Ironman Frankfurt: Stornes gewinnt Europameisterschaft vor Iden – Hitzekürzung prägt das Rennen
Frankfurt am Main, 28. Juni 2026
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Kurzfassung
Der Norweger Casper Stornes hat die Ironman-Europameisterschaft in Frankfurt am Main gewonnen und sich damit den Titel in 4:50:23 Stunden gesichert. Sein Landsmann Gustav Iden wurde Zweitplatzierter, der Spanier Antonio Benito Lopes komplettierte das Podium. Wegen erwarteter Temperaturen über 30 Grad hatten die Organisatoren die Rad- und Laufstrecke am Freitag verkürzt.
Der Norweger Casper Stornes hat am Sonntag die wegen Hitze verkürzte Ironman-Europameisterschaft in Frankfurt am Main gewonnen, vor seinem Landsmann Gustav Iden und dem Spanier Antonio Benito Lopes.
Start und verkürzte Distanzen
Bei Temperaturen, die bereits am Vormittag deutlich über 30 Grad Celsius stiegen, fiel der Startschuss am Langener Waldsee zum 3,8 Kilometer langen Schwimmen. Insgesamt 49 Profis und rund 3.000 Amateure aus 83 Nationen gingen an den Start. Die Veranstalter hatten in Abstimmung mit der Stadt Frankfurt am Freitag entschieden, die ursprünglich 180 Kilometer lange Radstrecke auf 125 Kilometer und den Marathon auf einen Halbmarathon über 21,1 Kilometer zu verkürzen. Das Schwimmen blieb mit 3,8 Kilometern unverändert und wurde ohne Neoprenanzug im 29 Grad warmen See ausgetragen.
Hitzeschutz und Organisation
Wie der Veranstalter mitteilte, seien die Anpassungen vorgenommen worden, um eine längere Hitzebelastung zu reduzieren und die Gesundheit der Athletinnen und Athleten zu unterstützen: „Diese Anpassungen wurden vorgenommen, um eine längere Hitzebelastung zu reduzieren und die Gesundheit der Athletinnen und Athleten zu unterstützen.“ Zusätzliche Kühlstationen, mehr Wasser und Elektrolyte an den Verpflegungspunkten, schattigere Streckenabschnitte und ein verstärkter Sanitätsdienst gehörten zum Hitzeschutzkonzept.
Schwimmen: Luis vorn, Hoffmann mit Rückstand
Im Schwimmen bildete sich schnell eine große Spitzengruppe. Vincent Luis führte das Feld zum Zeitpunkt der Meldung an, ehe eine 20-köpfige Gruppe das Wasser verließ. Angeführt wurde sie von Jamie Riddle, dazu gehörten Luis, Stratmann, Gregory Barnaby, Kieran Linders, Große-Freese, Stornes, Paul Schuster, Magnus Ditlev, Ruben Zepuntke, Wilhelm Hirsch und Gustav Iden. Jonas Hoffmann aus Butzbach in Hessen stieg mit mehr als vier Minuten Rückstand auf die Spitzengruppe aus dem Wasser, Leon Chevalier folgte in einer weiteren Verfolgergruppe.
Radstrecke: Guerbeur verteidigt die Spitze
Auf dem Rad formierte sich zunächst ein größeres Feld. Bei Kilometer 13,5 führte Nathan Guerbeur eine Gruppe an, in der sich Iden, Riddle, Stratmann, Brock Hoel, Luis und Ditlev innerhalb einer Minute bewegten. Am Radkraftpunkt bei rund 79,5 Kilometern lag Guerbeur in einer Zeit von 2:34:17 Stunden an der Spitze. Iden folgte mit 24 Sekunden Rückstand, Riddle mit 29 Sekunden, Nick Emde mit 49 Sekunden und Kacper Stepniak mit 55 Sekunden. In einer ersten Verfolgergruppe bei der Hälfte der Radstrecke fuhren Zepuntke, Stratmann, Emde und Hirsch.
Zwischenfälle auf dem Rad
Die Hitze und der zum Teil enge Stadtkurs sorgten immer wieder für kleine Schreckmomente. Ein Radfahrer, der als Passant unterwegs war, schnitt Guerbeur am Mainufer so knapp, dass der Führende kurz ausweichen musste und das Rennen anschließend fortsetzte. Auch Finn Große-Freese erlebte einen Vorfall: Ihm kam auf der Radstrecke ein Auto entgegen, der Athlet reagierte besonnen. Zudem fuhr Große-Freese in ein Schlagloch, verlor dabei seine Verpflegung und lag bei einer Zwischenmeldung rund fünf Minuten hinter Guerbeur. Am Halbmarathonpunkt wies er bereits ein Defizit von 8:20 Minuten auf die Spitze auf.
Im Rennverlauf schmolz die Spitzengruppe auf der Radstrecke zusehends zusammen. Bei Kilometer 46 waren noch fünf Fahrer vorne: Guerbeur, Iden, Stornes, Riddle und Benito. Ditlev lag als Siebter 44 Sekunden zurück. Nachdem Guerbeur eingeholt worden war, bildete sich eine achtköpfige Führungsgruppe mit Guerbeur, Iden, Riddle, Stornes, Benito, Hoel, Hirsch und Stratmann; Ditlev folgte mit einer Minute Rückstand. Jonas Hoffmann, Marc Eggeling und Julian Becker lagen am Radkraftpunkt bereits 11:40 Minuten zurück, Paul Schuster wurde zu diesem Zeitpunkt auf Rang 23 mit mehr als vier Minuten Rückstand geführt. Vincent Luis hatte zur Radmitte rund 50 Sekunden Rückstand auf den Führenden.
Stornes setzt sich durch
Die verkürzte Radstrecke führte nicht mehr durch die nördliche Wetterau-Runde; der Wendepunkt lag in Nidderau, die Abschnitte über Altenstadt und Florstadt-Stammheim entfielen. Im Ziel am Römerberg setzte sich am Ende Casper Stornes aus Norwegen, im Vorfeld als Mitfavorit neben Gustav Iden und Magnus Ditlev genannt, mit einer Zeit von 4:50:23 Stunden durch und sicherte sich damit den Titel des Europameisters. Die Organisatoren hatten im Vorfeld Stornes, Iden und Ditlev als die drei Top-Favoriten auf den Gesamtsieg eingestuft.
Doppelsieg für Norwegen
Gustav Iden überquerte die Ziellinie in 4:52:54 Stunden als Zweiter und sorgte damit für einen norwegischen Doppelsieg. Den dritten Platz auf dem Podium sicherte sich Antonio Benito Lopes aus Spanien mit 4:54:47 Stunden. Das Stockerl blieb damit ohne deutschen Athleten. Magnus Ditlev beendete das Rennen auf Rang sieben, mit einer Minute Rückstand auf die Spitzengruppe war er nach dem Rad in Schlagdistanz gewesen, konnte im abschließenden Halbmarathon aber nicht mehr entscheidend eingreifen.
Der Halbmarathon als verkürzter Laufabschnitt begann bei sommerlichen Bedingungen, die Veranstalter hatten entlang der Strecke weitere Kühlstationen und Schattenplätze eingerichtet. Jan Stratmann, der in Frankfurt sein Rennen früh in der Spitzengruppe mitprägte, kämpfte sich auf der Laufstrecke nach vorne und erreichte das Ziel in 4:57:35 Stunden. Mit seinem zehnten Platz war der 30-Jährige der beste deutsche Athlet und sicherte sich zugleich einen der sechs Startplätze für die Ironman-Weltmeisterschaft im Oktober in Hawaii.
Für Stratmann ist die Qualifikation für Hawaii, die in Frankfurt über die Profiplätze vergeben wurde, der sportliche Lohn einer konstanten Saison. Auch Große-Freese und die weiteren deutschen Starter mussten auf dem Rad viel Kraft investieren, um den Anschluss nicht zu verlieren, und kämpften sich mit Blick auf die Hawaii-Qualifikation nach vorne. Insgesamt bleibt festzuhalten, dass die Hitze den Rennverlauf prägte und die Strategie der Athleten deutlich beeinflusste, ohne dass es zu schwerwiegenden Zwischenfällen kam.
Mit dem Doppelsieg der Norweger endete die diesjährige Auflage der Ironman-Europameisterschaft in Frankfurt. Die Veranstalter zeigten sich mit dem Ablauf zufrieden und verwiesen auf das verschärfte Hitzeschutzkonzept. Die verkürzten Distanzen werden in der Diskussion um wetterangepasste Wettkämpfe im Ausdauersport vermutlich weiter eine Rolle spielen.
Die nächste Gelegenheit für die Athleten, sich mit der internationalen Spitze zu messen, bietet sich bei der Ironman-Weltmeisterschaft im Oktober auf Hawaii. Für Stratmann und die anderen Qualifikanten beginnt nun die gezielte Vorbereitung auf die Langdistanz unter anderen klimatischen Bedingungen.
Fragen & Antworten
Wer hat die Ironman-Europameisterschaft 2026 in Frankfurt gewonnen?
Den Titel sicherte sich der Norweger Casper Stornes mit einer Zeit von 4:50:23 Stunden vor seinem Landsmann Gustav Iden (4:52:54) und dem Spanier Antonio Benito Lopes (4:54:47).
Warum wurden Rad- und Laufstrecke in Frankfurt verkürzt?
Die Veranstalter verkürzten die Radstrecke von 180 auf 125 Kilometer und den Marathon auf einen Halbmarathon über 21,1 Kilometer, um die Hitzebelastung für die Athleten zu reduzieren.
Welcher deutsche Athlet schnitt in Frankfurt am besten ab?
Jan Stratmann erreichte als bester deutscher Starter den zehnten Platz in 4:57:35 Stunden und qualifizierte sich zudem für die Ironman-Weltmeisterschaft im Oktober in Hawaii.