Mbappé rassistisch beleidigt: Senatorin aus Paraguay sorgt | sportnachrichten
Paraguays Senatorin beleidigt Mbappé nach WM-Achtelfinale rassistisch – Sportministerin Ferrari reagiert empört
Paris, 6. Juli 2026
AI-generated image (z-image via Kie.ai)
Kurzfassung
Nach dem 1:0-Sieg Frankreichs gegen Paraguay im WM-Achtelfinale hat die paraguayische Senatorin Celeste Amarilla de Boccia den französischen Kapitän Kylian Mbappé rassistisch beleidigt. Frankreichs Sportministerin Marina Ferrari und Mbappé selbst reagierten scharf auf die verbalen Entgleisungen.
Nach dem 1:0-Sieg Frankreichs gegen Paraguay im WM-Achtelfinale hat die paraguayische Senatorin Celeste Amarilla de Boccia den französischen Kapitän Kylian Mbappé mit rassistischen Beleidigungen überzogen, woraufhin Frankreichs Sportministerin Marina Ferrari empört reagierte.
Die Beleidigungen im Wortlaut
Frankreichs Auswahlkapitän Kylian Mbappé ist nach dem hart umkämpften 1:0-Erfolg im WM-Achtelfinale gegen Paraguay Ziel rassistischer Angriffe aus der Politik des südamerikanischen Landes geworden. Die paraguayische Senatorin Celeste Amarilla de Boccia veröffentlichte unmittelbar nach Spielschluss auf der Plattform X sowie auf Instagram eine Reihe beleidigender Nachrichten gegen den 27-Jährigen. Der französische Fußballverband und die französische Regierung verurteilten die Äußerungen umgehend.
Auf X schrieb die Politikerin unter anderem, Mbappé habe „statt Muttermilch Kokosnüsse ausgesaugt, und das Gebildetste, was er je gehört hat, waren Schimpansen. Hättest du ihm doch den Mittelfinger gezeigt, Orlando Gill. Ich mache das im Senat auch, und da passiert überhaupt nichts!!!" Darüber hinaus bezeichnete sie den Stürmerstar als „Trottel", der nicht einmal Schreiben gelernt habe.
Mbappé schlägt zurück
Auf Instagram legte die Senatorin mit einer weiteren Tirade nach. Sie nannte Mbappé einen „kolonisierten Kameruner", der den toughen Franzosen spiele, und beschrieb ihn als „voller Minderwertigkeitskomplexe, neureich, arrogant und hässlich". Außerdem schrieb sie, der Angreifer sei das gesamte Spiel über nervös gewesen und hätte Todesangst gehabt – „genau wie seine gesamte Mannschaft".
Mbappé selbst reagierte ebenfalls auf der Plattform X und schlug scharfe Töne an. Die Senatorin sei „eine verachtenswerte Frau und unwürdig Ihres Amtes", schrieb der Kapitän der Équipe Tricolore. Er werde Menschen wie Celeste Amarilla de Boccia „niemals die Freiheit lassen, ihren Hass und ihren Rassismus in der Welt zu verbreiten".
In einer ausführlichen Stellungnahme warf Mbappé der Politikerin vor, durch ihre „Unbewusstheit und ihren schamlosen Rassismus" habe die Welt bereits den historischen Weg und den Einsatz der paraguayischen Spieler während dieser Weltmeisterschaft vergessen. Damit mache sie Platz „für eine inkompetente Dame, die das schlechteste mögliche Bild ihres Landes vermittelt". Mbappé betonte zugleich, dass die Senatorin nicht das Paraguay repräsentiere, das „von Leidenschaft und Ehre durchdrungen" die gesamte WM bestritten habe.
Frankreichs Sportministerin reagiert
Frankreichs Sportministerin Marina Ferrari reagierte empört auf die verbalen Entgleisungen. Auf X schrieb sie: „Diese Äußerungen sind abscheulich, unwürdig und umso inakzeptabler, als sie von einer politischen Verantwortlichen stammen." Indem die Senatorin Mbappé angreife, greife sie alles an, was der französische Kapitän verkörpere und wofür Frankreich stehe: „die Freiheit, die Gleichheit und die Brüderlichkeit".
Der Auslöser für die Wut der Senatorin war offenbar das Verhalten Mbappés unmittelbar nach dem Schlusspfiff. Der 27-Jährige hatte Paraguays Torhüter Orlando Gill den Handschlag verweigert und mit einer provokanten Geste gefeiert. Daraufhin warf Gill Mbappé den Ball an den Rücken. „Aus Frust verweigerte der 27-Jährige nach Spielende Paraguays Keeper Orlando Gill den Handschlag, feierte mit einer provokanten Geste", heißt es in der APA-Berichterstattung.
Vorgeschichte auf dem Platz
Das Spiel selbst war von großer Härte geprägt. Mbappé sei während der Partie „immer wieder hart attackiert worden, hatte aber auch ausgeteilt", berichtete die Nachrichtenagentur APA. Frankreich, das als Titelfavorit in das Turnier gegangen war, sicherte sich den Einzug ins Viertelfinale durch einen von Mbappé verwandelten Elfmeter.
Die Senatorin wertete den knappen Sieg Frankreichs als glücklich. Paraguay habe „nicht einmal ein Tor erzielt und nur mit ganz viel Glück gewonnen", schrieb sie auf X. Außerdem sei „das Einzige, was viele von uns der Albirroja vorwerfen, ist, dass sie ihm nach dem Schlusspfiff nicht eine schallende Ohrfeige verpasst hat" – womit sie auf die Spitzname der paraguayischen Nationalmannschaft anspielte.
Paraguay, das als „Deutschland-Besieger" für eine der großen Überraschungen der bisherigen WM gesorgt hatte, schied mit der Niederlage gegen Frankreich aus dem Turnier aus. Die Leistung der Mannschaft war zuvor von der sportlichen Öffentlichkeit gewürdigt worden – die rassistischen Ausfälle der Politikerin überlagerten diese Anerkennung jedoch in der internationalen Wahrnehmung.
Mbappé, der als einer der bekanntesten Sportler Frankreichs gilt, hatte sich in der Vergangenheit wiederholt gegen Rassismus im Fußball positioniert. Auch bei dieser Weltmeisterschaft wurde er bereits Opfer beleidigender Rufe aus dem Publikum. Sein diesmaliger öffentlicher Gegenangriff auf eine ranghohe Politikerin Paraguays fällt in eine Reihe solcher Vorfälle und unterstreicht die anhaltende Debatte über diskriminierende Äußerungen im Umfeld internationaler Turniere.
Politische Dimension und Reaktionen
Die Rolle von Celeste Amarilla de Boccia als amtierende Senatorin Paraguays verleiht dem Vorgang zusätzliches Gewicht. Dass die Äußerungen aus dem politischen Raum eines demokratisch verfassten Landes kommen, wurde sowohl von Mbappé als auch von Sportministerin Ferrari ausdrücklich kritisiert. Ferrari verwies auf die besondere Verantwortung, die ein politisches Amt mit sich bringe.
Auf der Plattform X wurde der Hashtag zu den beleidigenden Posts der Senatorin innerhalb weniger Stunden zu einem der meistdiskutierten Themen im französischsprachigen Internet. Zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer solidarisierte sich mit Mbappé und verurteilten die rassistischen Äußerungen. Auch der Weltfußballverband FIFA äußerte sich besorgt über den Vorfall.
Ausblick auf das Viertelfinale
Mbappé kündigte an, die juristischen Möglichkeiten gegen die Verbreitung rassistischer Inhalte prüfen zu lassen. Sein Management verwies darauf, dass solche Äußerungen nicht nur persönlich beleidigend, sondern auch strafrechtlich relevant sein könnten. Die Senatorin selbst hat sich bislang nicht für ihre Aussagen entschuldigt.
Die Vorfälle werfen ein Schlaglicht auf den Umgang mit Rassismus im Kontext internationaler Sportgroßveranstaltungen. Während Spielregeln und Stadionordnungen Diskriminierung sanktionieren, bleiben politische Äußerungen häufig außerhalb des Zuständigkeitsbereichs der Sportverbände. Frankreich wird als nächstes im Viertelfinale auf Marokko treffen, das am Donnerstag um 22:00 Uhr live in der ARD übertragen wird.
Fragen & Antworten
Wer ist Celeste Amarilla de Boccia?
Celeste Amarilla de Boccia ist Senatorin in Paraguay. Sie veröffentlichte nach dem WM-Achtelfinale zwischen Frankreich und Paraguay beleidigende und rassistische Posts über Kylian Mbappé auf den Plattformen X und Instagram.
Warum hat Mbappé den Handschlag mit Orlando Gill verweigert?
Laut Berichten handelte Mbappé aus Frust nach dem hitzigen Spielverlauf. Er feierte stattdessen mit einer provokanten Geste, woraufhin Gill ihm den Ball an den Rücken warf.
Wie hat Frankreich auf die rassistischen Äußerungen reagiert?
Sportministerin Marina Ferrari bezeichnete die Aussagen als „abscheulich, unwürdig und umso inakzeptabler, als sie von einer politischen Verantwortlichen stammen". Mbappé selbst kündigte an, rechtliche Schritte prüfen zu lassen.