Die Transfer-Experten Fabrizio Romano und Florian Plettenberg haben sich in der Nacht vor Montag einen öffentlichen Schlagabtausch auf der Plattform X geliefert, nachdem Romano eine Einigung zwischen RB Leipzig und Real Madrid über den Wechsel von Yan Diomande gemeldet hatte.
Der Konflikt zwischen den beiden prominentesten Transfer-Experten im internationalen Fußball war in den frühen Morgenstunden auf X eskaliert. Zuvor hatte der italienische Journalist Fabrizio Romano verkündet, dass sich RB Leipzig und Real Madrid auf einen Transfer von Yan Diomande geeinigt hätten – angeblich für eine Ablöse von über 100 Millionen Euro.
Florian Plettenberg, Sky-Reporter und nach eigener Darstellung Deutschlands bestinformierter Transfer-Journalist, widersprach dieser Darstellung. Er erklärte auf X, er werde nicht über eine „Pseudo-Einigung" berichten und verwies darauf, dass Romano keine konkrete Ablösesumme genannt habe. „Man werde nicht über ‚eine Pseudo-Einigung' berichten", hieß es in seinem Beitrag.
Vorwurf der Indiskretion
Im Zentrum der Auseinandersetzung steht der Vorwurf Plettenbergs, Romano habe aus privaten Nachrichten zitiert. Plettenberg zeigte sich empört darüber, dass interne Chat-Inhalte öffentlich gemacht wurden. Er schrieb: „Früher warst du für viele ein Vorbild. Auch für mich. Für mich bist du das leider nicht mehr."
Plettenberg kündigte zudem an, im Gegensatz zu Romano künftig vertraulich mit ihren Gesprächen umzugehen. „Eine traurige Entwicklung. Im Gegensatz zu dir werde ich unsere Gespräche vertraulich behandeln." Mit dieser Aussage kritisierte er Romanos Verhalten öffentlich.
Schlagabtausch über Follower und Vorbildfunktion
Romano wies die Vorwürfe zurück und gab Plettenberg die Schuld an der Eskalation. Seiner Darstellung nach habe Plettenberg den „Zirkus" erst ins Rollen gebracht. In seinem Post auf X kündigte Romano an, er könnte alte private Nachrichten veröffentlichen, in denen Plettenberg ihn gefragt habe: „‚Wie kann ich meine Followerzahl steigern?' oder ‚Deine Arbeit ist meine Motivation'."
Die Auseinandersetzung wirft ein Schlaglicht auf den Wettbewerb zwischen den einflussreichsten Fußball-Reportern der Welt. Romano verfügt nach verfügbaren Angaben über rund 28,4 Millionen Follower auf X, Plettenberg über etwas mehr als 700.000. Beide zählen zu den meistgefolgten Transfer-Experten überhaupt.
Hintergrund: Möglicher Rekordtransfer
Hintergrund des Streits ist ein möglicher Rekordtransfer. Romano hatte berichtet, RB Leipzig und Real Madrid hätten sich auf einen Wechsel von Yan Diomande geeinigt. Die genannte Summe von über 100 Millionen Euro entspräche einem der höchsten Transfers der jüngeren Bundesliga-Geschichte. Plettenberg bezweifelte den Wahrheitsgehalt der Meldung.
Inhaltlich dreht sich der Konflikt auch um die Frage journalistischer Standards. Plettenberg warf Romano vor, mit ungenauen Angaben – konkret der vagen Formulierung „über 100 Millionen Euro" statt eines präzisen Betrags – eine nicht abgesicherte Meldung verbreitet zu haben. Romano hingegen sah sich durch den Angriff auf seine Glaubwürdigkeit persönlich provoziert.
Offene Fragen zur Einigung
Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) griff den Schlagabtausch zwischen den beiden Journalisten auf und ordnete ihn als bemerkenswerten Vorgang in der Welt der Fußball-Berichterstattung ein. Beobachter werten den Streit als Zeichen für den wachsenden Konkurrenzdruck im Markt für Transfer-Informationen, in dem Schnelligkeit oft über Genauigkeit gestellt wird.
Ob der Transfer von Yan Diomande tatsächlich zustande kommt, blieb zum Zeitpunkt des öffentlichen Streits offen. Während Romano von einer Einigung sprach, distanzierte sich Plettenberg von dieser Darstellung. Eine offizielle Bestätigung der Vereine RB Leipzig oder Real Madrid lag nicht vor.
