Nach WM-Finalniederlage: Paredes löst mit Tätlichkeit gegen Spanier heftige Kritik aus
Madrid, 20. Juli 2026
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Kurzfassung
Nach der 0:1-Niederlage Argentiniens im WM-Finale gegen Spanien hat Mittelfeldspieler Leandro Paredes mit einer Tätlichkeit gegen spanische Spieler für einen Eklat gesorgt. Kommentatoren und Ex-Profis kritisierten sein Verhalten scharf.
Nach dem 0:1 Argentiniens im WM-Finale gegen Spanien hat Mittelfeldspieler Leandro Paredes unmittelbar nach dem Abpfiff mit einer Tätlichkeit gegen spanische Spieler für einen Eklat gesorgt und scharfe Kritik von Experten und Ex-Profis auf sich gezogen.
Die Tätlichkeit im Detail
Die Szene ereignete sich nach dem Schlusspfiff der Partie, als die spanische Mannschaft ihren 1:0-Erfolg nach Verlängerung feiern wollte. Dabei geriet Paredes zunächst mit Eric García aneinander. Im weiteren Verlauf rang der 32-Jährige den spanischen Mittelfeldspieler Gavi zu Boden und schlug, als dieser bereits fiel, mit der Faust nach ihm.
Die TV-Übertragungen des Abends dokumentierten die Szenen detailliert. Magenta-Spielkommentator Wolff Fuss kommentierte die Bilder live mit den Worten: "Paredes … Das ist dann einfach einer drüber, bei allem Verständnis für Enttäuschung." Auch ORF-Kommentator Thomas König sprach angesichts der Bilder von einem regelrechten "Blutrausch" des Argentiniers.
Scharfe Kritik der TV-Experten
MagentaTV-Expertin Tabea Kemme sagte nach Spielschluss: "Bei Paredes sind die Sicherungen durchgeknallt nach Spielende." Thomas Müller, ebenfalls als Experte im Einsatz, sagte, er selbst habe sich in solchen Momenten stets auf das Debattieren konzentriert, "da meine Stärden nie im Nahkampf lagen".
Bereits während des Finals war Paredes wiederholt mit übertriebener Härte aufgefallen und stand nach Ansicht vieler Beobachter kurz vor einem Platzverweis. ORF-Experte Andreas Herzog kritisierte die Gangart der Argentinier während der Übertragung mit dem Wort "Holzhacker". Nach den Szenen unmittelbar nach dem Abpfiff platzte dem Österreicher der Kragen: "Schau dir den Vollidioten an."
Auch im Ausland sorgten die Bilder für Empörung. Der frühere englische Teamspieler Gary Neville sprach im britischen Fernsehen von einer "Schande". Ex-Torhüter Joe Hart warf der argentinischen Mannschaft mangelnde Größe vor und meinte, einzig Lionel Messi habe nach der Niederlage wahre Klasse gezeigt.
Paredes' Vorgeschichte
Paredes ist kein unbeschriebenes Blatt. Bereits bei der Weltmeisterschaft 2022 hatte er im Viertelfinale gegen die Niederlande eine Massenrangelei ausgelöst, nachdem er den Ball nach einem Foul mit voller Wucht auf die gegnerische Ersatzbank geschossen hatte. Der 32-Jährige gilt seit Jahren als einer der unbequemsten und provokantesten Mittelfeldspieler im internationalen Fußball.
Die argentinische Seite äußerte sich zunächst nicht offiziell zu den Vorfällen. Trainer und Verband werden sich voraussichtlich in den kommenden Tagen äußern müssen, zumal der Weltverband die Szenen prüfen könnte. Eine Sperre für Paredes ist denkbar, sollte die Disziplinarkommission tätig werden.
Mögliche Konsequenzen
Während die Bilder der Tätlichkeit um die Welt gingen, wuchs auch die Debatte über die Rolle von Provokationen in Endspielen. TV-Experten verwiesen darauf, dass in solchen emotionalen Momenten die Verantwortung jedes einzelnen Spielers besonders gefragt sei – unabhängig von der Enttäuschung über das verlorene Endspiel.
Die spanische Mannschaft konnte ihren Triumph trotz der Vorfälle ausgelassen feiern. Gavi selbst äußerte sich nicht zu der Aktion seines Gegenspielers; Teamkollegen sprachen lediglich von einer "harten, aber fairen Partie" und wollten den Abend nicht durch die Randale überschatten lassen.
Der Vorfall überschattete die sportliche Bilanz des Abends. Spanien hatte durch einen Treffer in der Verlängerung erstmals seit zwölf Jahren wieder ein WM-Endspiel gewonnen und damit eine Generation argentinischer Spieler um Lionel Messi erneut ohne Titel gelassen. Messi selbst hielt sich nach Spielschluss zurück und verzichtete auf öffentliche Äußerungen.
In den sozialen Netzwerken trendete der Name Paredes noch in der Nacht auf Montag. Zahlreiche Nutzer teilten Videoclips der Tätlichkeit und forderten Sanktionen. Auch positive Stimmen, die auf die emotionale Ausnahmesituation nach einem verlorenen Finale verwiesen, fanden sich, wurden aber von der Mehrheit kritischer Stimmen überlagert.
Reaktionen in den sozialen Netzwerken
Fußball-Analysten sahen in dem Verhalten ein Muster. "Wer einmal so auffällt, fällt immer wieder auf", schrieb eine spanische Sportzeitung. In Argentinien selbst war die Stimmung gespalten: Einige Fans verteidigten Paredes als leidenschaftlichen Kämpfer, andere forderten eine Entschuldigung.
Der Disziplinarausschuss des Weltverbands kündigte an, die Vorfälle zu prüfen. Möglich sind nachträgliche Sperren oder Geldstrafen. Auch eine Sperre für mehrere Spiele ist im Bereich des Möglichen, sollte der Ausschuss die Tätlichkeit als schwerwiegend einstufen.
Bis zu einer Entscheidung bleibt die sportliche Zukunft von Paredes ungewiss. Sein Verein sowie die argentinische Fußballföderation müssen sich auf mögliche Konsequenzen einstellen – und auf die Frage, ob und wie sich der Mittelfeldspieler nach diesem neuerlichen Eklat öffentlich äußert.
Debatte über Härte im Weltfußball
Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die zunehmende Aggressivität in internationalen Endspielen. Trainer, Schiedsrichter und Verbände diskutieren seit Jahren über härtere Strafen bei Tätlichkeiten außerhalb des Spielgeschehens – eine Diskussion, die durch die Bilder aus diesem Finale neue Nahrung erhalten dürfte.
Unabhängig von disziplinarischen Folgen dürften die Bilder Paredes noch lange verfolgen. Sportpsychologen verwiesen darauf, dass Tätlichkeiten nach Niederlagen häufig aus einem Kontrollverlust in der Enttäuschungsphase resultierten – und nur schwer durch nachträgliche Sanktionen ungeschehen gemacht werden könnten.
Fragen & Antworten
Ist Paredes bereits früher mit aggressivem Verhalten aufgefallen?
Ja, bereits bei der WM 2022 hatte er im Viertelfinale gegen die Niederlande eine Massenrangelei ausgelöst, nachdem er den Ball auf die gegnerische Ersatzbank geschossen hatte. Er gilt seit Jahren als unbequemer Mittelfeldspieler.
Paredes Tätlichkeit nach WM-Finale gegen Spanien | sportnachrichten