Der Spanier Roberto Martínez hat unmittelbar nach dem 0:1 im WM-Achtelfinale gegen Spanien seinen Rücktritt als portugiesischer Teamchef erklärt.

Der 52-Jährige gab seinen Entschluss am Montag in Dallas bekannt, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten. „Er sei angetreten, um mit Portugal Weltmeister zu werden, habe dieses Ziel verfehlt und ziehe nun die Konsequenzen“, hieß es in seiner Stellungnahme. Zugleich bedankte sich der Coach explizit bei Cristiano Ronaldo.

Rücktritt am Tag nach dem Aus

Das Aus im Achtelfinale gegen den iberischen Rivalen Spanien besiegelte die Trennung. Nach dem 0:1 stand Portugal ohne weitere Aufstiegschance da, die WM war für die Seleção vorzeitig beendet. Einen Zeitpunkt für die Bekanntgabe seines Nachfolgers nannte der Verband zunächst nicht.

Zu seiner eigenen Zukunft als Trainer äußerte sich Martínez ebenfalls nicht. „Zu dessen Zukunft im Nationalteam machte der seit 2023 amtierende Martinez keine Angaben“, schrieb die Quelle. Eine Rückkehr in den Klubfußball ist damit ebenso wenig ausgeschlossen wie eine Pause.

Bilanz: Nations-League-Titel 2025

Martízano war erst seit 2023 portugiesischer Teamchef. In seine Amtszeit fällt der Gewinn der Nations League 2025, den die ebenfalls als hochtalentiert geltende portugiesische Auswahl unter seiner Führung errang. Der Titelgewinn galt als größter Erfolg seiner Amtszeit, konnte aber den Anspruch auf den WM-Pokal nicht überdecken.

Vor seinem Engagement in Portugal hatte der Spanier von 2016 bis 2022 die belgische Nationalmannschaft betreut. Mit deren sogenannter „Goldener Generation“ blieb ihm allerdings ein Titel verwehrt. Auch bei den großen Turnieren scheiterte Belgien unter Martínez im entscheidenden Moment.

Stationen eines Wanderlebens

Zuvor arbeitete Martínez im englischen Fußball. Nach Stationen bei Swansea City und Wigan, mit dem er 2013 gemeinsam mit Paul Scharner den FA-Cup gewann, wechselte er zu Everton. Diese Phase im Vereinsfußball formte seinen Ruf als Trainer, der auch in schwierigen Ligen bestehen kann.

Der portugiesische Verband steht nun vor der Aufgabe, in kurzer Zeit einen Nachfolger zu präsentieren. Mit Stars wie Cristiano Ronaldo steht ein Kader bereit, der Martínez zufolge das Potenzial für den Titel hat – bislang aber an der Umsetzung scheiterte. Die kommenden Wochen werden zeigen, in welche Richtung der Verband steuert.

Offene Fragen zur Nachfolge

Im Hintergrund werden bereits erste Namen gehandelt, offizielle Bestätigungen stehen jedoch aus. Martínez’ Rücktritt reiht sich ein in eine Serie von Trainerwechseln nach großen Turnieren und unterstreicht die wachsende Erwartungshaltung gegenüber den europäischen Spitzenverbänden.

Die Partie gegen Spanien gilt als sportlicher Wendepunkt: Mit dem Achtelfinal-Aus endete nicht nur der portugiesische Traum vom WM-Pokal, sondern auch die Amtszeit eines Trainers, der den Seleção über drei Jahre prägte. Eine ausführliche Bilanz seiner Arbeit dürfte der Verband in den kommenden Tagen ziehen.