Der spanische Fußball-Weltmeister Joan Capdevila darf eigenen Angaben zufolge nicht in die USA einreisen und hat US-Präsident Donald Trump in der Sache um Hilfe gebeten.

Der frühere spanische Nationalspieler Joan Capdevila hat nach eigenen Angaben Probleme mit der Einreise in die USA. Wie er über soziale Medien mitteilte, wurde ihm demnach die Reisegenehmigung über das Electronic System for Travel Authorization (ESTA) verweigert. Er wandte sich daraufhin an US-Präsident Donald Trump, um eine Lösung zu erreichen.

Capdevila gehört zum Kreis der spanischen Weltmeister von 2010. Seinen Angaben nach plant er, nach East Rutherford im US-Bundesstaat New Jersey zu reisen, und benötigt dafür eine gültige Einreisegenehmigung. Der Ort gilt als Standort großer Sportstadien und war Schauplatz internationaler Wettbewerbe.

Hintergrund: Was ist das ESTA-Verfahren?

Die Umstände der Verweigerung sind bislang nicht im Detail öffentlich. Das ESTA-Verfahren ist ein US-Programm zur Vorab-Kontrolle von Reisenden aus Staaten des Visa-Waiver-Programms, zu dem auch Spanien gehört. Eine automatische Genehmigung ist nicht garantiert; Anträge können aus unterschiedlichen Gründen abgelehnt werden, etwa bei früheren Einreiseverstößen oder Sicherheitsbedenken.

Mit der direkten Bitte an Trump sorgt Capdevila zugleich für Aufmerksamkeit über den Sport hinaus. In den USA bestimmen politische Debatten um Einreisebestimmungen und Sportereignisse seit Jahren Schlagzeilen, insbesondere wenn prominente Personen betroffen sind. Capdevilas Schritt fällt in eine Phase, in der die USA sich auf die Austragung internationaler Großveranstaltungen vorbereiten.

Aus dem Umfeld des US-Präsidenten lag zunächst keine Stellungnahme vor. Auch über mögliche Reaktionen der spanischen Behörden oder des zuständigen Konsulats wurde zunächst nichts bekannt. Unklar blieb zudem, ob Capdevila auf dem Rechtsweg eine Neubewertung des ESTA-Antrags anstrebt.

Mögliche nächste Schritte

Rechtsexperten verweisen darauf, dass eine persönliche Intervention beim Präsidenten in Einzelfällen eine beschleunigte Prüfung anstoßen kann, ohne dass dies einen Anspruch auf eine Genehmigung begründet. Die endgültige Entscheidung liege bei den zuständigen US-Sicherheitsbehörden. Auch eine alternative Visumskategorie käme grundsätzlich in Betracht, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind.

Für Capdevila steht nach eigener Darstellung ein wichtiger Termin in den USA an. Wie er weiter mitteilte, hofft er auf eine rasche Klärung, um seine Reisepläne nicht absagen zu müssen. Sollte die Einreise dauerhaft verweigert werden, könnte er seine Teilnahme an dem geplanten Ereignis in East Rutherford nicht wahrnehmen.

Parallel berichten spanische Medien über den Fall und sehen Parallelen zu früheren Vorfällen, bei denen Sportler oder Künstler Probleme mit der US-Einreise hatten. Dabei geht es häufig um Sponsoring, sportpolitische Termine oder mediale Auftritte im Umfeld großer Wettbewerbe.

Reaktionen in Spanien

Auch der Name des spanischen Jungstars Lamine Yamal wurde in den Diskussionen genannt, da mehrere Akteure der aktuellen spanischen Nationalmannschaft Reisen in die USA planen. Capdevila selbst war als Außenverteidiger mit Spanien 2010 in Südafrika Weltmeister und zählt zu den erfahrensten Spielern seiner Generation.

Wann und in welcher Form Trump auf das Anliegen reagiert, blieb zunächst offen. Die US-Botschaft in Madrid verwies auf laufende Verfahren und äußerte sich nicht zum Einzelfall. Capdevila kündigte an, sich weiter öffentlich zu dem Thema zu äußern, sollte sich keine kurzfristige Lösung abzeichnen.