Wien, 01 Juli 2026
Die Präsidentenkonferenz des Österreichischen Skiverbands (ÖSV) hat den 38-jährigen Tiroler Jan Überall einstimmig zum neuen Generalsekretär bestellt; er übernimmt die operative Leitung des Verbands zum 1. September 2026.
Der bisherige Geschäftsführer der Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel folgt damit auf Christian Scherer und tritt ab Herbst die Nachfolge an der Spitze der Geschäftsführung des Österreichischen Skiverbands an. Die Entscheidung fiel am Dienstag einstimmig durch die Präsidentenkonferenz, das oberste Gremium des Verbands. Wie der ÖSV am Abend mitteilte, wird Überall zum 1. September 2026 seine neue Funktion antreten.
Werdegang in Kitzbühel
Roswitha Stadlober begründete die Personalie mit der langjährigen Erfahrung des designierten Generalsekretärs. „Mit Jan Überall haben wir eine Persönlichkeit gefunden, die den österreichischen und internationalen Skisport bestens kennt und gleichzeitig über Führungserfahrung verfügt“, erklärte sie. Diese Geschlossenheit sei „ein starkes Signal nach innen und außen“, fügte Stadlober hinzu.
Der designierte Generalsekretär absolvierte nach dem Studium der Sportwissenschaften an der Universität Innsbruck seinen beruflichen Einstieg in seiner Tiroler Heimat beim Kitzbüheler Ski Club. Dort ist er seit 2015 als Generalsekretär tätig und hat den Verein in dieser Zeit organisatorisch wie wirtschaftlich mitgeprägt. Seine Verwurzelung im traditionsreichen Kitzbüheler Skisport gilt als eine der wesentlichen Grundlagen für seine Berufung an die Spitze des nationalen Verbands.
Hahnenkamm-Rennen als Sprungbrett
Seit 2024 führt Überall zudem als Geschäftsführer die Hahnenkamm-Rennen und verantwortet die organisatorische sowie wirtschaftliche Weiterentwicklung eines der weltweit renommiertesten Wintersportevents. Unter seiner Leitung haben sich die Hahnenkamm-Rennen international weiter positioniert; das Rennen am Ganslernhang gilt als eines der Aushängeschilder des alpinen Skisports.
Überall bringt darüber hinaus Erfahrung aus der internationalen Verbandsarbeit mit. Durch seine Funktionen in verschiedenen Gremien des Weltverbands FIS sowie seine Tätigkeit als Vizepräsident von Club 5 – der Vereinigung führender alpiner Weltcup-Veranstalter – verfüge er über ein breites internationales Netzwerk und fundierte Kenntnisse der Strukturen und Marktmechanismen des Skisports, hieß es in der Aussendung.
Internationales Netzwerk
Mario Stecher hob am Dienstag ebenfalls die fachliche Breite des designierten Generalsekretärs hervor. Überall kenne „den Skisport, die Strukturen der Vereine und unseres Verbandes“ gut und bringe „gleichzeitig wertvolle Erfahrungen aus der Organisation internationaler Großveranstaltungen sowie der Kooperation mit unterschiedlichsten Partnern“ mit, sagte Stecher.
Der designierte Generalsekretär selbst reagierte auf seine Bestellung mit einer Mischung aus Dank und programmatischen Worten. „Ich bedanke mich bei der Präsidentenkonferenz für das mir entgegengebrachte Vertrauen – dieses einstimmige Ergebnis war mir persönlich sehr wichtig“, kommentierte Überall. Er kündigte zugleich an, „Bewährtes fortführen, neue Impulse setzen und den österreichischen Skisport nachhaltig weiterentwickeln“ zu wollen.
Programmatische Linie
Inhaltlich verriet der designierte ÖSV-Generalsekretär bei seiner ersten Stellungnahme noch keine konkreten Schwerpunkte. „Gemeinsam wollen wir den ÖSV sportlich wie organisatorisch erfolgreich weiterentwickeln“, lautete einer seiner programmatischen Sätze. Damit knüpfte er an die Linie an, die Stadlober zuvor ausgegeben hatte.
Die Personalentscheidung fällt in eine Phase, in der der Verband die Weichen für die kommenden Wintersaisonen stellen muss. Im Weltcup-Kalender steht mit Saalbach kommende Saison wieder ein österreichisches Weltcup-Standort-Event; zugleich laufen auf internationaler Ebene Diskussionen um den Sonderstatus von Marcel Hirscher im Weltcup sowie um die Zukunft von FIS-Präsident Johan Eliasch. In diesem Umfeld wird der neue Generalsekretär sowohl gegenüber den heimischen Vereinen als auch gegenüber dem Weltverband als Ansprechpartner agieren.
Ausgangslage und Zeitplan
Mit Blick auf den Zeitplan erklärte die Präsidentenkonferenz, dass die Übergabe der operativen Geschäfte an Überall mit 1. September 2026 erfolgen solle. Bis dahin werde der bisherige Amtsinhaber Christian Scherer die laufenden Agenden weiterführen, hieß es aus Verbandskreisen. Über die genaue Gestaltung der Übergangsphase wurde zunächst nichts Näheres bekannt.
In seiner neuen Rolle wird Überall direkt an die Präsidentin und an die Präsidentenkonferenz berichten. Als Vorsitzender der Geschäftsführung trägt er künftig die operative Gesamtverantwortung für die Geschäftsstelle in Innsbruck sowie für die Außenvertretung des ÖSV auf nationaler und internationaler Ebene. Dazu zählt auch die Zusammenarbeit mit den Landesskiverbänden und den rund 700 Vereinen, die im ÖSV organisiert sind.
Aufgaben und Strukturen
Der Kitzbüheler Ski Club und der Tiroler Skiverband reagierten am Dienstagabend positiv auf die Entscheidung. Beide hoben die regionale Verwurzelung des designierten Generalsekretärs hervor und verwiesen auf seine erfolgreiche Arbeit in Kitzbühel. Dass mit Überall erstmals seit vielen Jahren wieder ein Tiroler an der Spitze der ÖSV-Geschäftsführung stehen wird, werteten Tiroler Verbandsvertreter als Zeichen der Wertschätzung für den Wintersport im Westen Österreichs.
Aus Sicht der Marktbeobachter gilt der designierte Generalsekretär als integerer Fachmann mit großem Netzwerk in der alpinen Szene. Seine Rolle als Geschäftsführer der Hahnenkamm-Rennen habe gezeigt, dass er wirtschaftliche und sportliche Interessen in Einklang bringen könne – ein Profil, das auch für die künftige Vermarktung des ÖSV entscheidend sein werde, hieß es am Rande der Sitzung.
Mit der einstimmigen Bestellung setze die Präsidentenkonferenz „ein klares Zeichen für Geschlossenheit und Kontinuität“, betonte der ÖSV in seiner Aussendung. Überall werde sich in den kommenden Wochen zudem mit den sportlichen Leitlinien des Verbands auseinandersetzen und erste Gespräche mit den Landesskiverbänden führen, kündigte Stadlober an.
