Eine frühere Grippewelle im kolumbianischen Lager, die Teile des Teams vor der Ghana-Partie „flachgelegt“ habe, sei „kein Thema mehr“, erklärte der Trainer.
Fans und Stimmung in Vancouver
Für zusätzliche Brisanz sorgt die Fansituation in Vancouver. Wie schon im bisherigen Turnierverlauf dürften die kolumbianischen Anhänger in der Stadt in der Überzahl sein. Die Schweiz hofft auf den Rückhalt aus der Heimat – und auf eine Fortsetzung ihrer bisherigen Erfolgsserie mit drei Siegen.
Bereits vor der Partie gegen Katar hatte Rubén Vargas, der mit zwei Toren und einer Vorlage zu den auffälligsten Schweizer Akteuren zählt, an die Geschlossenheit der Mannschaft appelliert. „Wir dürfen uns jetzt nicht gegenseitig auffressen“, sagte der 27-Jährige. Kapitän Granit Xhaka hatte nach dem 1:1 gegen Katar öffentlich gefordert, das Team müsse „auf den Boden der Realität“ zurück.
Streit und Geschlossenheit im Team
Die Boulevardzeitung Blick berichtete damals unter Berufung auf eine Quelle, nicht alle im Team hätten Xhakas Kritik geschätzt; sein Verhalten sei als „toxisch“ beschrieben worden. Xhaka hatte zudem nach einem 1:1 gegen Australien in einem Freundschaftsspiel vor der WM öffentlich Mitspieler kritisiert.
Mittlerweile scheint die Mannschaft die Wogen aber geglättet zu haben. Stürmer Breel Embolo, der im Achtelfinal gegen Algerien in der 10. Minute traf, lobte die interne Kommunikation: „Kompliment an die Mannschaft, wie wir in der Halbzeit ehrlich zueinander waren. Wir haben uns gesagt, dass wir alle 10 bis 15 Prozent mehr machen müssen.“
Xhaka selbst zeigte sich ebenfalls versöhnlich: „Wir sind alle genug alt. Es ist immer besser, wenn man solche Sachen direkt anspricht.“ Auch Vargas betonte: „Das macht eine gute Mannschaft aus“ und „Die Stimmung im Team ist immer besser, wenn man Spiele gewinnt und es gut läuft.“
Der Schweizer Verbandsdirektor Pierluigi Tami blickt der Partie mit Zuversicht entgegen. „Wichtig ist die Frage: Wie gross ist der Wille, die Hürde Kolumbien unbedingt zu nehmen? Ich spüre in der Mannschaft und dem Staff: Sie wollen um jeden Preis den nächsten Schritt machen“, sagte er.
Sollte die Schweiz die Hürde Kolumbien nehmen, wäre es das erste Mal seit 2018, dass das Team über das Achtelfinale hinaus kommt. Damals wie auch 2022 war gegen Serbien Schluss. Nun wartet mit Kolumbien ein anderes Kaliber – und die Schweiz hofft, dass die personellen Rückschläge am Ende nicht den entscheidenden Unterschied machen.
Fragen & Antworten
Wer ist Johan Manzambi und warum fällt er aus?
Johan Manzambi ist ein 20-jähriger Schweizer Mittelfeldspieler, der beim SC Freiburg in der Bundesliga unter Vertrag steht. Er brach das letzte Training vor dem Achtelfinal gegen Kolumbien ab; eine MRT-Untersuchung bestätigte laut der Zeitung Blick, dass er für die Partie ausfällt.
Was ist mit Jhon Córdoba passiert?
Der 33-jährige kolumbianische Stürmer Jhon Córdoba zog sich beim Achtelfinal-Sieg gegen Ghana einen Muskelfaserriss im linken Adduktor zu. Kolumbiens Trainer Néstor Lorenzo bestätigte, dass Córdoba für den Rest der WM ausfällt.
Wo und wann findet das Spiel zwischen der Schweiz und Kolumbien statt?
Die Partie wird am Dienstag um 22:00 Uhr MESZ im BC Place in Vancouver ausgetragen. Es handelt sich um das Achtelfinale der WM 2026.